Niklas Wohlt c Leon Ehmke breit

Die Musikszene in der Löwenstadt hat viel zu bieten, nicht nur in Form von Auftritten auswärtiger Künstler, sondern auch mit Braunschweiger Eigengewächsen. Jazzpianist Niklas Wohlt präsentiert sein neues Projekt „Solo Piano“ am 15. September im Großen Musiksaal des Instituts für Musik und ihre Vermittlung der TU Braunschweig. Es besteht aus Stücken seiner großen Vorbilder sowie Eigenkompositionen. Wir trafen den Musiker in seinem Dachbodenstudio.

Hallo Niklas, erzähl doch bitte von deinem neuen Projekt, „Solo Piano“.
Die neue CD „Solo Piano“ enthält elf ausgewählte Stücke meines Repertoires als Solo-Piano-Arrangements. Beim CD-Release-Konzert spielen wir im Jazztrio mit Piano, Kontrabass und Schlagzeug. Es ist eine neue Combo, die dann zum ersten Mal auftreten wird – mit Timo Müller und Jürgen Osterloh. Mit Timo spiele ich ansonsten in der Jazzcombo „Blue Line“ der TU Braunschweig und mit Jürgen als Duo sowie bei den Riddagshausen-Konzerten. Meine Dreiercombo entsteht gerade, um eigene Kompositionen präsentieren zu können.

Was ist auf dem Album zu hören?
Es gibt drei Kategorien. Einmal die Eigenkompositionen von mir, dann gibt es Stücke anderer Braunschweiger Komponisten. Ganz konkret sind das Jan Heie Erchinger, Jürgen Osterloh und Jan Behrens. Von jedem von uns sind jeweils zwei Stücke auf dem Album enthalten. Abgerundet wird die CD durch meine drei Lieblings-Jazz-Standards: Herbie Hancocks „Dolphin Dance“, Keith Jarretts „Memories of Tomorrow“ und „Sea Journey“ von Chick Corea. So entsteht ein Dreieck, also eine Hierarchie: Die ganz Großen, die Regionalen und ich. (lacht) Das ist das Konzept.

Wann hattest du das erste Mal die Idee zu dem Projekt?
Ich hatte schon relativ lange die Idee, erlernte Songs festzuhalten. Zwischendurch war ich dann wieder skeptisch, aber Jan Heie sagte, ich soll es auf jeden Fall machen. Letztlich haben wir im letzten Jahr angefangen, die CD aufzunehmen und in diesem Jahr ist sie fertig geworden. Ich hatte zuerst Klavierunterricht bei Jan-Heie Erchinger, von dem vieles hängengeblieben ist. Dann bei Hans-Christian Hasse, bei dem ich vor allem die Jazz-Standards lernte. Dazu kamen meine eigenen Sachen. Das Album bildet also eine relativ lange Zeitspanne meines Klavier-Daseins ab.

Wie würdest du die CD in drei Hashtags beschreiben?
#smooth, #SoloPiano, und #regional. Es wurde wirklich der Großteil, also acht von elf Stücken, in Braunschweig komponiert. Das finde ich gut und wichtig.

Wo findet das Release-Konzert statt?
Ich habe lange über den Ort nachgedacht. Dafür kamen natürlich viele Braunschweiger Lokalitäten in Frage. Zum Beispiel die Brunsviga oder eine Kirche. Letztendlich bin ich auf den Großen Musiksaal im Institut für Musik und ihre Vermittlung der TU Braunschweig gekommen, weil ich mich dort als Technik-HIWI und Musikstudierender sehr zu Hause fühle. Als ex-TU-Schwimmbad ist die Location auch vom Aussehen sehr besonders. Der Saal hat etwas Historisches, ist schön umgebaut und hat ganz klare Formen und Strukturen. Das passt wiederum gut zu der CD. Ich bin unserem Institut sehr dankbar, dass das Konzert dort stattfinden darf.

Welche Künstler inspirieren dich?
Ziemlich genau die, die auf der CD sind. (lacht) Deswegen ist es eine sehr persönliche Platte. Mit den größten Jazzpianisten, die man findet: Herbie Hancock, Keith Jarrett und Chick Corea. Das sind für mich die besten  Jazz-Musiker der Weltgeschichte. Dann habe ich das irgendwann runtergebrochen auf die Stadt Braunschweig. Denn auch hier gibt es eine unheimlich gute Jazz-Szene. Jan Heie ist ein großartiger Pianist, von dem ich viel gelernt habe. Er beeindruckt mich immer wieder mit seinen ruhigen Improvisationen und seiner Spielweise. Auch Jürgen Osterloh und Jan Behrens machen gute Musik.

