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Aus dem Münsterland kommen sie und Garagenpop spielen sie –
die Band Soeckers hat Ende September ihr Debütalbum „Kopfkarussell“
auf den Markt gebracht und lädt euch zum Einsteigen ein.
KF Soeckers Quer Foto Luis Engels art
Unweit der niederländischen Grenze, wo sich Fuchs und Hase „gute Nacht“ sagen, ruht das kleine Städtchen Münster. Doch lasst euch nicht vom ländlichen Schein der ruhigen City täuschen, denn die Band Soeckers findet hier ihren Ursprung. Durch den gleichen Musikgeschmack haben sich ihre Wege vor nicht allzu langer Zeit gekreuzt. Zum Glück, sonst würde es nun nach über zwei Jahren, mehr als hundert Konzerten und einigen Schnapsflaschen kein Album geben. Da sie zu Beginn ihre Instrumente eher mäßig beherrschten und auf kein Genre festgelegt waren, spielten sie zunächst einfach das, was sie geil fanden: Rougher Sound für den Proberaum, den man jetzt als Garagenpop beschreiben könnte. Aber auch Pop-Rock würde ihre Art zu spielen auf den Punkt bringen. Soeckers‘ Debütalbum „Kopfkarrussel“ hält 13 Songs der vier Münsterländer fest, die endlich mal wieder den klassischen Rockband-Sound zurückbringen. Zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug und manchmal ein bisschen Klavier begleiten die lebendigen und gleichzeitig nachdenklichen Texte. Gedanken, die sich im Kreis drehen, und Fragen, die man so ans Leben stellt, haben wir mit Sänger und Gitarrist Johannes sowie Bassist Julian im Interview zu beantworten versucht. Außerdem gibt’s News zum Album der Münsteraner und ein paar Einblicke in dessen Entstehungsprozess.
Vom Unter-die-Haube-Kommen
Finally! Es ist endlich soweit und das Warten hat ein Ende: Fast drei Jahre haben Soeckers und ihre Fans der Veröffentlichung von „Kopfkarussell“ entgegengefiebert. Obwohl sie bereits 2017 ihren Produzenten Paul Gallister kennenlernten, dauerte es doch bis September dieses Jahres, bis man die Platte fertig in den Händen halten und dem Sounds der vier Boys lauschen konnte.
Die Aufnahme des Albums fand im Frühjahr 2018 statt, als der Wanda-Produzent nach einem einjährigen Aufenthalt aus L.A. zurückkehrte. Gemeinsam gestalteten sie in Wien die LP. „Für vier Wochen haben wir in seinem Studio gepennt. Das war wie im Zeltlager“, witzelt Bassist Julian. Doch nach der Aufnahme war noch lange nicht alles geschafft. „Die Label-Suche war ein einziges Hin und Her, bis wir endlich unter der Haube waren und dann kam Corona und alles hat sich noch weiter verzögert.“
Am 25. September 2020 war es nun endlich soweit: „Kopfkarussell“ holt einen vielleicht vergessenen Klang wieder an die Musik-Oberfläche. Eine Prise eingängiger Refrains zum Mitsingen und gleichmäßige Strukturen werden zusammen mit dem klassischen Rockband-Ensemble aufgetischt. „Dass man diesen Sound auf ein Album bringt und versucht, es leicht und nicht überproduziert klingen zu lassen, das ist etwas Besonderes“, erklärt Sänger Johannes. Die gegensätzliche Liebe zu Rock'n'Roll und klaren Melodien kommt in Soeckers-Songs eindeutig zum Vorschein. Alles auf Deutsch, alles ehrlich. Eine Rock-Pop-Indie-Mischung, die ins Herz trifft.
