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Regisseur Ralf Westhoff über „Wie gut ist deine Beziehung?“
KW 07 WIEGUTISTDEINEBEZIEHUNG Steve und Carola art
Seine einfallsreiche WG-Komödie „Wir sind die Neuen“ lockte vor fünf Jahren fast eine Million Besucher in die Kinos. Schon zuvor schuf sich Ralf Westhoff den Ruf als lässiger Lustspiel-Macher. Für sein Speed-Dating Debüt „Shoppen“ gab es 2007 den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur sowie für das beste Drehbuch. Drei Jahre später folgte für „Der letzte schöne Herbsttag“ der Förderpreis Deutscher Film. Nun also Westhoffs vierter Streich: „Wie gut ist deine Beziehung?“ erzählt von einem Softie, dem plötzlich das fünfjährige Liebesglück abhanden kommt – zumindest denkt er das und macht fortan alles nur noch schlimmer. Mit dem Regisseur und Drehbuchautor unterhielt sich unser Kino-Experte Dieter Oßwald.
Herr Westhoff, wie gut ist Ihre Beziehung?
Ich denke, sehr gut. Aber vielleicht gibt es da etwas, das ich übersehe (lacht).

Es gab demnach keinen autobiografischen Anlass, sich mit dem Thema zu beschäftigen?
Ja und nein, mein Leben reicht nicht für einen Film und wäre auch nicht unterhaltsam genug. Aber natürlich hatte ich schon Beziehungen, einige habe ich auch in den Sand gesetzt. Das Thema „Beziehung“ begleitet mich seit meiner Jugend, was wohl den meisten Menschen genau so geht. Eine Komödie darüber zu machen, war also nicht völlig abstrus.

Was macht das Genre so populär?
Bei einer Beziehungskomödie oder einem Liebesfilm heißt es zwar immer gerne: „Naja, das ist ja nur leichte Unterhaltung.“ Doch für mich ist das ein sehr wichtiges Thema. Denn ebenso, wie eine gute Beziehung ein unglaubliches Glück darstellt, ist umgekehrt das Scheitern einer Liebe an Dramatik nicht zu überbieten.
Auf dem Filmplakat steht „Der neue Westhoff“ – wie stark spüren Sie diese besondere Erwartungshaltung?
Da muss man schon realistisch sein. „Wir sind die Neuen“ war sehr erfolgreich und kam fast an die Eine-Million-Zuschauer-Grenze. Das war ein großes Glück, darüber habe ich mich sehr gefreut. Aber man sollte nicht glauben, solche Erfolge ständig wiederholen zu können. Wenn wir die Besucherzahlen von „Wir sind die Neuen“ nicht erreichen, komme ich damit klar. Ich mag diesen Film total gerne und würde mich freuen, wenn es dem Publikum ähnlich gehen würde.

Es gibt kaum Regisseure, die sich mit so wenigen Filmen einen guten Namen gemacht haben. Verraten Sie Ihr Erfolgsrezept? Einfach nicht auf die Filmhochschule gehen?
Das hatte ich ja versucht, aber an der HFF in München wollte man mich nicht (lacht). Mir war bei meinen Filmen immer das Gefühl wichtig, etwas zu erzählen. Dafür hat sich zum Glück bislang stets ein Publikum interessiert.
KW Wie gut art
Was ist das zentrale Element bei Komödien?
Man muss die Figuren ernst nehmen. Die Charaktere müssen etwas wollen und ein großes, ihnen wichtiges Anliegen haben. Wenn sie ihr Ziel unbedingt erreichen wollen, ist es auch kein Problem, wenn sie auf dem Weg dorthin alles vermasseln oder grandios scheitern. Der Unterschied zum Klamauk liegt darin, dass es den Figuren wirklich um etwas geht.

Welche Rolle spielen Rhythmus und Tempo?
Da ich vom Schreiben komme, stehen für mich zunächst die Inhalte im Vordergrund. Rhythmus und Tempo sind inszenatorische Dinge, bei denen ich mich ganz gerne auch auf die Schauspieler verlasse, die dafür ein sehr gutes Gespür haben.
Von Loriot weiß man, dass er mit vielen szenischen Wiederholungen seine Darsteller auf Geduldsproben stellte. Braucht Komik für Sie diese exakte Genauigkeit oder sehen Sie das lässiger?
Nein, wir haben sehr viele Wiederholungen der Szenen gemacht, was für alle sehr anstrengend war. Für mich bedeutet das ein Suchen nach einem Weg, nach dem Komischen in einer Szene. Dieses ständige Ausprobieren verschiedener Möglichkeiten ist zwar mühsam für die Schauspieler, zugleich ist es gut für sie zu wissen, immer mehrere Chancen zu haben.
KW Wiegutist art
Ist Helmut Dietl ein Vorbild für Sie?
Die Filme von Dietl habe ich natürlich alle sehr geliebt. Aber mit so einem Könner würde ich mich nicht vergleichen wollen.

Sind Netfllix und Co. Ihrer Meinung nach der Gral für Kreative?
Ich liebe das Kino und freue mich total, meinen Film auf der Leinwand zu präsentieren. Und ich möchte nicht ausschließen, dass der Film irgendwann auf Plattformen und in Ländern wo er sonst nie zu sehen wäre, läuft. Aber ich fände es wahnsinnig traurig, den Film nicht mit Publikum im Kino zu sehen – das ist schließlich die schönste Belohnung nach drei Jahren Arbeit.
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Interview Dieter Oßwald
Fotos Filmpresskit

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