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Kizuki

29. Juni
Hand in Hand -
Gemeinsam für Kids (WOB)


Der Braunschweiger Rapper Kizuki veröffentlicht am 15. März
seine neue EP „Vergessene Kinder“
Düstere Texte, traurige Piano-Klänge – bei Kizuki wird es ernst. Der 27-Jährige Braunschweiger Rapper beschäftigt sich mit den Problemen von Kindern und Jugendlichen in unserer heutigen Gesellschaft. Auf seiner neuen EP „Vergessene Kinder“ spricht Kizuki Themen wie Suizid, Depressionen oder Mobbing an – Themen, die seiner Meinung nach sonst zu wenig diskutiert und behandelt werden. Seine Lyrics versprechen krasse Zeilen und straighte Ansichten; Kizukis Musik ist schwere Kost, die etwas Zeit zum Verdauen braucht. Die erste Single „Empathie“ featuring Deeooh erscheint gemeinsam mit der EP am 15. März, die zweite Single „Gleichgewicht“ folgt am 1. April – die gesamte EP und weitere Songs können beim „Hand in Hand – Gemeinsam für Kids 2019“ am 29. Juni live erlebt werden. Wir haben Kizuki zum Interview getroffen und uns einen Vorgeschmack auf das Werk geben lassen, über musikalische Idole und aktuellen Hip-Hop gesprochen.
kizuki art
Was bedeutet für dich Hip-Hop und wie bist du mit Rap in Berührung gekommen?
Hip-Hop ist für mich eine Kultur mit verschiedenen Elementen wie DJing, Breakdance, Graffiti und Rap. Für mich ist Hip-Hop und insbesondere Rap das Spiegelbild der Gesellschaft, in der jeder seinen Teil beitragen und auf unterschiedlichste Art seine Gefühle ausdrücken kann. Ich mache dies eben in Form von Rap. Mit Rap in Berührung gekommen bin ich schon als Kind, als Eminem gerade durch die Decke ging. 

Deine Texte sind häufig gesellschaftskritisch und ziemlich traurig. Hatte deine Musik schon immer so einen düsteren Charakter? 
Ich verarbeite in meinen Texten überwiegend, das was ich sehe, erlebe und mitbekomme. Ich habe natürlich auch positiv gestimmte Songs, aber die mit düsterem Charakter sind schon deutlich mehr. Das liegt denke ich daran, dass die negativen Erlebnisse mich privat mehr beschäftigen als die positiven.

Warum ist es dir wichtig, über ernste Themen zu rappen? Zieht einen das nicht auch irgendwie runter?
Mir ist es wichtig über ernste Themen zu rappen, weil eben genau das für mich Hip-Hop ist. Natürlich hat unterhaltsamer Rap auch seine Daseinsberechtigung, da Hip-Hop sehr vielfältig ist. Ich persönlich will aber niemanden unterhalten, sondern meine Gefühle zum Ausdruck bringen und anderen Leuten vielleicht die Augen öffnen oder zumindest zum Nachdenken anregen. Es würde mich viel mehr runterziehen, wenn mich Dinge beschäftigen und ich diese nicht in meinen Texten verarbeiten würde. Ich lasse quasi durch Rap Druck raus – so wie es vielleicht andere beim Sport machen.
Am 1. April veröffentlichst du die zweite Single der EP „Gleichgewicht“. Der Song erinnert mich ein bisschen an Bushidos „Janine“ – inhaltlich, aber auch stilistisch. Hat dich die Musik von Rappern wie Bushido in deiner Jugend beeinflusst? 
Ich kenne tatsächlich das Lied „Janine" von Bushido und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich kein Bushido-Fan in jungem Alter war. Wahrscheinlich war jeder, der ungefähr in meinem Alter ist und irgendwas mit Deutschrap zu tun hatte, auch Bushido-Fan. Er hat quasi die Türen für Gangster-Rap in Deutschland geöffnet. Man kann von ihm halten, was man will, aber man kann ihm nicht absprechen, dass er für die Art, wie Deutschrap heute stattfindet, eine entscheidende Rolle gespielt hat. Meine Jugendidole waren aber eher amerikanischer Rapper, wie beispielsweise Nas, 2Pac, Mobb Deep, Krs One, N.W.A, The Game oder Eminem. Dazu kommen aber auch Einflüsse aus allen möglichen Genres. Ich hörte beispielsweise auch viel Slipknot, Limp Bizkit, Korn, Linkin Park, Bob Marley, The Beatles, Nirvana, auch wenn man es nicht unbedingt aus meiner Musik raushört.  Aber ich will niemanden kopieren, sondern mein eigenes Ding machen. Man braucht niemanden doppelt, auch wenn es in Deutschland gefühlt 100 Bushidos gibt.

