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Callin Tommy

21. Dezember/ KufA-Haus (BS)

Die Braunschweiger Ska-Punk-Band Callin Tommy rockt am 21. Dezember das KufA-Haus in Braunschweig für den wohltätigen Zweck.
KF Callin Tommy Swetlana Konig art
Callin Tommy sind in der Braunschweiger Musikszene schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die sympathische Band um Powerfrau Inga feiert im nächsten Jahr nämlich bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Das lässige Sextett ist vor allem eins: authentisch, enthusiastisch, engagiert und selbstironisch. Doch besonders mit ihren energiegeladenen Livegigs bringt die sechsköpfige Ska-Punk-Band einfach jede Bude zum Brennen, sodass sogar Tanzmuffel ihre Füße nicht still halten können – gute Laune garantiert. Am 21. Dezember laden Callin Tommy gemeinsam mit Loudog und Final Impact zum alljährlichen Weihnachtsbenefiz in das KufA-Haus ein. Wir haben uns anlässlich des Konzerts mit Sängerin Inga, Bassist Szymmi, Gitarrist André, Saxophonist Andi und Schlagzeuger Matze zum Interview getroffen. Also quasi mit der ganzen Band – außer Trompeter Chrischi, der war nicht zugegen. Seinen Platz nahm stellvertretend Axel ein, das inoffizielle siebte Mitglied der Band, der gern als Callin Tommys Kindermädchen den Taxifahrer spielt oder bei Videodrehs mit dem Laubbläser für Special Effects sorgt.
Wie ist Callin Tommy eigentlich entstanden?
André Ich bin unserem ehemaligen Gitarristen so lange auf den Sack gegangen, bis er irgendwann nachgegeben hat. Ich hatte halt angefangen, Gitarre zu spielen, er war mir schon ein paar Jahre voraus und ein guter Kumpel und ich hatte einfach Lust, mit ihm Musik zu machen, doch anfangs wollte er nicht.
Andi Weil du zu schlecht warst!
André Ja. (alle lachen) Aber irgendwann hat er zugestimmt. Und dann kam Szymmi dazu und alles nahm so seinen Lauf. Szymmi und ich sind auch tatsächlich mittlerweile die letzten Überlebenden aus der ersten Konstellation.

Wie kam es zu eurem Bandnamen?
Inga Es gab sehr viele Besetzungswechsel in dieser Band. Ursprünglich saß Tommy am Schlagzeug, als er dann ausstieg, kam Martin als sein Nachfolger und jedes Mal, wenn sich verspielt wurde, hieß es dann…
André Spiel das richtig oder wir rufen Tommy an! Das war lange Zeit ein Running-Gag.

Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?
Inga Wir sind nicht so der Fan von großen Umschreibungen, deshalb darf man uns einfach in die Ska-Punk-Schublade stecken. Ob das nun passt oder nicht, darf jeder selbst für sich beantworten. Wir machen halt Ska. Ne, wir machen eigentlich Punk. Ach, wir machen eigentlich so rockige Musik mit Punkanleihen, Bläsern und manchmal auch ganz viel Offbeat. (lacht)
Wie sieht so ein Tag bei Callin Tommy aus?
André Normalerweise treffen wir uns einmal die Woche abends zum Proben. Wir setzen uns aber auch ziemlich regelmäßig am Wochenende zum Proben zusammen. Meistens treffen sich dann vorher zwei Leute und kaufen einfach unendlich viel Essen, Trinken und Alkohol ein…
Inga Wir haben einen eigenen Posten in der Bandkasse, der nennt sich „Fressen und Saufen“. Der ist sehr groß. (lacht)
André Ja, durch die großen Räumlichkeiten kann man hier den ganzen Tag rumhängen, Mukke machen, gemeinsam Kochen, Scheiß oder Merch besprechen.
Inga Wir können hier halt auch einfach alles direkt aufnehmen. Das heißt, wenn wir irgendwelche Songideen haben, können wir es einfach ausprobieren, aufnehmen, nachhören, verbessern, neu einspielen. Aber es ist immer super schwierig, sechs Leute zusammen zu bekommen. (lacht)

