Internat. Drummermeeting

5. bis 7. Oktober |
Kulturscheune (SZ-Lebenstedt)

Das Internationale Drummer Meeting hat zum 30-jährigen Jubiläum
hochkarätige Schlagzeuger nach Salzgitter-Lebenstedt geladen.
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Seien wir doch mal ehrlich: Auf einem Konzert wecken oft der Sänger oder Leadgitarrist die Neugierde eines Betrachters. Sie stehen meist im eindrucksvollen Rampenlicht, sind näher am Publikum und wirken dadurch irgendwie greifbarer. Dabei sitzt das Bandmitglied, das den entscheidenden Takt vorgibt, in der hinteren Reihe – der Schlagzeuger. Einer dieser Drummer kam 1988 zu der Erkenntnis, dass im europäischen Raum, aber auch auf internationaler Ebene ein Netzwerk für jegliche Form von Percussion fehlt. Ralli Lewitzki (Foto unten rechts), ehemaliger Schlagzeuglehrer und Drummer der Braunschweiger Kultband FEE, entwickelte schon Mitte der Achtzigerjahre die Idee zu einem regelmäßigen Meeting. Der Meilenstein wurde gelegt, nachdem er den früheren Janis-Joplin-Drummer Joe Di Carlo und andere Schlagzeuger aus Spanien für sein musikalisches Vorhaben gewinnen konnte. Inzwischen ist es zu einer international bekannten Veranstaltung herangereift.
Masterclasses
Einmal jährlich trifft sich die internationale Drummer-Elite von Freitag bis Sonntag in Salzgitter-Lebenstedt, um gemeinsam zu trommeln und tiefgründiges Wissen an Interessierte weiterzugeben. Im Rahmen sogenannter „Masterclasses“ stehen Theorie und Praxis gleichermaßen auf dem Programm: Die Dozenten geben ausführliche Einblicke in ihre Arbeit, spielen alleine oder in Begleitung eines Basses eigene Stücke oder weltbekannte Hits und spornen die Anwesenden zur Partizipation an. Da werden wir neugierig: Welche Kriterien sind bei der Suche nach Dozenten ausschlaggebend? „Wir fragen nicht nach dem Studienabschluss“, erzählt der damalige Initiator Lewitzki, „eine größere Rolle spielt, welchen gefühlten Platz sich der in Frage kommende ‚Rhythmusknecht‘ in der Weltrangliste der Schlagzeuger erspielt hat.“ Einen gebührenden Abschluss gibt es an jedem einzelnen der drei Abende – Freitag und Samstag schließt das Internationale Drummer Meeting mit einem Konzert der teilnehmenden Dozenten, am Sonntag sogar gemeinsam mit den Teilnehmern.

1988 bis 2018
In den letzten drei Jahrzehnten ist so einiges in der Weltgeschichte passiert. Da stellt sich die Frage: Wie hat sich das internationale Event seit den Anfangsjahren entwickelt? Lewitzki klärt auf: „In den ersten Jahren haben wir mit Kollegen gearbeitet, die in Deutschland ansässig waren. Ein befreundeter Musiker stellte dann die Weichen für Kontakte mit internationalen Stars: Mit Pete York, dem ehemaligen Spencer-Davis-Drummer, gelang schon kurze Zeit nach dem ersten Drummer Meeting der Durchbruch. Über York bekamen wir die Kontakte nach England – und Bernard ‚Pretty‘ Purdie, der Drummer von Aretha Franklin, vernetzte uns in die USA.“ Seitdem hat die Zusammenkunft der schlagzeugspielenden Künstler so einige prominente Drummer nach Salzgitter-Lebenstedt geholt.
In die Hall of Fame des Salzgitterschen Drummer Meetings reihen sich unter anderem Gregg Bissonette (Toto, Ringo Starrs All Starr-Band), David Garibaldi (Tower of Power), Mark Schulman (Cher, P!nk), Gerry Brown (Stevie Wonder), Chester Thompson (Genesis), Will Calhoun (Living Colour), Ricky Lawson (Steely Dan, Michael Jackson) und viele mehr ein.

