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Das Tonstudio 38EINS verspricht, eine neue Goldgrube der deutschen Rapszene zu werden.
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Chaze38, Tiltboy, Ticki J, Yung Chosey, Fane, David-Lee, Flounson, TikkiShuffle, Deik, stickerman, McLovin (v.l.n.r.)
Kaum ein anderes Genre hat die deutschen Charts in den vergangenen Jahren so sehr geprägt wie Trap. Die einen lieben, die anderen hassen den außergewöhnlichen Rap-Stil mit düsterer Atmosphäre, tief wummernden Bässen, ratternden Snares und einer offensichtlichen Brise Autotune. Ob man will oder nicht – der Scheiß ist heiß und insbesondere die Teens fahren voll drauf ab, feiern den ­Soundtrack ihrer währenden Jugend und ausschweifenden Partys. Trap ist der Sound der jungen Generation, der Sound der Zukunft.
In Braunschweig lebt der Trap-Vibe schon eine ganze Weile: Erst im vergangenen Jahr hat das berüchtigte Checkmate Collective, zu dem unter anderem negatiiv OG und Sin Davis gehören, beim Major-Label Universal gesignt. Nun ist aus der Asche der einstigen Hip-Hop-Hochburg Braunschweig der 90er-Jahre ein weiterer erfolgsversprechender Rap-Tempel entstanden: Das 38EINS-Tonstudio; ein Paradies für die Trapszene, das von Flo aka Flounson vor rund eineinhalb Jahren erschaffen wurde. Als Studio-Baba, Young CEO und Manager arbeitet er dort mit verschiedenen aufstrebenden Künstlern und Kollektiven wie etwa Lil Rita, Finnwhjite oder der 381 Gun Gang aka Chaze38, Ticki J, Yung Chosey, Tiltboy, Fane und David-Lee, die momentan in jeder freien Minute an neuen Tracks arbeiten.
Erst vor Kurzem fand in den Räumlichkeiten des Selfmade-Studios ein Writing-Camp statt, wo namhafte Artists und Producer wie t-low oder Luis Wasted mit 38EINS connecten konnten. Darüber hinaus stieg dort die Afterparty des Bunny-CBD-Openings mit hochkarätigen Gästen wie 16bars oder TV Straßensound, die da die Nacht durchzechten. Demnächst wird es im Bunny-Store auch ein eigenes 38EINS-CBD und Merch geben. Gehypted von dieser New Wave, die sich in Braunschweig gerade etabliert, haben wir Flounson und die Gang im Studio besucht.



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Die New-Wave bricht
Obwohl das 38EINS-Studio noch in den Kinderschuhen steckt, wartet an diesem magischen Ort bereits einiges an Geschichte auf: Der YouTube- und Rapstar Mois war schon hier am Mic und hat ein Album aufgenommen, Videos wie „Schwache Worte“ von negatiiv OG oder „Keine Farben“ von OMG wurden hier produziert und in der riesigen Chill-Area stehen Ledersessel von niemand geringerem als Clan-Boss Arafat Abou-Chaker. „Die haben wir einfach vor seinem Haus auf dem Sperrmüll gefunden“, flachst Flounson, während er uns durchs Studio führt. Hier gibt es hochprofessionelles Equipment für den perfekten Sound und jede Menge Platz, um Musikvideos zu drehen oder einfach die Sau rauszulassen. Flo ist gerade mal 24 Jahre alt, studiert Verwaltungsrecht an der Ostfalia und hat bereits mit Bitcoin Cash gemacht. „Ich wollte diesen Raum künstlerischer Freiheit erschaffen und bin einfach all in gegangen. 38EINS ist mehr als ein Studio, es ist ein Grind. Ein Lifestyle, den diese Zeit braucht, damit jeder über sich hinaus- wächst!“, stellt er klar. Tatsächlich entsteht der Eindruck, Flos Tag habe 48 Stunden, während er uns berichtet, welche Termine demnächst anstehen, welche Musiker- und Producergrößen wie etwa Lil Lano er bereits getroffen hat und welchen ständigen Output 38EINS hervorbringt. Gelernt hat er selbstverständlich von Gregor Seyffarth, Manager vom Checkmate Collective und Mitbegründer von Artik.One, der Flounson als eine Art Mentor zur Seite steht. „Ohne Greg wäre vieles nicht möglich gewesen“, meint der ambitionierte Youngster. Inzwischen ist der Stein ins Rollen gekommen und wenn Rapper in Zukunft zwischen Hamburg und Berlin hin- und hertingeln, sollten sie besser einen Halt in Braunschweig einlegen, sich bei Mecces noch schnell einen Burger reinschieben und hier eine Session abhalten.

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Zugegeben: Denkt man an Trap-Musik, bleiben Vorurteile nicht aus – Stichpunkt Gesichtstattoos, Tilidin oder Xanax. Tatsächlich wabert eine Rauchwolke der Inspiration über der Gang, als wir es uns zum Interview im loftartigen 38EINS-Reich gemütlich machen, aber hey: Dope spielt im Hip-Hop schon immer eine essentielle Rolle. All die 38EINS-Jungs, mit denen wir hier sitzen, sind etwa Anfang 20 und leben gerade ihren Traum. „Ich kann mir kein anderes Leben mehr vorstellen – will ich auch nicht!“, meint Ticki J von der 381 Gun Gang. „Trap darf auch nicht immer so abgestempelt werden“, hakt sich sein Gang-Kollege Yung Chosey ein, „in jeder Line steckt immer noch etwas mehr dahinter. Trap erzählt vor allem aus dem Leben. Es geht nicht nur ums Ficken und Drogen.“ Im Oktober 2020 erschien bereits der erste Gun-Gang-Sampler und in Tracks wie „No Future“ oder „Nicht normal“ rappen Chaze38, Ticki J, Tiltboy und Yung Chosey auch mal über Herzschmerz, zermürbende Ängste oder zum Greifen nahe Ziele. Manchmal muss es aber auch einfach ein Banger sein, und wenn der Bass einsetzt und vibriert, fängt die ganze Gang instant an zu bouncen und zu feiern.
Bescheiden berichtet Chaze38, der heimliche Star der Crew, von seinem aktuellen Workload: „Ich habe ein fettes, fettes Album gemacht. Es fehlt nur noch der Feinschliff“, erzählt er. Manche Beats hat er dafür autodidaktisch selbst produziert und sich in seinem künstlerischen Schaffen mit jedem Track weiterentwickelt. „Bei uns ist das nicht so inflationär. Wir verbessern uns ständig und durch unseren krassen Output trainieren wir hart“, erklärt Chaze38. Gönnt euch auf seinem Insta-Kanal @chaze.38 doch einfach schon mal einen kleinen Vorgeschmackt auf die upcoming LP „Trap Paradies“.
Wir werden noch viel von 38EINS hören, denn die Nacht ist noch jung und Schlaf brauchen Flounson und seine Jungs erstmal weniger. Braunschweig, bist du ready für die next Trap-Generation? 

Text Louisa Ferch
Fotos Denise Rosenthal Grafik jessicahyde-stock.adobe.com

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