Wer oder was inspiriert euch?
Matze Ich glaube, jeder hat seine eigenen musikalischen Wurzeln. Also anfangs waren es die 90s- Ska-Punk-Geschichten. Inzwischen höre ich ehrlicherweise das, was mir gefällt. Und wenn ich irgendetwas einbauen oder mitbringen kann, dann mach ich das einfach. Da frag ich auch überhaupt gar keinen.
Inga Das machst du dann einfach! Matze ist auch derjenige, der sehr häufig auf verrückte Ideen kommt. Zum Beispiel Schweine einzubauen, Mülleimer oder andere Dinge. Der ist gar nicht so ruhig, wie er gerade hier tut. Gut war es selten, aber immer sehr kreativ und effektvoll. (alle lachen)

„Es ist nur ein Event, um mal darauf aufmerksam zu machen, dass jeder etwas Gutes Tun kann“

Wen hättet ihr gern mal als Vorgruppe?
Inga Boah, das ist eine schwierige Frage. Da gibt es sehr viele. Zum Beispiel ein paar Größen aus dem Ska-Bereich wie The Busters. Das wäre eine gute Vorband. Es gibt halt ein paar Bands, die dieses Genre total geprägt haben und natürlich wäre es eine Ehre, mal mit ihnen zu spielen, aber ich glaube, jeder hier hat irgendwie seine Lieblingsband, die auch in ganz unterschiedliche Richtungen gehen.
André Die Konzerte, die wirklich cool sind, sind oft mit den Bands, mit denen wir schon sehr häufig gespielt haben und die im Laufe der Jahre zu Freunden geworden sind. Natürlich ist es cool, ein Konzert mit einer Wunschband zu spielen, aber was wirklich Spaß macht, ist die Leute immer wiederzusehen und mit ihnen gemeinsam Wochenenden zu verbringen. Das macht es im Endeffekt aus.

Wann fand denn euer erstes Benefizkonzert statt? Und wie kamt ihr auf die Idee?
Inga Ich habe letztens die Flyer durchgeschaut und ich glaube, es war tatsächlich 2012 das Unplugged Konzert im Tegtmeyer.
André Ich glaube, wir hatten damals Fotos für das „One Of The Gang“-Album in Timo’s Kneipe gemacht und fragten ihn einfach, ob wir das Konzert dort spielen können. Daraus ist es irgendwie entstanden und zu dem geworden ist, was es heute ist.

Wie kann man sich die Organisation eines Benefizkonzerts vorstellen?
Inga Man braucht einen netten Veranstaltungsort, einen Veranstalter, der hinter der Sache steht, Plakate und eine Band, die richtig Bock hat, mir dir zu spielen. Und los geht’s. In diesem Jahr versuchen wir allerdings auch, ein paar Infostände verschiedener Organisationen am Start zu haben, an denen man sich, wenn man Bock hat, informieren kann.
chris w. braunschweiger 1 art
Wo gehen die Spenden in diesem Jahr hin?
Inga Wir spenden dieses Jahr an das IGLU. Das ist ein Braunschweiger Tagestreff für Obdachlose der Diakonie. Dort bekommen sie Essen und Trinken, können sich und ihre Klamotten waschen, kriegen Unterstützung bei Sozialfragen und beispielsweise Hilfe bei der Unterkunftsuche.

