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Eskalieren mit CHEFBOSS

Die Hamburger Abrissbirnen Alice und Maike kommen im November nach Braunschweig und werden die Eule zu Mosaik zerlegen bis ihr Blitze aus Gold seht.
Wir haben mit den Boss-Ladies über ihr schallerndes neues Album und die Dancehall-Kultur gequatscht.

10. November | Eulenglück (BS) | tickets.undercover.de

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Hallo ihr beiden, wir haben zuletzt mit euch gesprochen, als ihr letztes Jahr zum Festival Theaterformen in Braunschweig wart. Wie war das Jahr für euch?
Maike Mega, total intensiv! Wir waren viel unterwegs und haben auch ein Album rausgebracht.
Alice Wir haben so viel erlebt, es war alles ein krasses, durchgängiges Traumwandelding.

Wie war euer Eindruck von Braunschweig?
Maike Für mich war Braunschweig schon immer eine Tanzstadt: Da fand doch früher das Battle of the Year statt, da war ich auch schon mal. Und letztes Jahr im Park, das war einfach total schön.
Alice Ja genau, mit dem kleinen Fluss im Grünen, schön und irgendwie muckelig! Und die Leute waren voll geil dabei, haben richtig nice gefeiert. Wir freuen uns auf jeden Fall, wieder hinzukommen!
Als ihr mit „Blitzlichtgewitter“ rauskamt, wart ihr in Deutschland fast die einzigen Dancehall-Powerfrauen. Wie seht ihr das heute?
Alice Es gibt da schon einige Leute, die aktuell durchstarten: Ace Tee oder Haiyti aus Hamburg zum Beispiel. Also die gab‘s ja schon immer aber jetzt kommen sie einfach mehr an die Oberfläche. Das finden wir natürlich derbe geil, weiter so!
„Blitze aus Gold“ ist wieder ein reines Abriss-Album. Hört ihr privat auch mal ruhigere Songs?
Alice Ja, klar. Aber guck mal, das ist unser erstes Album, nach einer EP, die so geschallert hat, wir mussten für uns selber erstmal austesten: wie klingt Chefboss überhaupt auf Albumlänge? Das Gefühl in der Entstehungszeit war einfach so. Nach der EP haben wir gleich schon die größten Festivals gespielt und sind auf Wolken gegangen. Aus diesem Mut heraus ist das Album entstanden. Heißt ja nicht, dass man nicht irgendwann auch mal einen ein bisschen langsameren Song machen kann.
Maike „2 Sterne“ oder auch „Blitze aus Gold“ finde ich schon ein bisschen ruhiger.
Alice Stimmt. Dass wir aber solche Sachen wie Radiohead machen, ich glaube, da kann man noch gut länger drauf warten. Wenn wir mal alles abgefrühstückt haben, wer weiß, vielleicht kommt dann noch die Emofrisur dazu. (lacht)
Maike Unsere Musik soll vor allem das Tanzgefühl aufleben lassen und meist ist das bei uns auch privat eben eher ein bisschen Geschaller.

Die Dancehall-Kultur hat einige sexistische Elemente, zu denen man auch das Daggering und Twerking zählen kann. Wie geht ihr damit um?
Maike Daggering machen wir in unseren Videos nicht. Also wenn wir privat Party machen, dann eskaliert das manchmal so, aber es ist nicht unsere Art Kunstform. Unser Tanzstil ist ein ganz eigenes Ding, inspiriert von verschiedenen Stilrichtungen, viel von Dancehall, aber auch viel von Voguing.
Alice Daggering und Twerking sind kein fester Bestandteil unserer Choreo, weil das schwierig ist, da hat jeder ein gespaltenes Verhältnis zu. Es kommt aus einer Kultur, die wir ehrlich gesagt nicht kennen, in der wir nicht aufgewachsen sind. Da ist dann nur ein Stil, den wir übernehmen und dann muss man gucken, inwieweit möchte man das, weil es eben mit einer Weltanschauung zu tun hat, die wir natürlich nicht so teilen. Wir mussten überlegen, wo ziehen wir die Grenze und wo ist es ok, dass man es macht, sozusagen separiert von seinem Ursprung. Das Daggering hat sich für uns so natürlich aussortiert auf Bühnenbasis.
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Eure Texte sind immer einerseits konkret, sodass man sofort ein Gefühl hat, was ihr meint, aber andererseits auch vieldeutig.
Alice Ja, voll! Ich finde es ganz spannend, die Texte so zu belassen, dass sich jeder selber was darunter vorstellen kann, dafür sind Songs ja da. Maike und ich sind ja beide keine Preacher. Wir haben keinen Bock, den Leuten was zu erzählen und zu denken, wir sind die Weisesten. Sondern wir sagen, hey, unsere Erfahrung ist so und so, wir können uns vorstellen, dass voll viele Leute das auch so sehen.

