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Jasmin Herold und Michael Beamish wurden für ihre Dokumentation „Dark Eden“ im Rahmen des Internationalen Filmfests Braunschweig mit dem Green Horizons Award ausgezeichnet. Erstmalig wurde dieser von der Oeding Unternehmensgruppe gestiftet.
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Dicker, grauer Rauch wabert aus den unzähligen Schornsteinen der Raffinerien empor, vor denen Jasmin Herold sich positioniert hat. „Vor drei Jahren kam ich nach Fort McMurray. Damals wusste ich nur, dass hier das größte Industrieprojekt der Erde ist, das drittgrößte Ölvorkommen der Welt im Sand liegt und dass alle Ölfirmen vor Ort sind“, erzählt die Stimme der Regisseurin aus dem Off. In ihrer Dokumentation „Dark Eden“ zeigt die 42-Jährige eindringliche Szenen aus der kanadischen Gemeinde, in der seit den 1970ern das „dreckigste“ Öl der Welt gewonnen wird. Erstmalig verlieh das Internationale Filmfest Braunschweig in diesem Jahr einen Preis in der Reihe Green Horizons, die seit 2015 besteht. Ausgelobt wird dieser von der Oeding Unternehmensgruppe, zu der auch SUBWAY gehört. Ihre Nominierung hatte das Regisseuren-Duo Herold/Beamish zum Anlass genommen, unserer Druckerei einen Besuch abzustatten.
Eigentlich wollte sie nie einen Film drehen. Durch Zufall erfährt Jasmin Herold von den sogenannten „Ölsanden“ in Fort McMurray, Kanada. Eine Fläche von 142 000 Quadratkilometern, ungefähr der Größe Englands, bildet die Grundlage des größten Industrieprojekts der Welt. Um das Öl vom Sand zu trennen, werden große Mengen Chemikalien benutzt, die entstandenen giftigen Abwässer enthalten krebserregende Kohlenwasserstoffe, Kadmium, Quecksilber und Arsen, werden in riesigen Klärteichen gelagert und sickern in großem Umfang ins Grundwasser. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind katastrophal. Herold entscheidet sich, vor Ort darüber zu berichten. Lange Kamerafahrten zeigen trostlose Landschaftszüge, riesige Nadelwälder sind Fabriken und giftigen Auffangbecken gewichen. Die Bilder sind ruhig, beobachten aufmerksam, machen nachdenklich.
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Da sich der Dreh als langwierig herausstellt und weil sie Michael kennenlernt, bleibt Jasmin länger als zunächst geplant an dem Ort, der für sie anfangs unbewohnbar scheint. Es ist nahezu unmöglich, für ein derart sensibles Thema Interviewpartner und Drehgenehmigungen zu bekommen, bei ihrer Recherche stoßen die Deutsche und der Kanadier immer wieder auf Hindernisse, die bis hin zur Sabotage reichen. Jasmin erinnert sich: „Es wollte keiner mit uns sprechen, weil eben die Repressalien dieser Industrie so extrem groß sind – bei jeglicher Kritik wirst du ja sofort gefeuert. Im Prinzip ist es eine umgekehrte Sklaverei: Man bekommt viel Geld, damit man den Mund hält.“ Auch die Protagonisten des Films verschließen die Augen vor den Problemen. Profitgier lockt eine Hälfte davon nach Fort McMurray, Alternativlosigkeit die andere: Ein deutsches Paar, das durch das schnelle Geld den Traum vom Eigenheim in den Kanadischen Bergen, der unberührten Natur, verwirklichen will. Ein Mann kurz vor der Rente, der für seine nächste Safari mit Großwildjagd spart. Ein ehemaliger Kindersoldat aus dem Sudan, der fast sein ganzes Einkommen an die Familie auf einem anderen Kontinent schickt.

„Im Prinzip ist es eine umgekehrte Sklaverei: Man bekommt viel Geld, damit man den Mund hält“

Ein Ende des Öl-Abbaus hätte jedoch tiefgreifende Auswirkungen für die Wirtschaft der Provinz und des ganzen Landes. Die Stadt finanziert Schulen, Krankenhäuser und Theater. „Das Öl ist unsere einzige Einnahmequelle. Alles dreht sich darum“, berichtet Michael, der in Fort McMurray aufgewachsen ist. „Der Film zeigt auf eine extreme Art und Weise, was wir alle machen“, fügt Jasmin hinzu. „Ich nehme mich da ja auch nicht aus. Man kommt nicht drum herum, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Fast alle von uns fahren regelmäßig Auto und fliegen in den Urlaub. Viele Artikel, die man täglich kauft, sind aus Kunststoff. Moral muss man sich leisten können.“


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Mit dem Film hoffen die Deutsche und der Kanadier, viele Leute zu erreichen und zum Nachdenken zu bringen. „Wir haben uns tierisch gefreut, dass wir ‚Dark Eden‘ auf so einem tollen Filmfest wie dem Braunschweiger zeigen können“, ist Jasmin begeistert. Umso stolzer sind die Regisseure, dass ihr Werk nun mit dem Green Horizons Award von Oeding ausgezeichnet wurde. „Dark Eden“ sei ein „wertvoller Beitrag für alle, die sich um diese Welt sorgen und zu ihrer Rettung beitragen wollen“ und umfasse eine „kluge Dramaturgie“, lautete die Begründung der dreiköpfigen Jury. „Es liegt uns sehr am Herzen, das Thema Nachhaltigkeit erlebbar und begreifbar zu machen und Menschen damit zum Nachdenken, Reflektieren und bestenfalls zu einer Änderung ihrer Einstellung und ihres Verhaltens zu bewegen“, hielt Frauke Oeding-Blumenberg, die das Unternehmen in fünfter Generation leitet und den Award überreichte, fest. Roland Makulla, zuständig für das Nachhaltigkeitsmanagement bei Oeding, fügte hinzu: „Mit dem Filmpreis möchten wir zum einen das Engagement des Filmfests für Nachhaltigkeit unterstützen und gleichzeitig die wichtige und mutige Arbeit der Filmemacher honorieren, die das Thema künstlerisch einem breiten Publikum zugänglich machen“.

Oeding engagiert sich auf vielfältige Weise für Nachhaltigkeit. Das neue Gebäude am Standort Braunschweig-Rautheim wurde beispielsweise im Plusenergiestandard gebaut und oeding print erfüllt die höchsten Qualitäts- und Umweltstandards in Deutschland.

Jasmins und Michaels Leben in Fort McMurray wird durch die großen Waldbrände 2016 beendet. Das Feuer, das jedes zehnte Haus der Stadt zerstört, ist eines der größten der kanadischen Geschichte. „Nur wenige Monate nach dem Brand genehmigte die kanadische Regierung den weiteren Ausbau von Ölsandprojekten und Pipelines“, liest man im Abspann des Films, der aufgrund mangelnden Interesses in Kanada übrigens nicht gezeigt wird.

Text Katharina Holzberger
Fotos Made in Germany Filmproduktion GmbH,
Patrick Slesiona/Filmfestival Braunschweig

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