Der Titel „Vergessene Kinder“ zieht sich wie ein roter Faden durch die EP. Wen willst du damit erreichen? Vor allem Kids und Jugendliche?
In erster Linie geht es mir darum, jeden zu erreichen, der von den angesprochenen Themen betroffen ist, unabhängig vom Alter. Wenn ein erwachsener Mann an Depressionen leidet oder gemobbt wird, dann kann er sich selbstverständlich auch meinen Songs wiederfinden. Die EP soll denjenigen eine Stimme geben, denen sonst keiner zuhört. Depressionen oder andere psychische Erkrankungen sowie Mobbing werden einfach in unserer Gesellschaft kaum thematisiert oder sogar verharmlost. Es ist erschreckend, wie viele Kinder und Jugendliche von solchen Dingen betroffen sind, weshalb es mir so wichtig ist, das zu thematisieren, damit diese Kids nicht mehr die „Vergessenen Kinder“ sind. Ich möchte, dass sich die Kids mit meiner Musik identifizieren können und sagen „Hey, da ist endlich mal jemand, der spricht aus was wir denken und fühlen“.
Zeilen wie „Manche hassen sich und wünschen sich den Tod“ sind ziemlich krass. Woher kommen diese negativen Gefühle? Beziehst du dich damit auf das Weltgeschehen oder eher die Probleme, die direkt vor der eigenen Haustür stattfinden?
Ich habe viele Songs, die sich auf das Weltgeschehen beziehen – die EP „Vergessene Kinder" thematisiert aber wirklich eher Probleme, die vor unserer Haustür stattfinden. In den Schulen, auf den Spielplätzen und den Cliquen, in denen sich die Kinder bewegen. Und natürlich sind solche Zeilen krass, aber sie sind nun mal Realität. Und so nimmt dies auch Einfluss auf meine Musik.

Wie beurteilst du den aktuellen Charts-Rap, die überwiegend aus Trap- und Cloudrap besteht?
Ich finde Trap hat seine Daseinsberechtigung und es ist für Hip-Hop natürlich gut, zu keiner Randgruppe mehr zu gehören, sondern kommerziell erfolgreich zu sein. Was mich aber massiv stört ist, dass sich die meisten Lieder irgendwie gleich anhören und keine wirklichen Werte mehr vermitteln. Darüber zu rappen, wie viele Artikel man von Gucci besitzt und wie viele Autos in der Garage stehen oder wie viele Drogen man nimmt ist für mich Blödsinn. Hip-Hop ist in Deutschland endlich soweit gekommen, dass wirklich jeder es mitbekommt und jetzt, wo alle Augen auf Deutschrap gerichtet sind vermitteln die wenigsten Rapper noch Werte? Das versteh ich nicht und macht mich traurig. Aber der wirklich reale Vorzeige-Hip-Hop ist ja nicht der, der in den Charts stattfindet. Zum Glück gibt es noch viele andere Rapper in Deutschland, die wirklich gut sind und auch positive Werte vermitteln. Wenn es beispielsweise ein Rapper wie Kontra K schafft, kommerziell was zu reißen und sogar jemanden wie meinen Vater dazu bringt Deutschrap zu hören, obwohl er dazu eigentlich immer eher eine Anti-Haltung hatte, dann ist das etwas Positives.
Wie viel Zeit investierst du in deine Musik und wie ambitioniert gehst du an die Sache heran? Willst du groß rauskommen?
Ich investiere fast meine ganze Freizeit in Musik. Manchmal geht ein Song sehr schnell, manchmal dauert es länger. Es gab Songs, an denen ich ein paar Wochen arbeitete und manche schreib ich in wenigen Stunden. Das ist immer ganz unterschiedlich. Ich arbeite mit meinem Produzenten Vemano zusammen und wir sind schon ein sehr eingespieltes Team, sodass alleine der Aufnahme-Prozess ziemlich schnell geht. Und das Mixen und Mastern übernimmt er dann. Ob ich groß rauskommen will ist eine interessante Frage, die ich so pauschal nicht beantworten kann. Wenn ich die Möglichkeit hätte, groß rauszukommen, würde ich es auf jeden Fall wahrnehmen – das ist klar. Aber ich versuche nicht um jeden Preis alles dafür zu tun, weil ich sonst wahrscheinlich ganz andere Musik machen und vielleicht auch auf den Trap-Zug mitaufspringen würde.

Was ist für die Zukunft noch geplant – ein Album? Auftritte?
Am 15. März kommt meine neue EP „Vergessene Kinder“ raus. Den Rest des Jahres konzentriere ich mich eher auf Singles, als auf Alben. Das lohnt sich in der heutigen Zeit mehr. Am 29. Juni trete ich auf dem „Hand in Hand – Gemeinsam für Kids 2019" in Wolfsburg auf, wo unter anderem auch Fabian Riaz und andere Künstler auftreten werden. Ansonsten wird es dieses Jahr noch ein paar Gigs geben, aber die Termine dazu stehen noch nicht fest. Musikalisch wird noch vieles kommen, zum Beispiel wieder was mit meinen Back-Up-MC Piano, mit dem ich bereits im September eine EP gemacht habe. Außerdem stehe ich unterstützend Lolita, einer meines Erachtens nach sehr talentierten Newcomerin, zur Seite. Wir machen ein paar Songs zusammen. Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt. Wenn man mir auf Facebook oder Instagram folgt bekommt man schon alles mit.

In den Song Hxxnah Bxker kann auf YouTube schon mal reingehört werden.

Interview Louisa Ferch
Foto Alexander Scholz

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