filmfest eyes2017 vorschau
Das 31. Braunschweig International Film Festival rückt näher | Die Augen blitzen schon vom gelben Hintergrund. Wessen Augen? Das wird noch nicht verraten. Aber wir geben euch schon einmal einen kleinen Ausblick auf das kommende Festival.
 
17. bis 22. Oktober | diverse Orte (BS & WOB)
filmfest-braunschweig.de

It’s about: Music

Die Filmreihe „Sound On Screen“ begeistert das Braunschweiger Kinopublikum das ganze Jahr über. Für das Festival gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Sonderausgabe mit sechs Veranstaltungen. Unter anderem wird der Film „Placebo: Alt.Russia“ gezeigt. Diese Dokumentation folgt der britischen Band Placebo („Every You Every Me“), die 15 Jahre nach ihrer ersten Tour durch Russland erneut das Land bereist. Es ist weniger ein Konzertfilm, als ein Film, der die Band dabei begleitet, wie sie die heutige russische Kultur entdeckt.

„Was wieder im Mittelpunkt steht, ist die Musik. Es gibt erneut die Reihe ‚Sound on Screen’, die Retrospektive eines Filmkomponisten und wir präsentieren in diesem Jahr vier Filmkonzerte“, berichtet Michael Aust, der Leiter des Filmfestivals. Er fügt hinzu: „Es sind sehr unterschiedliche Sachen dabei: Zur Eröffnung gibt es das große Konzert mit dem Sinfonieorchester, was genau gespielt wird, verrate ich noch nicht. Aber wir zeigen eine vertonte Graphic Novel namens ‚Evelyn’ von dem spanischen Comickünstler Andrés G. Leiva.“ Ein Stummfilmkonzert wird es auch geben, in Kooperation wird „Luther“ gezeigt. Der ist aus dem Jahr 1927 und wird von Stephan von Bothmer auf dem Klavier begleitet. Insgesamt werden sechs Filme in der Reihe präsentiert, inklusive einer Vorstellung, die in den Schloss Arkaden stattfindet und für alle Besucher gratis ist.

PK Filmfest PLACEBO ALT RUSSIA

It’s about: People

Die Reihe „Beyond” startet zum dritten Mal mit besonderen Filmen, die mehr wagen, als das gängige Kino. In diesem Jahr steht der Glaube im Mittelpunkt. „Beyond: Faith“ hat eine Verfilmung des Lebens der Jeanne d’Arc im Gepäck. „Jeanette: The Childhood of Joan of Arc“ ist ein Musical und lief sehr erfolreich bei einer der Nebenreihen in Cannes.

Auch der Gewinner des Karlovy Vary, dem größten tschechischen Filmfest, ist dabei: Ein kleiner Junge im Mittelalter läuft von Zuhause weg, um Kreuzritter zu werden, sein Vater reist ihm hinterher, um ihn wieder zurückzuholen. Michael Aust erklärt weiter: „Letztlich zeigt er das Gleiche, was wir heute oft andersherum haben, wenn sich junge Menschen dem IS anschließen. Es ist in dem Werk anders durchgespielt worden, denn im Mittelalter war es schick, die heiligen Stätten von den Muslimen freizukämpfen. ‚Little Crusader’ ist ein visuell aufregendes Werk, welches zu Recht den Preis bekommen hat und eine schöne Allegorie auf heute.“

It’s about: Love

Aus der Reihe „Junges europäisches Kino“ kommt der Tipp vom Festivaldirektor persönlich: Die irische Produktion „A Date for Mad Mary“ ist witzig und „total gut“. Mary ist eine unangepasste junge Frau und braucht ein Date. Die Suche nach der passenden Person gestaltet sich sehr schwierig, wenn man „Mad Mary“ ist. Im Rahmen des „Neuen internationalen Kinos“ wird es eine kleine Sonderreihe geben, die großes Wohlfühl-Kino zeigt.

