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Boxing Fox

9. Juni / Sauna-Klub (WOB)

Die supertighten Ska- und Reggae-Genies Boxing Fox kommen im Juni zurück auf die Bühne.
Aber warum waren sie eigentlich weg?
Boxing Fox aus Gifhorn oder Calberlah (oder doch aus Kubistan?) haben sich mit ihrem geradlinig und liebevoll arrangierten, swingenden Skapunk seit den späten 2000er Jahren als perfekt eingespielte Kombo nicht nur in der ganzen Region Braunschweig/Wolfsburg einen Namen gemacht, sondern auch bis über die Bundesgrenze hinaus für Furore gesorgt. Konzerte mit internationalen Genre-Stars wie The Movement, Karamelo Santo oder The Aggrolites gehören zu den Highlights der Bandgeschichte, bis 2012 das endgültige Aus kam. Doch nun kommen die fünf sympathischen Freunde zurück auf die Bühne. Wie das kommt, haben uns Sänger und Gitarrist Philipp, Drummer und Sänger Markus, Bassist Ingo und Posaunist Christoph im Interview erzählt.
Wo liegt eigentlich dieser mystische Ort Kubistan und was hat es damit auf sich?
Markus Das geht zurück auf unseren allerersten Auftritt in Braunschweig. Wir spielten damals im Drachenflug und auf den Plakaten waren wir angekündigt mit „Ska-Punk aus Kubistan“. Wir hatten selbst keine Ahnung, wo oder was das sein soll. Uns wurde dann erklärt, dass es sich dabei um eine parallele Welt im „Lustigen Taschenbuch“ handelt, in der alle quadratische Köpfe haben. Naja seit dem kommen wir halt aus Kubistan und haben dann auch unsere eigene Nationalhymne „Kubistan“ geschrieben.
Christoph Kubistan ist für uns Sehnsucht und Zuflucht zugleich. Geburtshelfer für diesen Ort und seine weitere Ausgestaltung in unseren Songs war das Drachenflug beim damaligen Konzert, dem Calberlah zu öde klang und deshalb seine Lustigen Taschenbücher gezückt und uns diesen Herkunftsort verpasst hat. Wir haben Kubistan dann beschrieben und zu unserer Herkunft gemacht. Nebenbei können wir sagen, dass auch der Kubismus eine Richtung in der modernen Kunst ist, die sich wunderbar betrachten lässt.

Für diejenigen, die euch gerade erst kennenlernen: Ihr seid also der boxende Fuchs? Was hat es mit dem Bandnamen auf sich?
Markus Ich muss zugeben, dass wir den Klang mit den „X-en“ einfach cool fanden (lacht).
Philipp Ich glaube auch. Soweit ich mich erinnern kann, stand der erste Auftritt vor der Tür und wir brauchten schnell einen Namen. Jeder hat irgendetwas in den Raum gerufen und jeder für sich irgendetwas reininterpretiert. Mit diesem Namen konnte anscheinend jeder leben.
Christoph Ich glaub‘, wir waren besoffen.
Wie kam es dazu, dass ihr euch 2012 für eine Pause entschieden habt? Und sollte der Abschied für immer sein?
Markus Wir hatten einfach gemerkt, dass es zeitlich bei uns nicht mehr gepasst hat. Es war zu der Zeit verdammt schwierig, gemeinsame Termine zu finden. Da wurden dann lieber Kinder gemacht, Häuser gebaut und in andere Städte gezogen. Das Übliche halt ...
Philipp Ja, ich habe zu der Zeit noch in Hamburg gelebt. Wie Markus schon sagt, war die Terminfindung wirklich schwer und dann haben wir uns gesagt, dass wir das ganze Ding im Guten beenden, anstatt es irgendwie vor sich hindümpeln zu lassen. Zum damaligen Zeitpunkt sollte es schon ein Abschied für immer sein. Man sieht ja jetzt, wie konsequent wir sind (lacht).
Ingo Ich denke, zum Teil war die Luft auch einfach raus und wie es halt so ist, haben wir alle auch ein zeitaufwändiges Leben neben der Musik. Diese Entscheidung ist uns damals nicht leicht gefallen. Wir waren alle sehr traurig, da wir in den vielen Jahren tolle Konzerte spielen und tolle Menschen und Orte kennenlernen durften. Die Zeit hat uns sehr geprägt. Anfangs war vielleicht ein Abschied für immer geplant, aber die gemeinsame Zeit haben wir alle sehr vermisst, sodass wir uns sporadisch immer mal wieder zum Musizieren getroffen haben.
Christoph 2015 haben wir aber wieder einen privaten Auftritt gespielt und gemerkt: „Mensch, läuft und macht sogar wieder Spaß!“ Nach einigen Motivationsrunden in wechselnden Lokalitäten haben wir uns entschieden, wieder vor zahlendem Publikum zu spielen, das war im Juni 2017 zugunsten des Kinderhospizes in Gifhorn. Und jetzt geht’s weiter.
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Welche Erinnerungen kommen hoch, wenn ihr an euren Hit „Good Old Times“ denkt? War früher alles besser?
Markus Es geht dabei in dem Song nicht um einen speziellen Zeitabschnitt oder ein Jahrzehnt, in dem alles besser war. Es dreht sich vielmehr darum, wie unbeschwert man doch als Kind oder Jugendlicher in den Tag hineinleben konnte, daran habe ich nur gute Erinnerungen. Man hatte die verrücktesten Träume, aber gleichzeitig überhaupt keine Ahnung, was das Leben einem bescheren wird. Und dann wird es irgendwann ernst mit allem was dazu gehört. Und plötzlich wollen Rechnungen bezahlt werden …
Ingo Jedes Mal, wenn wir diesen Song angespielt haben und das Publikum miteinsetzte, habe ich eine tierische Gänsehaut bekommen. Das war immer ein tolles Gefühl.
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Bei euren Songs kommt man ganz von allein in Tanzstimmung. Welche Message transportiert eure Musik darüber hinaus?
Markus Das Tanzen steht auf jeden Fall ganz klar im Vordergrund. Ich denke, bei dieser Art von Musik geht es primär um das Gefühl, das beim Hören ensteht, unabhängig von den Texten. Es werden also hauptsächlich die niederen Instinkte angesprochen (lacht). Wenn die Bassline mit einem tanzbaren Beat daherkommt und die Bläser das nötige Schubidu liefern, ist das mehr als die halbe Miete. In unseren Texten geht es meistens um verschiedene, alltägliche Lebenssituationen. Das kann aber auch völlig absurd und fiktiv werden.
Philipp Natürlich ist es der Knaller, wenn die Leute vor dir wie wild tanzen und nicht nur im berüchtigten „Halbkreis“ zuschauen. Ich glaube man sieht uns auf der Bühne einfach an, dass wir Spaß haben, bei dem was wir tun. Das überträgt sich oft auf das Publikum.
Wie hat euch die Braunschweiger Musikszene geprägt?
Markus Ich denke, ohne die Braunschweiger Musikszene wäre alles nicht so gekommen, wie es kam. Vor unserem ersten Auftritt in Braunschweig beschränkte sich unser Publikum auf Freunde und Bekannte. In Braunschweig hatten wir das erste Mal richtig Leute vor der Bühne, die wir nicht kannten und die uns nicht kannten. Trotzdem wurden wir sehr herzlich empfangen und beklatscht. Man hat dann gleich Bekanntschaften knüpfen können und hatte einen Fuß in der Tür für weitere Auftritte, die dann auch nicht lange auf sich warten ließen. Durch das Band-Kollektiv Spreadmusic ergaben sich später zahlreiche gemeinsame Auftritte mit anderen Bands. Wir haben uns besonders zu unseren Freunden von Loudog (damals noch Cumshot) hingezogen gefühlt, was nicht nur an der musikalischen Artverwandtschaft gelegen hat. Wir haben regelmäßig zusammen Auftritte gespielt, so dass es für uns logisch war, dass sie auch bei unserem letzten Konzert 2012 dabei sein müssen.
Philipp Die Shows unter anderem mit Loudog, Bastian Minari oder den Soultecniques haben schon extrem viel Spaß gemacht, weil über die Jahre zu all den Leuten eine echte Freundschaft entstanden ist.

