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Braunschweigs Liedermaching-Duo Groß & Artig ist
mit seinem neuen Album „Alles Erzählen“ am Start.
KF DSC 0296 c Marlene Zurek art


Liedermaching – das ist Musik vom Zeltplatz, Songs zum Zusammenrücken. Zwischen politischer Botschaft und lebensbejahender Heiterkeit ziehen die beiden sympathischen Barden Lasse und Happy unter dem Namen Groß & Artig durchs Land. Seit 2012 hat sich das bärtige Duo in der hiesigen Musiklandschaft etabliert. Nach der 2018 erschienenen Platte „Geschmacksverstärker“ veröffentlichten sie Ende April nun den zweiten Langspieler „Alles Erzählen“.
Zwei wie Pech und Schwafel
Liedermaching à la Götz Widmann, Rüdiger Bierhorst und Funny van Dannen gepaart mit Einschlägen in andere Genres: „Wir wollen farbenfroh sein“, sagt Sänger und Texter Happy, „wir machen Songs, wie wir sie gerade fühlen. Wenn ein Song gerade ein Hip-Hop-Lied ist, dann machen wir das so. Wenn es mal nach den 70ern klingt, dann ist auch das fein. Wir lassen uns nicht einschränken.“ Und so kommt es, dass auf der 16-Songs-starken Platte, die sowohl als CD als auch digital erschien, Anleihen aus Rap, Punk und Chanson zusammenfinden. „Das Leben ist durchmischt“, finden die beiden und sehen ihren musikalischen Output als Abbildung genau dessen. „Wir wollen keine reine Gute-Laune-Band sein, gleichzeitig wollen wir nicht, dass 14-jährige Gothicmädchen die ganze Zeit bei uns heulen müssen“, so Happy, der auch in Songs mit verletzt anmutenden Titeln wie „Erst, wenn es weh tut“, „Finger in die Wunde“ oder „Generationen verwehen“ keine ausschließliche Melancholie erkennbar macht. „Bei einem Song fängt man womöglich an zu schluchzen, wenn es einen gerade trifft und das nächste Lied sagt dann: ‚Sauf dir die Hucke voll!‘. Diese Dinge stehen thematisch nicht mal konträr zueinander. So sollte man vielleicht auch manchmal mit Scheißsituationen umgehen: Geh zu deinen Freunden und sauf mit denen einen!“



KF GuA 157 c Inga Hannemann art


Eine Seefahrt, die ist lustig

Eine Bandtradition ist die Konzertreihe Floß & Artig, bei der die beiden Shanty-Tenöre mit Klampfe, Support-Acts und an die 50 zahlenden Gästen in die Oker stechen.
„Wir haben keine riesen Masse, aber dafür sehr treue Fans, die schon Monate im Voraus sagen: ‚Macht mir ’ne Karte safe!‘ Von insgesamt 50 Karten, die wir hatten, waren einmal 36 innerhalb von vier Stunden weg“, konstatiert Lasse. Darüber hinaus schließen sich der Floßfahrt regelmäßig Kanuten und Zuhörer am Ufer und auf Brücken an. Selbst Corona hat den beiden Kapitänen keinen kompletten Strich durch die Rechnung machen können. Beim Greenscreen-Livestream setzten sie sich einfach ins virtuelle Floß.

„Wir wollen keine reine Gute-Laune-Band sein“

Erst jammen, dann reden
Die Rollenverteilung ist grundsätzlich klar: Lasse bedient die Saiten und ist für die Instrumentals verantwortlich, Happy ist Texter und Leadsänger. „Es gab aber auch schon Sprachnachrichten von Happy an mich, in denen er mir eine Gitarrenmelodie vorgesummt hat, wie er sich das gerade so vorstellt. Auch so sind Songs entstanden“, erklärt Lasse.
Wie die meisten der Songs zusammenkommen? „Wir jammen die ganze Zeit. Was man im Hip-Hop Freestyle nennt, das kann Happy im Liedermaching. Das schneiden wir dann mit dem Handy mit, um hinterher einen richtigen Song daraus zu entwickeln“, so Lasse. Das Jammen ist aber auch elementarer Bestandteil von den Groß-&-Artig-Liveperformances. „In vertrauten, von Liebe erfüllten Situationen, mit blauen Dämpfen, die überall an langen Zigaretten emporsteigen, das feine letzte kühle Bier wird aus dem Kühlschrank geholt: Das sind die Momente, in denen die besten Lieder entstehen“, schwelgt Happy in Erinnerungen an Auftritte etwa beim Adriakustik, einem großen deutschen Liedermacherfestival. Die Musik, die im und aus dem Moment heraus entsteht, ist für die beiden eine Art Essenz und auch die Vergänglichkeit dieser Momente ist kein Wermutstropfen. „Bei besagtem Festival waren wir nachts noch umringt von 60 Leuten und haben einfach gespielt. Als uns Leute am nächsten Morgen noch gefragt haben, ob wir diesen oder jenen Song nochmal spielen könnten, mussten wir leider verneinen. Das war alles gejammt.“

Was 2021 noch so gehen könnte? Neben dem lästigen Fehlen von Planbarkeit gibt es zumindest die Hoffnung, auf dem diesjährigen Südstadt-Open-Air zu spielen, für das die Jungs in großer Besetzung mit Unterstützung der Liedermacher Herrengedeck und Meik Mantau unter dem Namen Aus jedem Dorf nen Hund gebucht sind. Die Daumen sind gedrückt!
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Text Simon Henke
Fotos Steffen Geyer, Inga Hannemann, Marlene Zurek

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