Gute-Nacht-Geschichten
Allen Soeckers-Fans, die seit Corona nach Live-Musik lechzen, schenkten die vier Garagen-Rocker im April eine kleine Aufmunterung. Zusammen mit 1Live zupften sie per Stream an ihren Gitarren und ließen die Drums scheppern. „Das war auf jeden Fall eine 10 von 10. Auch wenn wir nicht die größten Fans von Streaming-Konzerten sind, war es unendlich schön, mal wieder zusammen zu spielen – und dann auch noch zum ersten Mal akustisch“, freut sich Sänger Johannes. Altbekannte Songs konnten so neu interpretiert werden. Ein Manko: Die Band sendete das Konzert aus einer riesigen, voll bestuhlten Halle, jedoch ohne Publikum. Ein komisches Setting, aber die vier Musiker machten das Beste daraus, um den Zuschauern zu Hause einen kleinen Moment zum Aufatmen und Genießen zu schenken. „Mit einem Publikum nehmen Konzerte eine gewisse Dynamik an, die enorm pusht. Wir haben die Feier-Laune vermisst, wenn der Schweiß von der Decke tropft und man einfach abgeht“, schildern die Tonkünstler.
Typisch Upcoming-Rockstar-Life müssen die beiden Bandkollegen nicht lange überlegen, um eine verrückte Geschichte vom Tourleben aus dem Nähkästchen zu angeln: „Einmal hat sich unsere Schlafmöglichkeit schlafen gelegt, bevor wir da waren. Dann haben wir auf einem Skaterplatz, wo wir noch rumgehangen haben, einen Typen getroffen, der gleich meinte: ,Hey, pennt doch bei mir’“, beginnen Julian und Johannes zu erzählen, „er hat uns dann in seine leere WG gelassen. In seiner Altbauwohnung hing ein Bett von der Decke und beim Klo waren überall Spiegel. Der Typ war letztendlich, glaube ich, Pornobuchautor. Das war eine Nacht mit vielen Ups und Downs.“ 
Hopes and Dreams
Fragt man Musiker nach ihren Träumen für die Zukunft, schwärmen viele von Preisen, der ganz großen Bühne oder internationalen Touren. Klar, wer wünscht sich das nicht? Soeckers sind da allerdings sehr bescheiden. Johannes und Julian stellen sich lieber vor, wie cool es wäre, auf Festivals wie dem Appletree in ihrer Region aufzutreten oder als Supporting Act für eine der bekannteren deutschen Bands zu spielen. Mit Madsen waren sie 2019 schon auf dem Wolters-Hof Open Air und Ende dieses Jahres hätten die vier auch das Eulenglück mit einem Club-Konzert beehrt. „Ich fände es auch unheimlich interessant, im Ausland zu spielen: In einem nicht deutschsprachigen Land zu schauen, wie da die Reaktion auf unsere Musik wäre“, grübelt Julian.
In nächster Zeit freut sich die Band erst mal darauf, wie ihr erstes Album wohl bei den Fans ankommt. Zusätzlich zum Platten-Release haben die vier Boys noch ein Video zu „Sag was du wirklich willst“ gedroppt, welches coolerweise beim gemeinsamen Abstecher auf einer Hochzeit in Griechenland entstand. Und auch wenn es in nächster Zeit wieder kälter und früher dunkler wird, fallen Soeckers nicht in den Winterschlaf.
Ganz im Gegenteil: Es wird fleißig an frischen Liedern getüftelt und neue Musik bleibt uns nicht vorenthalten. Spaßig kündigt Julian an: „Niemand muss damit rechnen, erst mal nichts von uns zu hören.“
Da Konzerte, in der Art wie wir sie kennen, momentan noch nicht wieder möglich sind, hoffen Soeckers auf ein „normaleres“ nächstes Jahr. Was sie sich wünschen: Dass alle kleinen Clubs, Kneipen und Bands – also eigentlich die ganze Kulturszene – die Situation gemeinsam durchstehen. „Viele Branchen leiden und wir bekommen es gerade bei Veranstaltungen mit. Jeder sollte sich das nochmal klarmachen. Zusammenhalten ist jetzt angesagt“, appellieren Julian und Johannes an Kultur-Liebhaber und Konzertgänger. Unsere Empfehlung: Unterstützt doch eure Lieblingsbar und eure Lieblingsband. Am besten den mitreißenden Sound aus dem Hause Soeckers live genießen und dazu ein frisch gezapftes Bierchen schlürfen.
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Text Merle Scholz
Foto Luis Engels

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