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Helmut Zerlett

23. November / Preisverleihung /

Staatstheater (BS)

Der Kölner Musiker Helmut Zerlett wird beim Internationalen Filmfest
mit dem „Weißen Löwen“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Seine Heimat: Köln. Sein Markenzeichen: der Hut. Sein Instrument: die Hammond-Orgel. Sein Name: Helmut Zerlett. Bereits in den 80ern feierte der 62-jährige Vollblutmusiker Charterfolge mit Dancefloor-Klassikern wie „Masimbabele“, war mit Joachim Witt an der Neuen Deutschen Welle beteiligt, produzierte in London und New York, spielte über 20 Jahre bei Marius Müller-Westernhagen und arbeitete mit Performancekünstler Chris Newman. So richtig bekannt wurde Zerlett in den 90ern schließlich als Sidekick und Bandleader bei der „Harald Schmidt Show“. Was viele nicht wissen: Der Kölner Keyboarder ist seit Jahrzehnten auch erfolgreich als Filmkomponist unterwegs. So hat Zerlett bislang die Musik für 22 Spielfilme, 28 TV-Filme und mehr als 90 TV-Serienerfolgen komponiert und dabei so einige Nominierungen und Preise eingefahren. Jetzt wird er vom Internationalen Filmfest Braunschweig im November mit dem „Weißen Löwen“ für sein Lebenswerk geehrt. Verbunden mit der Auszeichnung widmet das Festival dem Kölner eine Retrospektive mit sieben Filmen aus den Jahren 2007 bis 2020, für die er die Musik geschrieben hat. Darunter ist auch der bislang unveröffentlichte Tatort „Die Guten und die Bösen“, mit Hannelore Elsner in ihrer letzten Rolle, der am 19. April 2020 im Fernsehen ausgestrahlt wird. Außerdem präsentiert Zerlett gemeinsam mit dem Staatsorchester Braunschweig und den „Akademix“, der Band der Deutschen Filmakademie, auf dem Braunschweiger Festival ein Porträtkonzert mit Suiten seiner Filmmusik aus „Jerry Cotton“, „Haus der Krokodile“, „Neues vom Wixxer“, „Vampirschwestern“ und „Kalte Füße“. Über was könnte man sich mit einem Multitalent wie Helmut Zerlett, der gerade mit einem Award fürs Lebenswerk ausgezeichnet wurde, unterhalten? Klar, natürlich übers Leben ...
FI Zerlett art
Beim diesjährigen Internationalen Filmfest Braunschweig wirst du mit dem „Weißen Löwen“ für dein Lebenswerk ausgezeichnet. Hättest du dir das jemals vorstellen können?
Ehrlich gesagt, ich bin überwältigt! Ich fühle mich sehr geehrt, wenn ich die Reihe der bisherigen Ausgezeichneten anschaue. Aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich gerade erst anfange und so wenig über Musik weiß ...

Lebenswerk klingt ein bisschen so, als würde man sein bisheriges Leben Revue passieren lassen ... Wenn du jetzt mal zurückblickst, welche war die größte und weitreichendste Entscheidung, die du in deinem bisherigen Leben getroffen hast?
Meine größte und bedeutendste Entscheidung war der Wunsch, Kinder zu haben. Ich bin ein sehr glücklicher Vater.

Was würdest du sagen, welchen Titel würde dein Leben tragen, wenn es ein Song wäre?
„Get Up With It“ von Miles Davis.

Du hast sogar die Schule geschmissen, um Musiker zu werden ... Im Nachhinein eine gute Entscheidung? Oder was würdest du beim zweiten Mal anders machen, wenn du noch mal an diesen wegweisenden Punkt zurückkehren könntest?
Für mich gab es damals gar keine Wahl, ich musste weg von der Schule, um Musik machen zu können. Ein Studium kam für mich nicht in Frage, da mir das Studio und die Bühne näher waren als der Hörsaal.
Gab es einen Moment in deinem Leben, wo du so richtig Schwein gehabt hast?
Ich habe so viel Schwein in meinem Leben gehabt, dass der Platz hier nicht ausreichen würde, alles zu nennen. (lacht)

Hast du so etwas wie deine persönliche Bucket-List?
Ich habe das große Glück, dass sich viele meiner Wünsche bereits erfüllt haben. Trotzdem bin ich immer neugierig auf Unentdecktes und da trifft der Spruch „Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean“ auf mich sehr zu. Ich mache mir jedoch Sorgen um die Zukunft unserer Kinder und würde es gerne noch erleben, dass die Regierungen der Welt sich wirklich ernsthaft mit den Umwelt- und Ernährungsproblemen auseinandersetzen.

Jetzt mal Hand aufs Herz! Hattest du schon einmal einen deiner eigenen Soundtracks als Klingelton?
(lacht) Nein! Sobald ich etwas abgeschlossen habe, höre ich es eigentlich nicht mehr.

Für welchen Filmklassiker würdest du gerne mal die Filmmusik komponieren?
Ich würde gerne für einen Stummfilm wie „Nosferatu“ einen Score schreiben.

Du spielst Hammond-Orgel, Fender Rhodes und Synthesizer. Welches Musikinstrument würdest du noch gerne beherrschen und welches Musikinstrument ist für dich das Schlimmste?
Als Komponist spiele ich alle Instrumente ein bisschen. Cello zu spielen würde mich sehr reizen, aber ich bräuchte noch ein Leben um es zu lernen ... und schlimme Instrumente gibt es für mich nicht.
Wenn du drei Musiker – lebend oder bereits verstorben – zum Abendessen einladen könntest, welche wären das und was würde es zum Dinner geben?
Jimi Hendrix wegen seiner unglaublichen Seele, Miles Davis wegen seiner unglaublichen Seele und Amadeus Mozart wegen seiner unglaublichen Seele. Wir würden rosa Champagner trinken und zu essen gäbe es Spaghetti arrabiata, das mag jeder.

Am 11.11. beginnt wieder die fünfte Jahreszeit. Als geborener Kölner hast du doch sicherlich den Karneval im Blut? Was war dein schrägstes Kostüm zum Karneval, für das du dich noch heute schämst?
Natürlich bin ich ´ne kölsche Jung, aber ich würde mich niemals für ein Kostüm schämen.

And last but not least: Wärst du lieber weniger attraktiv und steinreich oder extrem gut aussehend, aber dafür arm?
Viel eher ist es mein Ziel, immer mehr ich selbst zu werden.

Interview Nadine Dilly, Anna - Adobe Stock
Fotos Kerstin Lautenbach-Hsu

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