Ines Maybaum im Interview |

Der beste und lauteste Musikexport aus Düsseldorf neben den Toten Hosen kommt in die Löwenstadt!
Die Broilers rocken mit ihrem aktuellen Album „(sic!)“ in der VW Halle. Grund genug, um Bassistin Ines mal zu fragen, was sie im Tourbus unbedingt braucht.

21. Dezember | Volkswagen Halle (BS)
undercover.de

Ihr fangt in der nächsten Woche mit eurer Tour an. Wie fühlt es sich an, so kurz vor einer Tour zu stehen?
(lacht) Vorfreudig nervös! Wir sind gerade fleißig am Proben und bereiten uns vor. So langsam steigt auch die Vorfreude.

Was darf beim Touren nicht fehlen?
Generell: gute Laune und Gesundheit. Und wenn wir über physische Dinge reden, dann darf ein gutes Kissen nicht fehlen.

Eure Musik ist extrem energiegeladen – wie kommt man nach einem Konzert wieder runter?
Direkt nach einem Konzert sitzen wir alle zusammen, meistens auf einer Couchecke, die es oft Backstage gibt. Da trinken wir dann die jeweiligen Getränke der Wahl und ruhen uns ein wenig aus und freuen uns über die gute Show.
Nach dem 2014er Album „Noir“ ist „(sic!)“ wieder deutlich punkiger und politischer. Was war dafür der Ausschlag?
Uns war einfach danach. Wir hatten Lust darauf, solche Lieder zu schreiben. Zu den Themen: Es ist einfach in den Jahren seit „Noir“ gesellschaftlich und politisch viel passiert, also wurde es Zeit, den Mund aufzumachen, die Leute aufzurütteln und zum Nachdenken zu bringen.

Warum ist es überhaupt wichtig, heutzutage etwas zu sagen?
Wir müssen einfach aufpassen, dass sich bestimmte Fehler nicht wiederholen. Und gerade in Deutschland ist es jetzt wichtig, den Mund aufzumachen und nicht einfach nur daneben zu stehen. Einfach laut sein! Es sind Zeiten angebrochen, in denen es wichtig ist Meinungen auch entsprechend laut zu vertreten.
Und warum passiert es hauptsächlich bei Indie- oder Alternative-Bands? Wie euch, Kettcar oder der Antilopen Gang …
Ich weiß nicht, ob manche Künstler einfach befürchten, wenn sie politische Themen behandeln, dass sie teilweise auch angreifbar sind. Manche haben vielleicht Angst davor, Plattenkäufern damit vor die Nase zu treten, wenn sie durch konfliktbeladene Themen Diskussionen starten. Ich kann es nicht wirklich beantworten, weil ich von Natur aus nicht so ein Mensch bin. Ich kann das Raushalten und Meinungslose generell nicht nachvollziehen.

Du bist als Frau in einer Männerdomäne unterwegs. Hast du dich daran gewöhnt, oder nimmst du das gar nicht so wahr?
Ich nehme das tatsächlich gar nicht so wahr. Mag auch an der Gewöhnung liegen. Ich kann einfach immer nur von mir sprechen, aber ich sehe in dem Business viele Frauen. Es gibt unglaublich viele Frauen, die hinter den Kulissen arbeiten, gerade in Clubs und Konzerthallen. Die stehen vielleicht nicht im Rampenlicht, aber es gibt sie. Es ist einfach wichtig, gute Leute im Hintergrund zu haben, denn gäbe es sie nicht, dann würden keine Konzerte stattfinden.

Direkt nach einem Konzert sitzen wir alle zusammen, meistens auf einer Couchecke, die es oft Backstage gibt.

Erfüllst du eigentlich eines der gängigen Bassisten-Klischees?
Was sind denn so die Bassisten-Klischees?

Bassisten gelten als cool, lässig, diplomatisch …
Nein, ich glaube nicht! Nee!

Wie kannst du deine Rolle in der Band außerdem beschreiben?
Meine Rolle ist es einfach, Ines zu sein. Manchmal ist es schon so, dass ich versuche, etwas Disziplin in die Band zu bringen. Aber das ist eben nicht meine typische Rolle als Frau, sondern einfach die der Ines.

Gibt es einen typischen Broilers-Sound?
Dreckig!

Sucht ihr für neue Platten nach neuen Sounds?
Ja, das machen wir – vor allem mit dem eigenen Instrument. Da wird dann mit Spieltechniken oder Läufen gespielt. Für mich ist es so, dass ich viel ausprobiere und an den Knöpfen drehe. Dann höre ich mir das an und entweder es gefällt mir oder eben nicht. Das haben wir bei jedem Album so gemacht.

KF 2Broilers 2017 2 credit Robert Eikelpoth Art

Du hast eine Weile einen sandberg-Bass gespielt und hast damit schon eine Verbindung zu Braunschweig. Ist dir von eurem letzten Besuch noch etwas in Erinnerung geblieben?
Klar, ich kann mich daran erinnern, dass der Chef von sandberg unser Konzert gesehen hat. Er hat dann erzählt, dass er total begeistert war und endlich mal wieder in der ersten Reihe pogen und tanzen konnte. Es ist ein Abend und eine Begegnung, an die ich mich gern erinnere.

Was wünscht du dir für die anstehende Tour?
Ich hoffe, viele Leute auf unseren Konzerten zu sehen und dass alle nach den Konzerten mit einem großen Grinsen nach Hause gehen, mit kaputten Schuhen und müden Beinen, weil viel getanzt wurde.
Wenn du für Donald Trump ein Mixtape machen solltest. Welches wäre der erste Song?
(überlegt) Oje, das ist immer der schwerste Song. Das erste was mir in den Sinn kommt, obwohl das nicht zu Trump passt, ist „Dear Mr. President“ von P!nk. Es ist zwar nicht für ihn geschrieben … aber, ja doch, der Song passt! Mal eine andere Frage, gibt es eigentlich von Musikern aktuell gute Lieder gegen Trump?
(beide überlegen)

Doch – da war zum Beispiel Eminem mit „Campaign Speech“!
Aber sonst ist nicht so viel durch die Medien gegangen.

Und welcher Song wäre es bei Angela Merkel?
Da würde ich mit „Nur ein Land“ von uns anfangen.

Broilers: Ihr da oben

Text: Kathleen Kalle
Fotos: Robert Eikelpoth

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