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Royal Republic

18. August / Lamme (BS)

Rollt den Roten Teppich aus: Die fröhlichen Party-Rocker von Royal Republic
beehren Braunschweig zum 20. Lammer Open Air.
Freche Texte, gegelte Haare, makellose Outfits. Adam, Hannes, Jonas und Per, die Schweden von Royal Republic, haben und machen Spaß auf der Bühne. Im August zeigen sie das auch in Braunschweig als Headliner des Lammer Open Air, zu dessen furiosem Line-up die 80er-Tribute-Band Ryffhuntr, die Western-Helden The Twang, die Brit-Popper Mellow 57 und DJ De Bosse gehören. Wir haben mit Royals-Gitarrist Hannes über seine aristokratischen Wurzeln, das Touren in Amerika und eine Nahtoderfahrung gequatscht.
Auf eurem Album „Royal Republic and the Nosebreakers“ von 2014 interpretiert ihr eigene Songs im Country-Stil. Eine der teilnehmenden Bands beim Lammer Open Air sind The Twang, die sich seit 20 Jahren auf „Countryfizierung“ spezialisiert haben. Kennst du sie?
Ich habe von denen tatsächlich noch nicht gehört aber jede Band, die sich „The Twang“ nennt, ist es Wert, ausgecheckt zu werden. Ich werde die mir auf jeden Fall gerne zwischen zwei Bieren anhören.

Man kennt euch für euren Mix aus Rock ‘n‘ Roll und tanzbarer Musik. Welches ist dagegen euer kritischster Song? Warum ist es euch wichtig oder nicht, solche Statements zu machen?
Es gibt da draußen viele Bands mit einer politischen Agenda. Ich glaube, dass es diese Bands braucht, um denen eine Stimme zu geben, die keine eigene haben. Aber das sind nicht wir. Was wir tun, ist das genaue Gegenteil. Wir haben es uns zum Auftrag gemacht, Leute ihre Probleme vergessen zu lassen, wenn auch nur für 90 Minuten. Ich denke, das ist genauso wichtig.
Ihr habt schon mit vielen deutschen Bands gespielt, unter anderem mit den Toten Hosen, den Donots oder Kraftklub. Wie unterscheiden sich deutsche und schwedische Bands?
Wir haben noch gar nicht mit so vielen schwedischen Bands gespielt, deshalb bin ich mir nicht sicher. Was ich sagen kann ist: Deutsche Bands scheinen sich gegenseitig zu supporten und aufeinander zu achten. Sie stärken sich den Rücken und helfen sich auf jede erdenkliche Weise. Das ist ziemlich cool. Ich denke, davon können wir viel lernen.

Letztes Jahr seid ihr zum ersten Mal in eurer Karriere durch Amerika getourt. Welche Erfahrungen habt ihr dabei gemacht, besonders im Vergleich zu Auftritten in Europa?
Nach Amerika zu gehen, bedeutete für uns, noch mal ganz von vorne anzufangen. Gerade, als wir uns an gutes Catering und schicke Umkleiden gewöhnt hatten, mussten wir wieder neu beginnen. Das war ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd. Ich glaube, in Amerika kaufen die Leute konkret ein Konzertticket für ihre Lieblingsband, in vielen Teilen Europas dagegen geht man auf ein Konzert, um eine gute Zeit zu haben. Die Europäer sind eher bereit, zu einer Rockshow zu gehen, weil sie Musik einfach lieben.
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Wie passten eure Erfahrungen zum Song „American Dream“, der auf eurer aktuellen Platte „Weekend Man“ zu hören ist?
Bisher haben wir beides erlebt: Den American Dream und den American Nightmare (lacht). Es ist ein riesiges Land mit so vielen Menschen. Das ist gut und schlecht. Also eigentlich wie überall sonst auch, nur in manchen Situationen eben extremer.

Eure Band feiert dieses Jahr zehntes Jubiläum. An was von deinem eigenen zehnten Geburtstag kannst du dich noch erinnern?
Ich erinnere mich daran, dass meine Eltern mir einen Game Boy geschenkt haben. Sie haben allerdings nicht daran gedacht, mir auch ein dazugehöriges Spiel zu schenken – das war sehr traumatisch (lacht).

