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Silbermond

24. Jan./ TUI Arena (H)

31. Jan./ Volkswagen Halle (BS)

Silbermond kommen am 31. Januar mit ihrem neuen Album
nach Braunschweig in die Volkswagen Halle.
KF SILBERMOND 1 quer Credit Jens Koch art
In Bautzen aufgewachsen, in Berlin durchgestartet und in Braunschweig immer gerne zu Gast: Silbermond sind nach einer dreijährigen Pause mit ihrem neuen Album „Schritte“ zurück und machen am 31. Januar Halt in der Volkswagen Halle. Persönlich, direkt und politisch klingt die neue Platte, die es wieder mal direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts geschafft hat. Mit etwa sechs Millionen verkauften Tonträgern, darunter zeitlose Hochzeits-Hits wie „Das Beste“ oder „Ja“, gehören Silbermond zu den erfolgreichsten deutschen Bands, deren fester Fanstamm ihnen seit über 20 Jahren treu zur Seite steht. Im Mai diesen Jahres haben die Bautzener mit „Mein Osten“ einen ihrer stärksten Songs herausgebracht, in dem sie sich mit ihrer Herkunft und dem dort herrschenden starken Rechtsdruck auseinandersetzen. Während nicht nur in Deutschland sondern irgendwie auf der ganzen Welt gerade ein Problem das andere jagt, ein gesellschaftliches Auseinanderdriften und eine Hinwendung zu extremen politischen Haltungen zu beobachten sind, ­appellieren ­Silbermond auf „Schritte“ stärker denn je an die Liebe und ein friedliches Miteinander; daran, zu schätzen zu wissen, was man hat und was Freiheit eigentlich bedeutet. Frontfrau Steffi hat sich zwischen Tourvorbereitungen und Familienausflügen Zeit genommen, um mit uns über die neue Platte und ihre anhaltende Erfolgsgeschichte zu quatschen.
„Schritte“ ist ein sehr persönliches und politisches Album. Wie schwer fällt bei so privaten Songs der Schreibprozess?
Schwer fallen einem Dinge, die man selbst direkt erlebt oder die man selbst fühlt, eigentlich nicht. Das sind ja deine direkten Erlebnisse und eigentlich fällt einem das Schreiben darüber dann am leichtesten. Die Entscheidung, das mit den Leuten zu teilen, ist dann das Schwierigere – ob man sich so öffnen will oder nicht. Ich bin jemand, der an der Stelle denkt, dass es so viele Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben und die uns ihre Geschichten schreiben, wie sie was erlebt haben. Das ist für mich immer eine totale Bereicherung.

In „Was Freiheit ist“ und „Ich träum ja nur (Hippies)“ philosophiert ihr über ein freies Leben. Von was fühlt ihr euch im Alltag eingeschränkt?
Wir haben beim Schreiben des Songs festgestellt, dass wenn wir über Freiheit nachdenken und darüber, was für uns Freiheit ist, wir ganz schnell in so einen Luxusbereich kommen. Wir leben in einer Demokratie, wir können reisen, wohin wir wollen; wir können lieben, wen wir wollen; wir können glauben, was wir wollen – das ist doch die größte Freiheit, die man haben kann. Wenn einige andere Menschen über Freiheit nachdenken, geht es manchmal um Leben und Tod. Deswegen bin ich an so einem Punkt, wo ich sehr sehr dankbar bin. Ich wäre allerdings manchmal gerne etwas freier in meinen Gedanken. Ich merke, dass auch ich manchmal schnell zu voreingenommen bin, deswegen wünsche ich mir für mich persönlich, dass ich einfach freier an Dinge herangehen kann.
Ihr seid ja alle in der DDR aufgewachsen. Müsst ihr deswegen manchmal mit Vorurteilen kämpfen? Der Osten wird ja gerne komplett in einen Topf geworfen ...
Ich glaube, das ist halt jetzt gerade wieder ein sehr aktuelles Thema, zum Beispiel der Mauerfall. Man schaut zurück, zieht Bilanz. Da nimmt man natürlich auch gerne Bands aus dem Osten, die man befragt, was für Erinnerungen sie haben. Dazu kommt natürlich noch die allgemeine Entwicklung in den letzten Monaten, die aber auch nicht nur im Osten oder in Deutschland bemerkbar ist. Auf der ganzen Welt findet ein Rechtsdruck statt und da muss man einfach extrem aufpassen, dass man sich nicht in die falsche Richtung bewegt. Wir fühlen uns nicht in der Lage, uns rechtfertigen zu müssen, aber natürlich haben auch wir zu unserer Heimat eine dolle Verbindung und unsere Meinung, wie sich die Entwicklungen dort so anfühlen.

Warum ist „Mein Osten“ nicht auf dem Album?
„Mein Osten“ ist einfach so ein Lonesome Rider. Wir haben fast zwei Jahre lang daran geschrieben und wollten es einfach raushauen, sobald es fertig ist. Das geht ja heutzutage super schnell, dass man so etwas einfach raushauen kann. Das Lied muss einfach ganz klar für sich selbst stehen, hat eine besondere Message und war von vorneherein nicht ans Album gekoppelt.

Es gibt momentan ja so viele Probleme auf der Welt. Wenn du drei Dinge davon ändern könntest, welche wären das?
Puh, das ist eine sehr schwierige Frage. Ich glaube, wenn man die Welt mit nur drei Dingen retten könnte, dann wäre das wirklich schön. (lacht) Wenn ich mich aber entscheiden müsste, wäre es zum einen Neid. Wenn man zum Beispiel auf Instagram immer auf die anderen guckt, sich vergleicht, wer ist toller, wer macht mehr Urlaub und so weiter – wenn es Neid nicht geben würde, dann würden wir zufriedener sein. Als zweite Sache ist unser Miteinander besonders wichtig; wie wir miteinander umgehen, vor allem wenn es mal schwierig wird. Da gibt es so einen Spruch: „In guten Zeiten Händchen halten kann jeder, aber nicht loslassen, wenn es mal schwierig wird – das ist das, worauf es ankommt“. Es wäre echt cool, wenn wir das hinkriegen würden. Und als drittes brauchen wir mehr Liebe.

