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Beranger

28. März | Eulenglück (BS)

Das französisch-australische Classic-Grunge-Duo Beranger kommt am
28. März ins Eulenglück.
KF BERANGER c Pascal Buenning art
Bei einer Straßen-Band bestehend aus zwei Personen denkt man erst mal an ruhige Akustikmusik – ein verträumter Mann mit seiner Gitarre und im Hintergrund noch ein barfüßiger Cajon-Trommler. Zwar sind Beranger auch zu zweit und positionieren sich gerne mal auf Berlins Straßen, im Mauerpark oder auch im U-Bahnhof, jedoch klingen sie wie eine ganze Rockband inklusive Orchester. Der australische Drummer Todd sorgt dabei am Schlagzeug für den notwendigen Rums und die rockige Note, während der französische Pianist Beranger mal sanft und virtuos, dann aber auch mal so ordentlich in die Tasten haut, dass fast sein Stage-Piano umfällt. Gleichzeitig singt er mit unglaublich viel Herz ins Mikro und eigentlich weiß man trotz der Zwei-Mann-Besetzung gar nicht, wo man als Erstes hingucken soll. Die Symbiose aus Klassik und populärer Musik, aus zarten Kompositionen und hartem Rock lassen Beranger so stimmig ineinander verschmelzen, wie wir es eigentlich nur von Muse kennen. So vereinten sie auf dem Lollapalooza oder dem Melt-Festival schon Indie-Kids mit headbangenden Rockern, bespielten schon das Kliemannsland und beehren uns am 28. März erfreulicherweise auch im Eulenglück. Die „Heads Go High“-Tour ist die erste Konzertreise des Duos und bevor die Jungs in Berlin die Koffer packen und nach Braunschweig aufbrechen, hat Pianist Beranger Gars noch mit uns geplaudert.
Erzähl doch mal – wie habt ihr euch kennengelernt?
Todd und ich haben uns 2015 an der S-Bahn Brücke am Alexandersplatz in Berlin getroffen. Ich spielte den Song „Slipping Under“, da kam er vorbei und meinte: „Dieser Song braucht wirklich ein paar Drums.“ Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch in einer Band gespielt, aber irgendwie hat das nicht so funktioniert. Ein Jahr später haben wir uns an fast derselben Stelle wiedergetroffen – dieses Mal spielte Todd dort mit einer anderen Band. Ich hoffte, dass sie ihn nicht als Drummer nehmen, damit ich mit ihm zusammen Musikmachen kann. (lacht)

Lebt ihr immer noch in Berlin?
Ja, wir leben beide immer noch hier. Mittlerweile sind wir schon eine ganze Weile in Berlin – ich bin seit etwa neun Jahren da und Todd seit vier Jahren. Ich denke, das Schöne an der Stadt ist die Tatsache, dass Straßenmusiker auf ziemlich freie Weise wachsen und gedeihen können. Wir haben darüber nachgedacht, nach Großbritannien zu ziehen, aber eine Stadt mit einer solchen Kreativität und Lebensweise zu finden, wie es in Berlin der Fall ist, ist schon selten. Berlin ist für uns der perfekte Ort, um als Musiker groß zu werden.

Wo habt ihr in Berlin euren verrücktesten Auftritt gehabt?
Das war in der Warschauer Straße, gleich bei der S-Bahn. Es war Nacht und das Konzert verwandelte sich plötzlich in einen Rave, bei dem Hunderte von Menschen im Takt tanzten und tranken, überall waren zerbrochene Flaschen und ein älterer Mann hätte mein Klavier fast in zwei Hälften zerschmettert. (lacht) Das werde ich nie vergessen.
Ihr kommt aus Frankreich und Australien. Was hast du in Deutschland als „typisch Deutsch“ kennengelernt?
Deutschland hat definitiv einen Sinn für Zivilismus und einen moralischen Imperativ, seinem Nächsten zu helfen – das ist in Frankreich nicht so ausgeprägt. Gleichzeitig ist die Kehrseite davon, dass es weniger Spielraum gibt, um Gesetze zu umgehen – auch wenn sie der Allgemeinheit möglicherweise nicht zu Gute kommen, wie beispielsweise das Verbot von Straßenmusik in bestimmten Bereichen.

Was macht für dich den größten Unterschied zwischen Straßenmusik machen und auf einer großen Bühne vor Publikum zu spielen aus?
Der größte Unterschied ist, glaube ich, die Tatsache, dass die Erwartungen beim Spielen auf der Straße viel niedriger sind. Leute laufen einfach vorbei und du musst versuchen, ihre Aufmerksamkeit genau in diesem kurzen Moment zu gewinnen, wenn du ein Publikum an dich fesseln möchtest. Die gleiche Aufgabe hat man zwar auf der Bühne auch, aber da spielst du meistens erst, wenn die Leute dich und deine Songs schon kennen – so hast du die Crowd eigentlich schon von Anfang an für dich gewonnen. Vor einem Publikum zu spielen, das dich schon kennt, ist im Vergleich eine Leichtigkeit.

Ihr kommt aus zwei völlig unterschiedlichen Musikrichtungen. Hattet ihr trotzdem vorher schon Interesse an dem jeweils anderen Genre?
Lustigerweise haben wir beide einen klassischen Hintergrund. Wir beide haben mit klassischer Musik angefangen und so unsere Techniken erlernt. Davon ausgehend sind wir darüber hinausgewachsen, haben uns freigemacht und nun so unseren eigenen Stil entwickelt. Todd ging mehr in Richtung Metal, während ich am Klavier im Wesentlichen in den Nu Metal ging. Als wir uns trafen waren wir bereit, zu reifen und in diese Genres hineinzuwachsen und so passierte alles irgendwie von alleine. Aus Versehen. (lacht)

Wie würdet ihr euren Sound selbst beschreiben?
Als würden sich Chopin, Bach und Nirvana am Klavier treffen. Klassischer Piano-Grunge.
Warum passen Rock und Klassik so gut zusammen?
In beiden Stilen gibt es ein ähnliches Storytelling und beide nehmen uns mit auf eine melodische Reise. Beide Stile gehen von extremen Tiefen zu dynamischen Höhen und Fortissimos. Beide können unglaublich düster und dunkel sein, sich aber sofort in hybride, fröhliche Stimmungen verwandeln. Das Schwere ist in beiden Musikrichtungen vorhanden.

Welche Crossover-Kombi wäre für euch noch denkbar?
Eigentlich können das alle beliebigen Genres sein, die ausreichend unterschiedlich sind. Heavy Reggae zum Beispiel.

Ihr geht nun auf eure erste große Tour. Wie verlief das Leben on the road bisher?
Es macht unglaublich viel Spaß. Es gibt nichts Besseres als aufzustehen und zu wissen, dass alles, was man heute zu tun hat, Musik machen ist. Wir verbringen die ganze Zeit zusammen – das Gemeinschaftsgefühl ist mittlerweile so stark, als wären wir eine Familie.
Welche Themen inspirieren euch für eure Songs?
Veränderungen.

Was verbindet ihr mit Braunschweig?
Wir haben hier vor ein oder zwei Jahren schon einmal auf einem Straßenmusik-Festival gespielt. Das war wirklich schön und das Publikum sehr cool.

Eure Message an eure Braunschweiger Fans?
Verfolgt eure Träume und arbeitet für sie. Lasst sie nicht an euch vorbeiziehen, sondern haltet an ihnen fest!

Interview Louisa Ferch
Foto Pascal Buenning

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