Ein Zufall brachte ihn zur Musik, bei der der talentierte Entertainer wohl früher oder später sowieso gelandet wäre. Giorgio Claretti, geboren in Wolfsburg und aufgewachsen in Braunschweig, ist Sohn italienischer Einwanderer und hat die Leidenschaft, mit der er seine Songs performt, im Blut. An drei Terminen präsentiert er mit „Piano & Stars“ seine Konzertreihe mit Klavierballaden unter dem Sternenhimmel des Wolfsburger Planetariums.

Herr Claretti, was war Ihr frühester Berührungspunkt mit Musik und warum haben Sie beschlossen, sie zu Ihrem Beruf zu machen?
Zur Musik bin ich mehr oder weniger aus Zufall gekommen. Ich war damals sieben Jahre jung und meine Mutter hatte eine Schneiderei in der Braunschweiger Innenstadt. Ich bin immer nach der Schule zu meiner Mutter in den Laden gegangen. Nach dem Mittagessen und den Hausaufgaben durfte ich zu Horten, dem heutigen Galeria Kaufhof, und die Spielwarenabteilung erforschen. Damals waren die Videospiele von Atari, die in der Vorweihnachtszeit ausgestellt waren, der letzte Schrei. Mich haben sie selbstverständlich auch sehr gereizt. Allerdings wurden die Spielkonsolen immer von den großen Jungs besetzt, so dass ich sehr selten in den Genuss kam, selbst zu spielen. (lacht) Direkt neben den Atari-Konsolen gab es jedoch einen Stand mit Orgeln. Ich fing an, mir die Zeit dort zu vertreiben und spielte kleine Melodien, die ich in der Schule auf der Flöte gelernt hatte. Ich hatte aber stets ein Auge auf die Videospiele in der Hoffnung, dass endlich was frei wurde. Da das aber selten der Fall war, musste ich sehr viel Orgel spielen. Die Orgel-Verkäuferin hatte das mittlerweile auch mitbekommen und mir das eine oder andere gezeigt, so dass ich nach einiger Zeit alle Weihnachtslieder auf dem Premium-Modell, dass gute 30 Centimeter größer war als ich, spielen konnte. Das hat wohl so einen Eindruck gemacht, dass sich Menschentrauben bildeten. Irgendwann ist meine Mutter mitgekommen. Ich wollte ihr ja die Videospiele zeigen, die ich mir zu Weihnachten wünschte. Wir sind natürlich an den Orgeln hängen geblieben und meine Mutter war wohl so angetan, dass Heiligabend eine Orgel unter dem Weihnachtsbaum stand. Dann nahm alles seinen Lauf. Das Musizieren begeisterte mich weiterhin so sehr, dass mir schon im Kindesalter klar war, dass ich Musiker werde. Letztendlich kann ich aber nicht sagen, dass es den einen Auslöser gab. Musik hat mich immer fasziniert.

Als in Deutschland aufgewachsener Italiener: Was schätzen sie an den beiden Kulturen?
In Deutschland schätze ich die Verlässlichkeit, und den Drang, Dinge zu Ende zu bringen und zwar so, dass sie gut werden. Ich mag auch die Warmherzigkeit der Deutschen, die man erst auf den zweiten Blick erkennt. Daher denkt man oft, dass Deutsche verklemmt und gefühlskalt sind. Das stimmt aber nicht. Sie sind sehr gefühlvoll, zeigen es aber nicht so deutlich, wie zum Beispiel Italiener.
In Italien schätze ich die Kreativität und den Drang zu improvisieren. Zudem liebe ich bei den Italienern den Sinn für Ästetik.
Ich bin daher stets bemüht, aus beiden Kulturen das Beste herauszusuchen, weil ich überzeugt bin, dass das eine wunderbare Synthese ergibt.

c Roman Brodel 01

In welcher Sprache singen Sie?
Italienisch, Deutsch und manchmal auf Englisch.

Was macht Ihre Konzerte aus? Welches Gefühl wollen Sie dem Publikum vermitteln?
Meine Authentizität. Wenn ich spüre, dass beim Publikum gerade das Gefühl ankommt, was ich mit dem jeweiligen Stück ausdrücken möchte, bin ich glücklich.

Schreiben Sie eigene Texte oder interpretieren Sie Lieder anderer Künstler? Wenn ja, welche?
Sowohl als auch. Ich spiele beispielsweise Songs von Joe Cocker und Lionel Richie, Ludovico Einaudi und Yann Thiersen, die ich auf eine ganz eigene Art interpretiere. Zum Teil improvisiere ich instrumental darauf. Das macht es jedes Mal spannend, weil die Stücke immer wieder anders klingen.
Eigene Stücke werde ich selbstverständlich auch spielen. Einige davon werden auf deutsch gesungen und einige auf italienisch. Einige wiederum werde ich instrumental am Piano spielen.

Haben Sie einen Lieblingssong?
Ja, alle, die ich spiele.

Was ist die Idee hinter „Piano & Stars“?
Da meine Musik sehr romantisch ist, habe ich nach einem passenden Rahmen gesucht. Was könnte daher passender sein als ein wunderschöner Sternenhimmel mit Stenschnuppen. Um das zu gewährleisten, habe ich das Planetarium Wolfsbug als Spielort gewählt. Zudem werden aber auch andere Bilder projiziert werden, die meine Musik intensiver werden lassen.

Welches war Ihr bisher interessantestes Konzerterlebnis?
Ich hatte ein Konzerterlebnis auf einem meiner Konzerte, die ich jeden Sommer in Braunschweig auf der Oker gebe. Ich hatte am Abend vorher eine feuchtfröhliche Party und war dementsprechend am nächsten Tag angeschlagen. Das war eines meiner besten Konzerte. Ich hatte das Gefühl, dass ich nur die Kraft hatte, mich auf meine Musik zu konzentrieren. Üblicherweise habe ich sonst immer auch ein Auge auf mein Publikum. Dazu war ich an diesem Tag nicht in der Lage. Das hatte zur Folge, dass ich meine Musik mit viel mehr Intensität spiele konnte. Das war ein sehr schönes Erlebnis.
Seitdem versuche ich das ohne Kater zu erreichen. Es gelingt mir immer öfter. (lacht)

In welcher Kulisse würden Sie in Zukunft gerne noch spielen?
Ein großer Traum von mir ist es, in der Arena von Verona zu spielen.


Mehr Infos und Termine gibt es unter www.giorgioclaretti.de.

Interview: Katharina Holzberger
Foto: Roman Brodel

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