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A Traitor Like Judas zeigen Herz

Seit 2000 rockt die Braunschweiger Metal-Formation durch die Welt und hat sich einen festen Platz in der Szene erspielt. Ihr letztes Album „Guerilla Heart“ ist ein Höhepunkt in ihrem Schaffen und wurde zu Recht von Publikum und Kritik gefeiert. Mit Frontmann Jasper haben wir im Interview über die Band und ihre Pläne gesprochen.

Mit welchen drei Worten lassen sich A Traitor Like Judas beschreiben?

Energetisch – das ist ganz ganz wichtig. Live und … nachhaltig.

Wenn die Band eine Serie wäre, welche Serie wäre das?

Eine Serie? Dann wären wir eine ganz alte Serie: „He-Man“, weil es am Ende jeder Folge immer eine Moral-Geschichte gab und ATLJ auch versucht, die Welt ein bisschen ins Positive zu verändern.

2013 kam euer viertes Album heraus, was hat sich seit dem getan?

Wir haben viel getourt: Wir waren in Brasilien und in Afrika. In Europa waren wir auch zwei oder drei Mal unterwegs. Das war alles sehr outstanding – gerade Brasilien. Afrika war genauso unglaublich – wir waren dort als erste härtere Rockband in Kenia. Das waren echte Highlights. Die Platte hat uns auf alle Fälle ganz viele Sachen ermöglicht.

Und wann kommt das nächste Album?

Gute Frage. Wir haben ja im März eine kleine Split-EP mit unseren Kumpels von Light Your Anchor herausgebracht. Auch um zu gucken, was wir fürs nächste Album machen wollen. Wir haben allerdings immer viele Shows gespielt und waren viel unterwegs. Dazu kommt das private Leben. Unser Drummer ist gerade im Ausland für ein Praktikum und unser Hauptgitarrist macht ein Praktikum in Karlsruhe. Das macht es schwierig, gemeinsam Songs zu schreiben. Am Wochenende sind unsere Auftritte und unter der Woche ist es ebenfalls schwierig. Dafür starten wir Ende Dezember richtig durch, wenn endlich wieder alle zu Hause sind. Wir haben natürlich ein paar Songgerüste in der Pipeline, an denen müssen wir aber noch arbeiten. Wir machen jetzt schon so lange Mucke, wir müssen nichts überstürzen – sondern nehmen uns die Zeit, um dann auch 100 Prozent hinter der Musik zu stehen.

Ihr engagiert euch viel, mit Benefizkonzerten und bei der Hardcore Help Foundation. Wie ist es dazu gekommen?

Wir sind alle sehr engagiert und haben das seitdem wir zusammen Musik machen damit verbunden. Wir sind keine Band, die nur Musik macht, sondern wir wollen auch etwas sagen. Da nutzen wir die Musik als Sprachrohr. In diesem Sinne war es auch klar, dass wir mit den entsprechenden Organisationen zusammenarbeiten. Gerade mit der Hardcore Help Foundation machen wir viel. Die haben uns nach Afrika geholt.

Wie zeigt sich das noch?

Wir hatten zum Beispiel ein T-Shirt, bei dem ein Teil des Erlöses an Flüchtlingsheime gespendet worden ist. Vom Verkaufserlös der Vinyl-Edition von „Guerilla Heart“ hat die Hardcore Help Foundation 100 Prozent bekommen. 

In der Hardcore- und Metal-Szene gilt es immer noch: Spielen, spielen, spielen und live, live, live – das ist das A und O.

Anspieltipps

Einen musikalischen Vorgeschmack gibt es gleich hier nebenan zu sehen: Das Video zu „Gold Digger“.
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Facebook informiert über die kommenden Shows: facebook.com/atraitorlikejudas
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Der Anhörtipp für William Fitzsimmons:„Hear Your Heart“ – gibt es auch bei youtube.com/williamfitzsimmons.
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Wir sind der Meinung, dass es uns hier in Europa wirklich gut geht und wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es Menschen gibt, auch in Europa und Deutschland, denen es eben nicht so gut geht. Wir versuchen natürlich Geld, für wohltätige Organisationen zu generieren – aber wichtiger ist es, den Leuten Optionen zu zeigen und zum Nachdenken anzuregen. Als wir mit der Hardcore Help Foundation in Afrika waren, haben wir bei verschiedenen Projekten geholfen und selbst Hand angelegt. Das war absolut herzzerreißend. Es war schlimm zu sehen, wie kleine Kinder auf Dump-Stations leben und nicht genug zu essen haben. Wenn man dann nach Hause kommt und sich hier Leute darüber aufregen, dass Menschen, denen es schlecht geht, hierher kommen, dann ist das alles sehr surreal. Deswegen kämpfen wir so aktiv dafür, dass Leute nachdenken und vielleicht im Kleinen auch helfen. Natürlich wollen wir das nie mit einem erhobenen Zeigefinger machen.