Euer Tourplan ist heftig: Ihr habt fast keinen Tag frei!
Alice Das ist unsere erste eigene Tour, fast drei Wochen am Stück, deswegen sind wir derbe gespannt und aufgeregt.
Maike Ich habe nicht unbedingt Aufregung vor der Bühne, eher so eine Art positives Lampenfieber. Aber bei mir ist es krass, weil ich viel mit dem Körper arbeite. Ich bin auf Tour immer so, dass ich den ganzen Tag schon Kräfte spare und darauf achte, was ich esse, damit abends die Energie richtig da ist. Das ist schon mit Disziplin verbunden, zu gucken, dass man den Körper nicht unnötig auslaugt. Es ist eine Art Sport, wie wenn ein Fußballer jeden Tag ein Spiel hat.
Alice Am Ende werden wir so fertig sein! Wir werden erst mal drei Tage nur durchschlafen und uns massieren lassen. (lacht) Aber wir gehen den Weg sehr, sehr gern, wir machen das alles ja, weil es zwischendrin Spaß macht, diese kleinen Momente zwischendurch sind einfach geil.

Die Braunschweiger, so wie wir sie kennengelernt haben, sind einfach richtig korrekt!

Alice
Ihr seid ja jung, aber wie wart ihr eigentlich als Teenager?
Maike Bei mir ist der größte Bruch passiert, als ich das Tanzen kennengelernt habe, weil ich so einen komplett anderen Menschen in mir entdeckt habe. Das war krass, plötzlich ging irgendwie alles auf, machte Sinn und so viel Spaß! Ich war so unglaublich schüchtern früher, wenn ich mich nur in der Schule gemeldet habe, habe ich schon Herzklopfen bekommen, ganz schlimm. Dann hatte ich irgendwie einfach das Bedürfnis zu tanzen und habe mir einen Tanzkurs gesucht, der mich umgehauen hat. Ich habe wochenlang nur dafür geübt und es war auf einmal mein ganzer Fokus. Über das Tanzen habe ich einen Weg entdeckt, mich auszudrücken, mich zu zeigen und aus mir herauszukommen.
Alice Ich mochte Schule immer ganz gerne, aber spannend war es bei mir vor allem ab 18 und die „vorpubertäre Phase“. Da war ich immer noch draußen unterwegs und habe Unsinn betrieben, wie vor einem Friseurladen Scheiße in der Tüte anzünden und solche Faxen. (lacht) Solche Abenteuer kamen dann erst wieder nach 18.

Ihr habt ein Ritual, das ihr vor jedem Auftritt macht. Wie seid ihr darauf gekommen und wie sieht das aus?
Alice Ja, unser Chefboss-Haka! Das Neuseeländische Rugby-Nationalteam, die All Blacks, machen so einen Maori-Kriegstanz und eine unserer Tänzerinnen ist voll Fan von denen und hat für uns einen eigenen Haka gedichtet und sich Schritte ausgedacht. Wir haben dann irgendwann damit angefangen und jetzt geht keine Show mehr ohne. Er ist auf jeden Fall richtig laut.

Wollt ihr euren Braunschweiger Fans noch etwas sagen?
Alice Wir freuen uns hart auf euch, weil das letzte Mal in Braunschweig war auf jeden Fall geil. Und die Braunschweiger, so wie wir sie kennengelernt haben, sind einfach richtig korrekt! Wir sehen uns bald in der Eule, habt gute Laune und reißt den Club ab!

Interview: Evelyn Waldt
Fotos: Undercover, Robert Wunsch

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