„Ohne die Braunschweiger Musikszene wäre alles nicht so gekommen, wie es kam“

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Schon seit 2005 seid ihr Teil von Spreadmusic. Was hat es damit auf sich, wie kann man da einsteigen und wie bringt einen das weiter?
Philipp Spreadmusic war damals ein loses Bandnetzwerk von regionalen Bands. Ziel war es einfach, sich gegenseitig zu unterstützen, Kontakte auszutauschen, anderen Bands Auftrittsmöglichkeiten zukommen zu lassen und so weiter. Mittlerweile ist Spreadmusic ein eingetragener gemeinnütziger Verein, bei dem ich zu den aktiven Mitgliedern zähle. Durch die Vereinsstruktur hat Spreadmusic ganz andere Möglichkeiten in Bezug auf Kultur und Musikförderung als damals. Wir setzen uns als Verein unter anderem auch dafür ein, dass Künstler eine angemessene Mindestgage erhalten, versuchen Bands bei der Umsetzung von Ideen zu unterstützen und fördern Studioaufnahmen und Ähnliches für Vereinsmitglieder. Natürlich gibt es auch eigene Veranstaltungsreihen. Man könnte noch viel mehr erzählen. Kommt einfach zu einem unserer Stammtische. Jeder Musiker und jedes Fördermitglied ist gerne gesehen.

Ist vielleicht ein drittes Album in Sicht? Was für Pläne habt ihr für diesen Sommer geschmiedet?
Markus Ein Album ist vorerst nicht in Planung. Hauptziel ist momentan, fit zu werden für den anstehenden Auftritt im Sauna-Klub. Danach schauen wir dann weiter in Richtung Rock am Beckenrand, wo wir dieses Jahr auch vertreten sein werden.

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Ihr wolltet eigentlich schon im Dezember ein fettes Revival-Konzert mit Loudog im B58 geben. Doch euer Trompeter Chrischi hatte einen schweren Autounfall … Was genau ist passiert?
Philipp Ich möchte gar nicht auf die schweren Verletzungen eingehen. Fakt ist, Chrischi hat uns allen einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Das sind die Momente, in denen man merkt, dass viele Sachen einfach egal sind. Als Chrischi im Krankenhaus erwacht ist, war mit das erste, was er gesagt hat, dass er es bis zum Konzert mit Loudog packt, wieder auf der Bühne zu stehen. Uns allen war aber relativ schnell klar, dass das nicht der Fall sein wird. Von daher haben wir uns dazu entschieden, sobald er wieder fit ist, ein eigenes Konzert zu veranstalten, um noch ein einziges Mal gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Daher jetzt das Konzert im Sauna-Klub. Doch dann kam überraschend eine Anfrage von Rock am Beckenrand und wir dachten uns: Wenn wir eh schon proben, warum nicht (lacht). Weiteres ist erstmal nicht in Planung. Aber ich denke spätestens, wenn Loudog noch einmal fragen, werden wir alles versuchen, auch das noch hinzubekommen.

Interview Benyamin Bahri, Viktoria Knapek
Fotos Lars Hung

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