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Das Lumpenpack

14. September / Hallenbad (WOB)


Am 14. September werden beim Tanzbein schwingen die Lachmuskeln überstrapaziert: Das Lumpenpack kehrt nach über einem Jahr auf eigenen Wunsch ins Hallenbad zurück.
KF Lumpenpack Presse 3 fabian stuertz Art
Die Poetry-Slam-Szene bringt so manch exzellente Künstler hervor. Einige von ihnen werden Comedians und bespaßen die Deutschen. Im Fall der jungen Musiker Max Kennel und Jonas Meyer alias das Lumpenpack nahm die Geschichte einen anderen Lauf: „Wir sind zwei, was man unschwer erkennt. Allein zu nichts nütze und zu zweit eine Band.“ Die beiden erfolgreichen Slammer lernten sich in Mannheim kennen. Erst beschlossen sie, beim Poetry Slam in der Team-Disziplin anzutreten, dann entstanden aus den humorvollen Texten unterhaltsame Songs. Inzwischen touren sie mit ihrem dritten Album „Die Zukunft wird groß“ durch die Bundesrepublik. Das unverwechselbare Markenzeichen der Band auf Konzerten: Ausgiebiges Werfen von Konfetti. Am 14. September tritt das Lumpenpack im Wolfsburger Hallenbad auf. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und einen umfassenden Plausch mit Max gehalten.
Wie entstehen eure Songs?
Alle zwei, drei Monate fahren wir in eher traurige Feriendörfer, zuletzt waren wir vor zwei Monaten im Odenwald. Einfach völlig in die Abgeschiedenheit, wo es kein Internet gibt, weil wir sehr internetaffin sind. Da sind wir also vier Tage abgeschottet von der Zivilisation, kochen gleich am ersten Abend einen großen Topf Bolognese, essen und trinken Bier. Dann schmeißen wir unsere Notizbücher zusammen und schreiben die Nummern. So entstehen Verbindungen, weil wir uns mit ähnlichen Themen auseinandersetzen, nur auf andere Art und Weise.

Seit 2013 habt ihr den „Master of Steilgehn“, wir gratulieren! Was kann die heutige Jugend von euch lernen?
Dankeschön! Wahrscheinlich, dass man was Ordentliches machen sollte, sonst endet man noch so wie wir (lacht) … Nee, vielleicht einen relaxteren Umgang mit den eigenen Fehlern. Sehr viel von dem, was wir tun, lebt davon, dass wir Fehler machen. Diese kaschieren wir dann mehr oder weniger gekonnt, aber wir gehen mit ihnen um und stehen dazu.

Apropos: Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal aus einem ausgespülten alten Senfglas Bier getrunken?
Das ist tatsächlich lange her, weil wir beide große Verfechter vom Bier-aus-der-Flasche-Trinken sind. Aber ich habe einen sehr guten Freund und wenn ich ihn besuche, trinken wir Wein aus alten Senfgläsern. Er sagt immer: „Ich esse so gerne Senf. Was soll ich denn bitte anderes mit den Gläsern machen, als aus ihnen zu trinken?“ Das wiederum passiert gar nicht so selten (lacht).
Euer erstes Album heißt „Steil-Geh-LP“, das zweite „Steil II“ und das aktuelle „Die Zukunft wird groß“. Warum eigentlich?
Euer erstes Album heißt „Steil-Geh-LP“, das zweite „Steil II“ und das aktuelle „Die Zukunft wird groß“. Warum eigentlich?
Eine ausschlaggebende Überlegung war, dass Albumtitel ja immer in Großbuchstaben geschrieben werden. Als letztes Jahr das große scharfe ß eingeführt wurde, waren wir uns beide einig, dass wir den Buchstaben auf jeden Fall im Albumnamen haben möchten. Darüber hinaus war das Titellied schon relativ früh fertig. Unser gewählter Titel ist ein Satz, den man oft zu hören kriegt, aber auch irgendwann hinterfragt, worum es ja auch im Song geht. „Die Zukunft wird groß“ ist eine Prophezeiung unserer Eltern. Irgendwann möchte man wissen, wann diese glorreiche Zeit beginnt.

Wie unterscheidet sich euer erstes Album vom aktuellen?
Der Produktionsprozess hat sich enorm verändert. Die „Steil-Geh-LP“ haben wir mit einem Kumpel in einer Garage aufgenommen. Das ist jetzt unter objektiven Gesichtspunkten einfach nicht gut. Bei „Die Zukunft wird groß“ stand im Grunde fest, dass wir das Album machen, noch bevor alle Lieder fertig waren. Darauf haben wir genau hingearbeitet: Wir haben uns beispielsweise nicht wie damals mal eben vor eine Containerwand gestellt und ein Foto fürs Albumcover gemacht, wir setzen uns inzwischen sehr viel intensiver mit den Prozessen auseinander. Gleichzeitig finde ich, wir sind von den Songs her besser geworden. Also überlegter und erwachsener.