Diesjährige Dozenten
Zum 30. Jubiläum wird erneut ein beachtliches Drummer-Aufgebot aufgefahren: Zacky Tsoukas, Bo Borgmann, Werner Schmitt, Dirk Brand, Adam Marko, Dirk Erchinger, Pitti Hecht und Lui Ludwig sind Teil des diesjährigen Dozententeams. Als internationale Gäste sind zudem der Amerikaner JP Bouvet und der Brite Derrick McKenzie geladen. Wir hatten das große Glück, fünf von ihnen – Zacky Tsoukas, Adam Marko, Pitti Hecht, Lui Ludwig und JP Bouvet – im Vorfeld zu sprechen. Eine Frage, die uns brennend auf der Zunge lag, war, wie sich die grandiosen Musiker auf das Drummer-Spektakel vorbereiten und was sie bei den anschließenden Abendveranstaltungen spielen werden. Der gebürtige Grieche Zacky Tsoukas schildert uns seine Pläne: „Ich habe verschiedene Inhalte für den Unterricht ausgearbeitet, die ich natürlich für mich probe. Bei dem Konzert wird es eine bunte Mischung aus meinen Tätigkeitsfeldern geben, von Funk bis Hardrock ist alles dabei.“ Inhalte sind ein gutes Stichwort: Was möchten die Drummer den Teilnehmern der Masterclasses weitergeben? Adam Marko hat 2016 zum ersten Mal am Drummer Meeting teilgenommen. Er erklärt uns, dass er den Teilnehmern verschiedene Groove-Konzepte und rhythmische Abfolgen beibringen möchte. „Aber das Wichtigste, was man lernen muss, ist, wie man der Musik mit Schlagzeug dient und sie begleitet, also wie man zuerst ein guter Musiker und danach erst ein guter Schlagzeuger wird“, führt er aus.

„Drummer sind geboren, damit Leadgitarristen auch Helden haben“

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Talent, Fleiß und Glück
Aller Anfang ist schwer. Laut der Einschätzung von Initiator Lewitzki ist Schlagzeug spielen zu 40 Prozent Talent und zu 60 Prozent Fleiß. Da haken wir noch mal genauer nach: Wie sind die geladenen Dozenten Drummer geworden? Der international Solo auftretende Pitti Hecht ist auf dem Meeting in Salzgitter seit mehreren Jahren gern gesehen. Ein winziger Einblick in seinen Lebensweg verrät, dass ihn seine Passion weiterhin mit Glück erfüllt: „Seit meinem 13. Lebensjahr bin ich Perkussionist und Schlagzeuger. Nach mehr als 7 000 Konzerten mit über 400 verschiedenen Bands in über 40 Ländern bin ich nach wie vor jeden Tag glücklich und freue mich auf den nächsten Auftritt oder das nächste Seminar.“ Auch Lui Ludwig hat sich in der Schlagzeuger-Szene einen Namen gemacht. Er stimmt mit Hechts Aussage überein: „Vom ersten Tag an, an dem ich das Schlagzeugspiel zu meinem Beruf machen konnte, bin ich glücklich geblieben.“

Ehre, wem Ehre gebührt
Einer der beiden internationalen Gäste, der Amerikaner JP Bouvet, nimmt zum ersten Mal am Salzgitteraner Internationalen Drummer Meeting teil. Auf unsere Frage, worauf er sich beim Gedanken an das anstehende Fest am meisten freue, antwortet er, dass er sehr dankbar für die Chance sei, vor einem neuen Kreis voller wertschätzender Personen Musik zu machen. Bouvet erklärt ferner: „Nicht viele dürfen Drum Soli vor Menschen spielen, die sich dafür wirklich begeistern können. Das ist eine seltene Gelegenheit, die ich sehr zu schätzen weiß.“ Auch Adam Marko ist voller Vorfreude auf das baldige Treffen der Schlagzeugspieler. Wir baten ihn um Auskunft, mit welchem der geladenen Dozenten er sich einen ausgiebigeren Plausch erhofft. „Ich freue mich darauf, alle wiederzusehen. Für mich ist es inzwischen wie ein Familientreffen“, sagt Marko.
Die Begeisterung für das nahende Event steht auch Zacky Tsoukas ins Gesicht geschrieben. Wir fragten ihn abschließend unverblümt: Gibt es etwas, was Sie noch unbedingt loswerden möchten, Herr Tsoukas? „An dieser Stelle möchte ich mal ein dickes Danke an Ralli und sein Team aussprechen. Was da so alles hinter den Kulissen passiert, vorbereitet und umgebaut wird, ist echt der Wahnsinn. Trotzdem ist es immer entspannt und lustig. Davor ziehe ich den Hut!“
Dutzende Witze schmälern Schlagzeuger definitiv zu Unrecht und das, obwohl sie mindestens genauso ehrwürdig sind wie Gitarristen oder Sänger. „Drummer sind geboren, damit Leadgitarristen auch Helden haben“, gibt uns Lewitzki unmissverständlich zu verstehen. Eine Aussage, von der wir uns auf den Konzerten des Internationalen Drummer Meetings selbst überzeugen möchten.

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Text Viktoria Knapek
Fotos R. Karliczek, Rüdiger Knuth, Dimi Tsoukas, JP Bouvet

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