 

Kommt das auch an?

Ich denke schon. Viele Leute kommen natürlich wegen der Musik, aber diese Message ist ihnen ebenso wichtig. Wir bekommen sogar Briefe und E-Mails mit entsprechendem positiven Feedback. Das ist echt toll und wir freuen uns darüber, wirklich etwas bewegen zu können. Das bekommen wir von den Fans zurück und das ist echt cool.

Ihr seid viel unterwegs – wann seid ihr wieder in Braunschweig?

Das war zuletzt im März als wir die Split-EP herausgebracht haben. In Braunschweig spielen wir recht selten, aber jede Show, die wir hier spielen, ist der absolute Wahnsinn. Es ist immer rappelvoll – wir spielen gerne in Braunschweig. Da planen wir dann solche Specials wie Release-Shows oder Benefiz-Shows. Es gibt immer etwas Besonderes. Das planen wir sicherlich auch fürs nächste Jahr, vielleicht sogar mit neuer Musik.

 

Wie schätzt du die regionale Metal- und Hardcore-Szene ein?

Die Region ist ganz gut dabei. Es gibt gerade viele Bands, die im Kommen sind. Und es war der Wahnsinn, was es in diesem Jahr an Konzerten gegeben hat. Da ist das B58 ganz vorn mit dabei, die hatten zum Beispiel H₂O aus den USA auf der Bühne. Das ist schon ziemlich geil.

Ihr seid schon lange im Geschäft – was würdest du einer jungen Band raten? Wie hält man eine Band am Leben?

In der Hardcore- und Metal-Szene gilt es immer noch: Spielen, spielen, spielen und live, live, live – das ist das A und O. Ich glaube, sich selbst gegenüber ehrlich und treu zu bleiben, ist ganz wichtig. Viele junge Bands haben schon zehn T-Shirts designt aber noch keine drei Shows gespielt. Da bin ich wahrscheinlich etwas Old School, aber ich finde, man muss erst mal richtig rausgehen, Musik machen und zeigen, was geht. Es ist wichtig, hinter dem zu stehen, was man macht und sich nicht von Trends vereinnahmen zu lassen. So zu arbeiten ist nicht nachhaltig, die meisten Hypes sind nach einem halben Jahr eh weg.

Was ist deine Musik 2016?

Das ist ganz schön schwierig. Ich muss gestehen, dass ich sehr viel Singer-Songwriter-Musik höre. Zwar höre ich auch aktuelle Metal- und Hardcore-Sachen, aber ich mache diese Art von Musik fast jedes Wochenende. Deswegen gibt es bei mir privat viel relaxte Musik. Ich bin zum Beispiel ein absoluter William-Fitzsimmons-Fan – den hör ich viel. Ich kann nicht mal einen speziellen Song nennen, der ist immer gut.

Gibt es für 2017 schon einen Plan?

Etwas Konkretes gibt es noch nicht, aber wir planen, wieder ins weitere Ausland zu fahren. Afrika und Brasilien hatten wir schon, wir würden dann gerne in Richtung Asien Konzerte spielen. Mal gucken, was klappt. Und natürlich steht auf dem Plan, Musik rauszubringen.

Gibt es noch etwas, was du abschließend loswerden möchtest?

Geht auf Live-Shows! Konsumiert nicht alles zu Hause. Guter Metal, Hardcore oder Punk sind live erst richtig toll und machen Spaß. Echte Musik gibt es auf der Bühne und nicht bei Social Media. Nehmt den Spirit mit. Und natürlich unser Motto von der letzten Platte: Change the fucked up world!

A Traitor Like Judas Bandbild Treppe

Text: Kathleen Kalle
Foto: Mario Schiocchet

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