Welchen Wunsch konntet ihr euch bereits erfüllen, seitdem eure dritte Platte rausgekommen ist?
Wir machen seit der Tour mit dem aktuellen Album nur noch Stehkonzerte. Da hatten wir schon etwas Bammel vor, weil wir es zwar gewohnt waren, vor sitzenden Leuten aufzutreten, aber nicht wussten, wie die Leute auf unsere Musik im Stehen reagieren. Mit der CD wollten wir es einfach probieren und wissen, was passiert, wenn wir nicht länger als Comedy-Act, sondern als Band auftreten. Das hat erstaunlicher Weise super gut funktioniert, worüber wir auch überglücklich sind!

„Irgendwann möchte man wissen, wann diese glorreiche Zeit beginnt“

Welches Lied spielt ihr auf Konzerten besonders gerne und warum?
Im aktuellen Album macht uns „Miriam“ am meisten Spaß. Wir haben ein sehr durchmischtes Publikum – von 14 bis 50 ist alles dabei. Es gibt da ein paar Vierzehnjährige, die sich direkt im Song wiedererkennen. Leute, die so alt sind wie wir, lachen mit einem gewissen Abstand darüber. Dann gibt es Eltern, die die Kehrseite von dem Ganzen erleben und teilweise nicht mehr können, weil sie sagen: „Ja, genauso ist es! Es ist so fürchterlich mit diesem Geschrei! Diese Kinder, die sich unnötig wegen nichts aufregen…“ Es ist großartig, diese unterschiedlichen Emotionsausbrüche zu erleben, wenn wir den Song spielen.

Bitte beende folgenden Satz: Ein Leben ohne Konfetti wäre …
Auf jeden Fall deutlich trauriger! Konfetti ist die unbefleckte gute Laune. Es gibt kein Konfetti in schlechten Situationen.

Wie läuft euer Tourleben ab? Ist bei euch Sex, Drugs und Rock’n’Roll angesagt?
Tatsächlich ist das mega der Job. Das ist richtig Arbeit, also teilweise auch unangenehm. Wir waren ja im April 17 Tage auf Tour und sind jetzt ab September wieder unterwegs, das ist schon auch anstrengend. Ich bin überrascht, wenn ich mir andere Bands anschaue, dann frage ich mich, wie die das schaffen, nach jedem Konzert noch ’ne Party zu feiern. Ich glaube, da ist echt viel Mythos dabei. Also zumindest bei der Größe, in der wir uns befinden, sind wir schon noch sehr im Auf- und Abbau involviert. Man kommt um vier bei der Location an, baut auf, hat danach noch zwei Stunden Zeit vorm Konzert zum Runterkommen, spielt, baut ab und ist um halb eins fertig, aber auch erschöpft. Da bleibt Sex, Drugs und Rock’n’Roll eher auf der Strecke.
Wart ihr eigentlich schon mal in Wolfsburg?
Ich glaube, Anfang letzten Jahres haben wir schon mal in Wolfsburg gespielt, auch damals schon im Hallenbad. Das war echt wunderschön, weil diese Location einfach so unbeschreiblich toll ist. Deshalb war das auch ein expliziter Wunsch unsererseits, dass wir dort noch mal spielen.

Last but not least: Tüftelt ihr bereits fleißig am vierten Album?
Es gibt tatsächlich einen Zyklus, den wir versuchen einzuhalten: Neue Alben sind bisher in ungeraden Jahren erschienen. Vielleicht kommt also schon 2019 das nächste Album, möglicherweise aber auch erst 2021. Wir schreiben beide sehr gerne und wissen auch um das Potenzial eines neuen Songs. Es ist immer schöner, einen Song zum fünften als zum fünfzigsten Mal zu spielen. Aber mit dem aktuellen Album haben wir einen großen Schritt gemacht: Wir sind jetzt eine Band und machen keine Comedy mehr. Es geht nicht länger um die Lacher, sondern um die Songs, auch wenn es lustige Lieder sind. Wir wollen nicht, dass unser Publikum nur lacht, sie sollen auch mitsingen, klatschen und tanzen. Wie wir das künftig anstellen wollen, möchten wir vorerst geheim halten.
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Interview Viktoria Knapek
Fotos Fabian Stürtz

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