„Wenn es Neid nicht geben würde, dann würden wir zufriedener sein“

Im April 2018 bist du Mutter geworden. Wie hat sich dieses Ereignis auf dein Leben ausgewirkt?
Zum einen ist natürlich ein wahnsinniges, aber positives Chaos ausgebrochen. Es hat ein paar Monate gedauert, um sich wieder zu ordnen und auf die Füße zu kommen. Auf der anderen Seite hat es sich sehr schön entwickelt, dass ich jetzt immer nur eine bestimmte Zeit im Studio bin und halt ab einer bestimmten Zeit wieder gehen muss und so haben wir gelernt, wie gut es ist, sich zu fokussieren und in einer begrenzten Zeit was zu schaffen. So waren wir teilweise produktiver, als wenn wir viel Zeit hatten. Klar wirkt sich das auch kreativ aus. Für mich haben sich einige Blickwinkel geändert, einige Themen sind mir jetzt wichtiger als früher oder ich habe einen neuen Blick auf Dinge. Das finde ich sehr bereichernd.

Mit Hits wie „Symphonie“ und „Das Beste“ seid ihr groß geworden. Macht es euch immer noch Spaß, Songs wie diese live zu spielen?
Tatsächlich nutzen sie sich nicht ab. Zum einen spielen wir die Songs immer ein bisschen anders und zum anderen sind Songs wie „Symphonie“ auch irgendwie zeitlos. Über all die Jahre und mit all den Leuten im Publikum, die darauf reagieren und ihre Geschichten mit zu den Konzerten bringen, sind die Songs immer wieder noch auf eine gewisse Art und Weise unfertig. Musik ist nicht fertig, nur weil sie auf einer Platte ist. Ein Song entwickelt sich immer weiter, mit den Leuten, auf jedem Konzert. Für mich persönlich wird’s nicht langweilig.
KF Silbermond Pressefoto 2 Jens Koch art

„Musik ist nicht fertig, nur weil sie auf einer Platte ist. Ein Song entwickelt sich mit den Leuten auf jedem Konzert weiter“

Wie fühlt es sich an, in den Startlöchern einer Tour zu stehen und die neuen Songs das erste Mal zu spielen?
Man denkt ja vielleicht bei so einer Band wie uns, die jetzt ihre sechste Platte rausgebracht hat, dass es bestimmt gar nix Besonderes mehr ist. Fakt ist aber, dass es jedes Mal wieder so ist, wie wenn man sich jedes Jahr aufs Neue über den ersten Schnee freut, wenn er denn kommt. Immer wieder steht man am Fenster und denkt, guck mal, da sind die Schneeflocken. (lacht) So ungefähr fühlt es sich an, wenn man ungefähr zweieinhalb Jahre an einem Album gearbeitet hat. Besonders die letzten Meter waren noch einmal besonders heavy, weil wir wirklich noch einmal alles geben, total ins Detail gehen und gucken, wie es noch besser oder noch emotionaler geht. Es ist, nachdem die Platte endlich draußen ist, so schön, sofort dieses Feedback von den Fans zu bekommen – dass die Songs bei ihnen einen guten Platz haben, dass auch langjährige Fans immer noch da sind und auch neue dazu kommen. Das fühlt sich immer noch wahnsinnig neu an. Wir waren jetzt schon im Proberaum und es fühlt sich echt gut an, die neuen Songs zu spielen. Wir freuen uns auch echt, dass wir wieder in Braunschweig sind und die Setlist wird wirklich ein Knaller – das sag ich jetzt einfach mal so frech, aber es ist wirklich so. (lacht)

Eure Songs sind mit der Zeit immer politischer geworden. Woran liegt das?
Ich glaube nicht, dass wir eine politische Band sind, aber die Themen sind dringender geworden. Es sind Themen, an denen wir alle nicht mehr vorbei kommen. Spätestens seit Fridays for Future oder der Entwicklung dieser einen Partei, über die man sich ja viel streiten kann, beschäftigen uns solche Themen ja alle und wir machen uns Sorgen. Ich glaube, wir waren schon immer eine sehr reflektierte Band. Wir gucken, was um uns herum passiert und haben viel wahrgenommen. Wir hatten schon immer eine Meinung, haben schon immer Haltung gezeigt und jetzt haben wir es zum ersten Mal für uns geschafft, das auch in Songs zu tun. Für uns hat sich daher hinsichtlich unserer Perspektive auf die Dinge nicht viel geändert, außer dass wir in uns spüren, dass es uns noch viel, viel mehr bewegt.

Ihr spielt regelmäßig Konzerte in Braunschweig und eure Konzertagentur undercover sitzt hier. Was verbindet ihr noch mit der Stadt?
Genau, undercover sitzt ja in Braunschweig, deswegen haben wir auch ein paar Braunschweiger Leute in unserer Crew. Aus diesem Grund haben wir immer einen ganz besonderen Bezug dazu. Die Oker kennen wir natürlich und wir waren schon im Stadion und haben uns die Eintracht angeguckt – das war der Knaller! Allgemein trinken wir immer gerne regionales Bier und Wolters haben wir immer sehr gerne getrunken. Braunschweig ist auch als Tourstadt und als Konzerttag immer was Besonderes. Wir freuen uns sehr auf euch.

Interview Louisa Ferch
Fotos Jens Koch

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