Darunter „At War for Love“, ein Werk aus Italien. Michael Aust stellt den Film vor: „Ein Kellner aus New York verliebt sich in die Tochter seines Chefs, die ist aber schon dem lokalen Mafiahelden versprochen. Um den Vater zu beeindrucken, damit er um ihre Hand anhalten kann, muss der junge Mann die Eroberung Siziliens mitmachen. Der Film zeigt die Verquickung der Mafia auf beiden Seiten des Atlantiks und was die USA damals falsch gemacht haben, indem sie nach dem Krieg viele Mafia-Leute für offizielle Posten eingesetzt haben. Trotz des Settings eine sehr schöne Wohlfühlkomödie.“

Weniger „Wohlfühl“, mehr Drama ist der Film „Katie says Goodbye“. „Den finde ich ganz großartig, er hat eine Hauptdarstellerin, Olivia Cooke, von der bin ich ganz fest überzeugt, dass sie in ein paar Jahren zu den wichtigsten Darstellern in den USA gehören wird“, schwärmt Michael Aust. In dem Film ist die titelgebende Katie ein nettes Mädchen von nebenan, alle mögen sie. Sie arbeitet aber heimlich als Prostituierte, um ihrer Familie im amerikanischen Rostgürtel (rust belt; Detroit, Buffalo, Chicago) beizustehen. „Ein Drama mit Hoffnungsfaktor“, schließt der Festivaldirektor.

PK Filmfest A DATE FOR MAD MARRY 
A Date for Mad Mary

It’s about: Everything

Eine noch unbetitelte Filmreihe wird Filmen mit LGBT-Themen eine Plattform geben. Mit dabei ist der neue Film von Rosa von Praunheim, „Überleben in Neukölln“. Die Hauptdarstellerin Juwelia wird bei der Festival-Party am Freitag sogar live auftreten.

Ebenso neu ist das Thema „Neo Western“, dem eine eigene Reihe gewidmet ist. Filme aus den letzten Jahren, die aus dem Irak, Osteuropa, Pakistan, den USA oder auch Finnland kommen und gängige Genre-Konventionen in unsere Zeit übersetzen. 

In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Wolfsburg wurde eine Filmreihe passend zur Ausstellung „Neverending Story“ geschaffen. Filme wie Tom Tykwers „Lola rennt“ oder das atmosphärische „Moon“ von Duncan Jones werden noch einmal aufgeführt. 

Die Mitternachtsreihe wird laut Michael Aust auch sehr cool. Bei den „Witches at Midnight“ darf sich gegruselt werden. Zum Beispiel mit der Mittagshexe: „The Noonday Witch“ ist ein schauriges Märchen mit Wurzeln in der tschechischen Folklore.

PK Filmfest THE NOONDAY WITCH 
The Noonday Witch

PK Filmfest MY SWEET PEPPERLAND 
My Sweet Pepper Land

Premieren und Gewinner  ...
 ... haben natürlich auch ihren Platz. Der große Gewinner in Cannes, „The Square“, eine unterhaltsame Satire auf das bunte Treiben in der Kunstwelt, darf nicht fehlen. Mit „The Net“ vom renommierten südkoreanischen Regisseur Kim Ki-duk findet eine Deutschlandpremiere statt und greift ein gerade wieder hochaktuelles und hochbrisantes Thema auf. Ein einfacher nordkoreanischer Fischer wird durch widrige Umstände auf die andere Seite gespült: Nach Südkorea. Dort nimmt man an, er sei ein Spion. Ein spannendes Hin-und-Her entwickelt sich … denn auch nach der Rückkehr nach Nordkorea wird der Mann für einen Spion gehalten.

Unsere Spionage hat leider schon ein Ende. Zu gerne hätten wir vor Redaktionsschluss gewusst, wer der Stargast sein wird. Aber für alle Neugierigen gibt es den Tipp vom Festival-Team: „Den ganzen September über werden schon erste Programminhalte auf unserer Facebook-Seite verraten.“ Und wer sich einstimmen möchte, kann am 21. September in einer Kooperation mit dem Museum für Photografie den Film „Smoke“ von Wayne Wang im Universum Filmtheater schauen, inklusive Vortrag. Kunst meets Kunstfilm. Wir sehen uns beim Filmfest.

Text Kathleen Kalle
Fotos CedarsArt Production, Rapid Eye Movies, missingFilms, Salzgeber & Company Medien,
AlamodeFilm, Iulia Weiss, Braunschweig International Film Festival

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