Niklas Wohlt Katharina Holzberger 01

Was würdest du Leuten raten, die nicht so viel mit Jazz anfangen können?
Zum Konzert zu kommen und sich das mal anzuhören. Alles, was auf der CD ist oder was beim Konzert gespielt wird, ist sehr zugänglich, nicht völlig frei oder abgedreht. Das ist auch das Ziel, es soll vor allem schön sein.

Wo ist Braunschweig jazzig?
Braunschweig jazzt mit zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen: mit Jazz im Park, der Braunschweiger Kulturnacht, der  TU Night oder dem Buskers Festival. Die Big Band der Städtischen Musikschule oder die Jazzcombo „Jazzquartier“, in der ich mitspiele, bieten Konzerte bei den Braunschweiger Musikschultagen. Außerdem gibt es überregional bekannte Jazz-Sessions, in denen Musiker zusammenkommen, um zu spielen. Die werden durch Hans Christian Hasse geleitet. Dort sind auch jüngere Leute zu finden. Es ist sehr lebendig. Das ist vielleicht in Hannover Standard aber für eine kleinere Stadt wie Braunschweig ist das etwas Besonderes. Und was Lokalitäten angeht, ist die Baßgeige natürlich Kult. Im Quartier wird auch einiges angeboten. Was ich persönlich noch sehr schön finde, ist die Oker Cabana. Dort wurde auch mal Piano gespielt, inzwischen aber nicht mehr so viel. Die haben auf jeden Fall, auch wenn sie mal nichts live anbieten, immer gute Musik vom Band laufen. Wer lieber zu Hause genießen möchte, für den gibt es eine Bandbreite regionaler CDs: Jan-Heie Erchinger, Dietmar Osterburg, Crossing Blue, ...

Du hast auch bei der TU Night in der neuen Okerlounge gespielt. Wie war das für dich?
Anders als erwartet. (lacht) Ich hatte es tatsächlich eher als Lounge verstanden. Also mit Bar, an der Leute sitzen, entspannt etwas trinken und sich unterhalten. Letztendlich kam ich da hin, hab mich hingesetzt und es war still. Vom Anfang bis zum Ende. Also im Endeffekt war es eher ein Konzert über eine Stunde mit Zugabe. Deswegen war ich im ersten Moment etwas angespannt, fand es aber trotzdem eine runde Sache und diese Ruheinsel im Rahmen der TU Night hat mir gefallen. Eine Stelle anzubieten, zu der man hinkommen und chillen kann. Wir hatten auch schon mit der Presseabteilung überlegt, ob man das beibehält und im nächsten Jahr bequeme Stühle hinstellt und damit den Lounge-Charakter noch mehr reinholt.

Wo bist du sonst noch in nächster Zeit zu hören?
Mit Jazzquartier und Crossing Blue war ich beim Buskers Straßenmusik-Festival vertreten. Jetzt kommen „Jazz im Park“ am 10. September, das CD-Release-Konzert „Solo Piano“ am 15. September und die „Lange Nacht der Kirchen“ am 23. September. Im November gibt dann wieder ein Riddagshausen Concert in der Klosterkirche. Das wird etwas ganz Besonderes.

Welchen Song würdest du niemals spielen?
(überlegt) „Für Elise“.

Auch nicht als Jazz-Interpretation?
Nein. Aber das ist vielleicht meinem Klavierlehrer-Dasein geschuldet. (lacht) Das Lied wird definitiv zu viel gehyped. Es ist ein toller Song, aber es gibt es einige, die man einfach nicht mehr hören kann.

Was verbindest du mit SUBWAY?
Das ist für mich ein tolles regionales Magazin. Es macht Spaß, durchzublättern und zu schauen, was los ist in der Stadt beziehungsweise Region. Neben dieser ansprechenden inhaltlichen Ebene verbinde ich damit auch eine coole Gestaltung, ein amtliches Layout.

 

Infos unter www.niklas-wohlt.de.

Text: Katharina Holzberger
Fotos: Leon Ehmke, Katharina Holzberger

User Rating: 0 / 5

twitter

subway_magazin
Beim Kunstmarkt der HBK. 🖼 Vorbeischauen lohnt! . #braunschweig #uni #hbk #hbkbraunschweighttps://t.co/Lx2mR8VPI5
subway_magazin
Wir checken erstmal die Lage. Welche Stände sind neu, wo gibt es den besten Glühwein und warum… https://t.co/NpFZBoz1mw
Follow subway_magazin on Twitter

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: info@subway.de

Durch Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Weitere Informationen über Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.