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Flo Mega

11. April / Eulenglück (BS)


Mit voller Power, Euphorie und neuem Album kommt Flo Mega im April in die Eule.
KF FLO MEGA Pressebild 2 Foto Florian von Besser Styleheads Music 2019 quer small rgb art
In der Vergangenheit gab es viel Geschnatter über den traurigen, leidenden Mann. Die Rede ist von Flo Mega, dem Soulman, der beim Bundesvision Songcontest 2011 den Durchbruch schaffte. Seitdem ist viel passiert: Das erste Album und eine Deutschland-Tour, der große Erfolg, der tiefe Fall, Burnout und ein zweites Album, das diese düstere Zeit aufarbeitet. Flo Mega hat sich von all dem nicht unterkriegen lassen, sich wieder der Musik gewidmet und fleißig an einer neuen Platte gearbeitet, die jetzt in den Startlöchern steht und ab dem 5. April rauf und runter gehört werden kann. „BÄMS!“ heißt das gute Stück, das einen abwechslungsreichen, neuen kraftvollen Sound bereithält. Der Titel beschreibt die wieder erwachte Power, mit der Flo Mega ab April auf den Bühnen Deutschlands auftreten wird. Als drittes von knapp 30 Konzerten macht er am 11. April Halt im Braunschweiger Eulenglück. In der Ruhe vor dem Sturm nahm sich Flo Mega Zeit, um mit uns über die neue Platte, Trap-Musik und Big Macs zu quatschen.
Neues Album, neue Tour – doppelt Grund sich zu freuen. Wie fühlt es sich an, auf heißen Kohlen zu sitzen, bevor das Album rauskommt?
Spannender denn je, da das Touren und Veröffentlichen meine Grundlage der Existenz ist. Es fühlt sich aber auch entspannter an als während des Prozesses, denn ich weiß, dass ich alles gegeben habe, um ein gutes Album zu produzieren.

Was erwartet uns auf deiner neuen Platte?
Dieses Mal erwartet euch ein komplett mit Drum Machine und Synthesizer produziertes Masterpiece, weg vom puristischen Soul hin zum Synthpop. Es beinhaltet viele moderne Attribute und ist die Weiterführung des unverkennbaren Flo-Mega-Stils.

Hast du Angst vor den Kritiken, die dann kommen? Wie gehst du damit um?
Ich habe keine Angst vor guten Kritiken, egal was sie aussagen. Ich habe lediglich so etwas wie Furcht vor Dummheit und unreflektiertem Rumgeballer. Allerdings lässt mich das mehr und mehr kalt und es interessiert mich auch nicht mehr jeder Artikel oder jeder Kommentar. Wir leben in einer Zeit der Feiglinge und unter einem Pseudonym Kommentare zu verteilen, ist pures Nichts und existiert letztendlich nicht wirklich.
Fünf Jahre liegen zwischen dem letzten Album und heute. Wie hast du diese Zeit genutzt?
Ich habe vom Leben gelernt, mich umorientiert, umgeschaut und umgehört; viel Gutes sowie viel Blödsinn angestellt. Zudem habe ich mehrere Kinder und somit musste ich eine neue Strategie entwickeln, um freies Arbeiten und Verantwortung der Familie gegenüber unter einen Hut zu bekommen.

Du wirst häufig als „der leidende, traurige Soulman“ beschrieben. „BÄMS“ verspricht allerdings viel Euphorie, Positivität und Power. Wie ist deine aktuelle Stimmung?
Wir leben in einer Fehlervermeidungsgesellschaft mit viel Leistungsdruck. Zudem ist um uns herum ein stetiges Gute-Laune-Soll und ein Positivismus-Muss. Ein Leben besteht aber auch aus Unmut und nicht so schönen Dingen. Ich bin kein Roboter, der wenn er ein gutes Level erreicht hat, beschließt, den Zuhörern in ständiger Perfektion gegenüberzutreten. Ich habe die Hörerschaft an meinem Entwicklungsprozess immer teilhaben lassen und nun bin ich in meiner zweiten Lebenshälfte angekommen – mit einer grundsätzlich neuen Einstellung zum Leben. Dennoch ist eines klar: Blues ist Klagen mit Hoffnung und das war schon immer eine große Fähigkeit von mir.
Dein Musikstil wird häufig als „Soul der 60er und 70er“ bezeichnet. In welchem Jahrzehnt hättest wärst du gerne aufgewachsen?
Ich hätte gerne die 70er und 80er erlebt, und zwar in einer Landkommune zwischen Bremen und Holland oder Münster und Venlo.