Wie war so die Stimmung bei den letzten Benefizkonzerten?
Matze Das letzte Konzert war im 50/50 Tattoo Parlor. Die Location ist nicht sonderlich groß gewesen, deshalb war es proppenvoll und hat mega Spaß gemacht, da es sich auch aufgrund der ebenerdigen Bühne wie ein Wohnzimmerkonzert anfühlte. Gute Stimmung, ein bisschen Kuddelmuddel und die Bands mittendrin.
André Das Coole daran war, dass es eine Location war, die normalerweise nicht für Konzerte genutzt wird.
Matze Es ist halt auch kurz vor Weihnachten, viele von den Vögeln, die ausgeflogen sind, kommen heim und wollen noch was machen. Es ist einfach ein guter Zeitpunkt, da alle Bock haben und entspannt sind.
Inga Ja, zum Weihnachtsbenefiz schaffen es die meisten.
Matze Ein guter Einklang in die Jahresendstimmung.
André Dieses Jahr arbeiten wir außerdem mit dem KufA-Haus zusammen und können durch die größere Location gewährleisten, dass alle reinkommen. Die letzten beiden Male hatten wir nämlich das Problem, dass es so super voll war, dass es irgendwann zum Einlassstopp kam. Dieses Jahr haben wir hoffentlich Glück und können alle reinlassen.
Unter anderem unterstützt euch ja auch Loudog an dem Abend. Was könnt ihr zu den Jungs sagen?
Andi Loudog ist doch der letzte Scheiß! (lacht)
Inga Ja, ganz besonders schlimm ist der Saxophonist. So ein gewisser Andi, eww! (alle lachen) Nein, sie sind gute Freunde und wir kennen sie schon ewig. Jeder hat mal mit jedem gespielt.
Matze Es ist ein inzestuöses Verhältnis.
Inga Wir kennen uns schon immer und haben uns gegenseitig besamt.
Szymmi Wir waren damals auch Proberaumnachbarn im B58. Da hat man sich dann gegenseitig besucht und miteinander Musik gemacht.

An Weihnachten ist ja bekanntlich die Spendenbereitschaft etwas höher. Wie kann man sich auch abseits der besinnlichen Weihnachtszeit engagieren?
Inga Immer. Überall. Jederzeit. Es ist total wichtig! Engagement ist ja total breit gefächert. So wie wir versuchen mit unserer Musik Sachen zu unterstützen, sollte jeder schauen, wo er sich engagieren kann. Engagement fängt ja schon im Kleinen an, ob man sich nun in einer Organisation engagiert, etwas selbstständig auf die Beine stellt oder dem Opa aus der Nachbarschaft hilft.

Jeder kann etwas zurückgeben. Aber auch Tierschutz, Viva con Agua…
Szymmi Ehrenamtlich kannst du dich überall engagieren. Ob Kinderbetreuung, Sportvereine…
Andi Es ist ja nur ein Event, um mal darauf aufmerksam zu machen, dass man etwas Gutes tun kann. Jeder kann etwas bewegen und helfen.
Szymmi Es ist auch immer schwer zu entscheiden, an wen wir das Geld spenden, da es so viele wichtige Organisationen gibt.
chris w. braunschweiger art
Mario Konang art
Wie wichtig findet ihr es, euch als Musiker politisch zu positionieren?
Inga Wir haben das große Glück, dass wir Ska-Punk machen, da ist es gar nicht so notwendig. Sowohl bei den Spendensachen, die wir machen, als auch die Läden, in denen wir spielen, wir sind sehr eindeutig links positioniert. Wir wollen keine Nazis, Sexisten oder homophoben Menschen auf unseren Konzerten haben, die können alle zu Hause bleiben!
André Wir haben zwar als Personen, Menschen und Band eine politische Einstellung, zu der wir ganz deutlich stehen, die Texte unserer Songs sind überwiegend nicht politisch.

Worauf kann sich das Publikum beim Benefizkonzert freuen?
André Party, Party, hoch die Tassen!
Matze Langeweile, Melancholie, miese Stimmung.
Andi Gut gelaunte alte Männer.

Und welchen Song spielt ihr am liebsten live?
Andi Die neusten Songs spielen wir immer am liebsten.
André Ich finde das immer cool, wenn man neue Songs schreibt und sie auf der Bühne austestet. So kann man sehen, ob sie überhaupt live funktionieren.
Andi Ja, manche Songs sind so ausgefeilt, aber zünden nicht und andere, bei denen du nie damit gerechnet hast, gehen mega durch die Decke. Die Songs, bei denen die Leute abgehen, machen halt am meisten Spaß.

Interview Denise Rosenthal
Fotos Siggi Schmidt, Swetlana König

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