Es gibt da draußen viele Bands mit einer politischen Agenda. Ich glaube, dass es diese Bands braucht, um denen eine Stimme zu geben, die keine eigene haben.

Welchen Rat würdest du deinem zehn Jahre jüngeren Ich aus heutiger Sicht für die Entwicklung eurer Band geben?
Nimm dir ab und zu die Zeit, innezuhalten und über die unglaublichen Dinge nachzudenken, die du erlebt und erreicht hast. Wir haben immer nach der nächsten großen Sache gestrebt. Größer, besser, schneller. Das war zwar einer der Faktoren, warum wir so weit gekommen sind, also ist es natürlich auch gut. Aber für die Zukunft habe ich es mir zum Ziel gemacht, ab und zu auf Pause zu drücken und das alles zu genießen.

Welches eurer Festival-Erlebnisse war das bisher verrückteste?
(Überlegt) Wir sind mal fast auf dem Weg zu einem Festival gestorben. Wir sind irgendwo in der Schweiz durch die Berge gefahren, als bergab plötzlich die Bremsen des Tourbusses versagten. Sie waren total hinüber und wir am Ende mehr als glücklich, dass wir an diesem Abend noch die Bühne betreten durften. Ein Hoch auf den fantastischen Busfahrer.

Was macht euch zu einer großartigen Live-Band und wie schafft ihr es, auf der Bühne so energiegeladen zu sein?
Wir nehmen uns selbst nicht so ernst, unsere Musik dagegen schon. Wir gehen immer sicher, dass wir die bestmögliche Show abliefern, haben einfach Spaß auf der Bühne und ich denke, das merkt man als Zuschauer. Außerdem: Wenn wir so energiegeladen rüberkommen, liegt das daran, dass wir außerhalb der Bühne so undynamisch sind (lacht). Es geht darum, die Energie bis zum Auftritt aufzusparen. Wenn wir die Bühne betreten, ist es meistens das erste Mal, dass wir an diesem Tag aufrecht sind. Also stehen.
Das Fotoshooting für euer erstes Album „We are the Royal“ war in Braunschweig mit der Fotografin Nina Stiller. An was erinnert ihr euch noch?
Ich erinnere mich daran, dass wir vier alle ziemlich in Nina verknallt waren. Sie ist einfach wunderbar.

Falls es einige der Leser noch nicht wissen, was bedeutet euer Bandname?
Ich wünschte, ich könnte das erklären. Irgendwas mit Royal und Republic.

Wenn du einen aristokratischen Namen hättest, wie würdest du heißen?
Ich stamme tatsächlich von einem König ab. Wenn du meinen Eintrag bei der Schwedischen Regierung checken willst, da steht immer noch Prinz Hannes von Irengard. Stimmt wirklich.

Hast du dir denn die royale Hochzeit in England angeschaut? Findest du solche dekadenten Feiern noch zeitgemäß?
Ich verstehe es wirklich nicht. Was ist deren Zweck? Nachdem ich das gesagt habe: Ja, ich habe ein bisschen davon geschaut. Und es ist irgendwie unterhaltsam. Auf eine „Ex on the Beach“-Art und Weise (TV-Show von MTV, bei der acht Singles auf einer paradiesischen Insel ausgesetzt werden; Anm. d. Red).
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Wer wird die Fußball WM gewinnen, Deutschland oder Schweden?
Wir wissen alle, dass es nicht Schweden sein wird. Aber danke, dass du so nett bist. Also wird es wohl Deutschland …

Plant ihr demnächst mal ein neues Album?
Ja. Das ist der Plan. „Den som väntar på något gott”, wie wir in Schweden sagen.

Wenn du für dieses Jahr noch einen Wunsch frei hättest …
… wäre das Frieden und Liebe für jeden.

Interview Katharina Holzberger
Fotos Eric Weiss, Jaro Suffner, Diana Muehlberger

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