Wie beurteilst du den Hip-Hop heute? Bist du genervt von dem ganzen Trap und Autotune?
Es ist in der Tat kälter geworden, die Wärme und das Menschliche fehlen mir persönlich. Trap und der ganze Stuff ist ein Spiegel für die uferlose Konsum- und Kapitalistenwelt, in der wir leben. Es spiegelt die Arroganz und die Gleichgültigkeit mit künstlichen Stimmen. Was ist daran falsch? Man muss sehen, dass auch Boombap und andere Stile Platz in der neuen Welt haben. Alles, womit wir uns identifiziert haben, ist nicht mehr ganz, sondern fliegt in Fetzen herum. Das gilt für Religion sowie für Musikgenres und Kunst. Wir leben in der Zeit der bis jetzt größten Diversität, meiner Meinung nach. Auf zu neuen Ufern in uferlosen Zeiten.
KF FLO MEGA Pressebild 1 Foto Florian von Besser Styleheads Music 2019 quer small rgb art
Was nervt dich sonst noch so?
Die häufige Übergriffigkeit aus Unsicherheit aller Arten von Menschen. Die Ignoranz und der schlechte Umgang mit den Medien, das digitale Höhlenmenschenverhalten und die Heuchelei um die Ungerechtigkeit in der Welt. Die vielen Lügner und die vielen manipulierten Menschen, die Unklarheit, die Ungeduld und der massive Egoismus in der Welt – ich hab noch mehr auf Lager (lacht).

Es kommt immer mehr deutschsprachige Musik raus. Hörst du selbst gerne deutsche Musik?
Mich interessieren mehr Dinge, die nichts mit Mode oder Hype zu tun haben. Ich höre wahnsinnig gerne alten Hip Hop, Adult Orientated Rock und zurzeit viel Bill Withers. Er ist ein wunderbarer Mensch und Musiker. Musik in Deutschland ist ein starker Sensationismus geworden. Das liegt an der nicht existierenden Risikobereitschaft der Musikindustrie, was sich Gott sei Dank langsam ändert. Ich höre natürlich hier und dort mal rein, aber grundsätzlich ist mir der Abstand zwischen Releases zu kurz geworden und ich bin schnell übersättigt.
Sich über Politik und das aktuelle Weltgeschehen auszukotzen ist ja auch gerade bei ganz vielen Künstlern „in“. Spielt das für dich und in deiner Musik eine Rolle?
Nein, ich bin zu verwirrt und zu wütend dazu. Ich baue es subtil in meine Songs ein. Wer sensibel Hören kann, findet meine Haltung im Wimmelbild meiner Songs.

Zu guter Letzt: Hast du Bock auf Braunschweig und hast vielleicht eine kleine Anekdote zu dieser Stadt?
Klar hab ich Bock auf Braunschweig. Ich bin sehr gut mit MC René befreundet und habe mal bei McDonald‘s am Bahnhof einen Big Mac gegessen, was ich bereue, denn McDonald‘s ist nicht so gut wie es tut. Dennoch hat es mir geschmeckt und der Zug kam dann auch nach 170 Minuten Verspätung. Einen lieben Gruß an die fantastische Deutsche Bahn. Ich bin Fan.

Interview Louisa Ferch
Fotos Styleheads Music 2019

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