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Leinwand-Ikone Sigourney Weaver zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“

Leinwand-Ikone Sigourney Weaver zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ | Sie ist die Mutter aller Science-Fiction-Heldinnen: Vor 38 Jahren schrieb Sigourney Weaver mit „Alien“ Kinogeschichte und wurde mit der Rolle der mutigen Ripley zur Kultfigur. Ihr komödiantisches Talent zeigte sie in „Die Waffen der Frauen“ oder „Ghostbusters“. Glänzende Kritiken bekam sie für dramatische Rollen in „Der Eissturm“ oder „Gorillas im Nebel“. Demnächst steht sie für die Fortsetzungen des pompösen Spezialeffekt-Spektakels „Avatar“ von James Cameron vor der Kamera. Auch die Neuauflage von „Alien“ steht vor der Tür. Doch zunächst kommt Weaver als Oma in dem Drama „Sieben Minuten nach Mitternacht“ auf die Leinwand.

Frau Weaver, wir könnten das Gespräch gerne auf Deutsch führen …
Ich wünschte, das wäre so. Ich liebe Deutsch, das ist so eine großartige Sprache. Ich habe Latein und Französisch studiert. Aus diesem Grund gefällt mir Deutsch so gut, weil ich absolut keine Ahnung habe, wie das buchstabiert wird. Ich bewundere Sandra Bullock, die wirklich gutes Deutsch spricht, aber ich kann diese Sprache nicht.

In der Film-Datenbank IMDB steht aber doch, dass Sie Deutsch könnten?
Das ist eine komplette Lüge, ich weiß nicht, wie diese Information dorthin gelangt ist. (lacht) Ich hatte für einige Zeit ein deutsches Kindermädchen, aber die sprach nie Deutsch mit mir. Lediglich ein paar Zahlen hat sie mir beigebracht: Eins, zwei, drei, vier, fünf – mehr kann ich nicht.
In „Sieben Minuten nach Mitternacht“ spielen Sie erstmals eine Großmutter, was hat Sie an der Oma-Rolle gereizt?
Ich bin glücklich über dieses Projekt, weil ich den Roman so außergewöhnlich finde. Diese Rolle war eine ziemliche Herausforderung. Nicht nur, weil ich mit britischem Akzent reden muss, sondern meine Figur ist zunächst ziemlich unangenehm und wird erst zum Ende sympathisch. Solche Entwicklungen einer Rolle gefallen mir ausgesprochen gut.
Waren Sie als Mutter ähnlich streng mit Ihrer Tochter wie die Figur, die Sie hier spielen?
Ich glaube nicht, dass ich so streng war, aber das musste ich auch gar nicht sein. Meine Tochter und ich sind fast immer derselben Meinung – auch wenn sich das vermutlich ungesund anhören mag. Man kann die Mutter im Film aber gut verstehen. Als sie von der Krankheit ihrer Tochter erfährt, möchte sie mit ihren Ratschlägen ja nur helfen. Ich glaube, so würden die meisten Eltern reagieren.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir die Einzigen in dieser Welt sind und es ansonsten keine Ergebnisse der kreativen Kräfte in diesem Universum gibt − das wäre doch ziemlich enttäuschend.

FW SiebenMinutenNachMitternacht c StudioCanal 01
Wie wichtig sind Schnittmengen mit einer Figur?
Ich muss schon auf eine gewisse Weise mit der Rolle verschmelzen können, das ist das Rohmaterial eines Schauspielers. Ich muss eine Figur glaubhaft machen, was einen bei einer Geschichte wie dieser schon auch ganz schön mitnehmen kann.

Sie sind bekannt für die starken Frauen, die Sie spielen. Wie stark sind Sie jenseits der Leinwand?
Ich halte mich nicht für besonders mutig. Ich schreie schon laut, wenn ich nur eine Spinne entdecke. Ich wäre also nicht die geeignete Person für eine Raumfahrt-Mission wie Ripley es ist.

Konnten Sie von der Power-Frau Ripley etwas fürs eigene Leben lernen?
Wie die meisten Schauspieler kann auch ich eine Rolle wieder hervorholen. Ich bin schon einmal im Aufzug steckengeblieben und dachte: „Mein Gott!“. Dann überlegte ich: „Was würde Ripley machen?“. Also habe ich tief durchgeatmet, bis wir gerettet wurden. Wenn ich Hilfe brauche, kann ich mich also schon an Ripley wenden! (lacht)
Sie haben ein hohes Arbeitsaufkommen, demnächst drehen Sie die Fortsetzungen von „Alien“ und „Avatar“, von dem gleich mehrere Teile entstehen. Wie laden Sie Ihre Batterien auf? Entspannen Sie mit Lesen oder Gartenarbeit?
Ein Garten kann einem sicher viel Energie geben. Aber meine Methode sind Wanderungen in der Natur. Je weiter weg von einer Stadt, desto schöner finde ich es. Ich weiß noch nicht, wie ich das beim Dreh von „Avatar“ hinbekomme, weil der in Los Angeles entstehen wird. Dort kenne ich mich nicht besonders gut aus und weiß nicht, wo man am besten in die Natur fliehen kann. Aber ich bin mir sicher, dass auch Kalifornien viele schöne Orte bietet.
Was ist die wichtigste Qualität für Schauspieler?
Vor allem ein solides körperliches Stehvermögen.

Sind Sie froh, dass Ihre Tochter ebenfalls in diesem Beruf arbeitet?
Das tut sie gar nicht, das ist noch so eine falsche Information auf IMDB! (lacht) Charlotte möchte Autorin werden und studiert an der Pixar-Universität, wo sie von vielen jungen Kreativen umgeben ist. Wenn Sie meine Tochter fragen würden, ob sie Schauspielerin werden möchte, würde sie nur mit den Augen rollen. Sie hat daran kein Interesse und es würde ihr gar keinen Spaß bereiten.
Wird es Ihnen nicht manchmal unheimlich, dass alle Sie so verehren? – Es findet sich kein böses Wort über Sie im Internet.
Ich hatte das Glück, in einigen Filmen spielen zu dürfen, die das Publikum wirklich liebt.

Wird der Ruhm nicht bisweilen auch zum Problem, wenn man als Ikone gilt?
In New York lässt man mich ziemlich in Ruhe. Die einzige Person, die darunter leidet, ist meine Tochter. Es ist immer schwierig, das Kind prominenter Eltern zu sein. Das springt ihnen entgegen, obwohl es überhaupt nichts mit ihnen zu tun hat. Für Kinder ist das weitaus ärgerlicher als für einen selbst. Denn die müssen jedes Mal überlegen, wer ihre wahren Freunde sind. Zum Glück ist das meiner Tochter gelungen: Deren Freunden ist es ziemlich egal, wer ihre Mutter ist. (lacht)
Fühlen Sie sich in solchen intimen Filmen wohler als in Großproduktionen à la „Avatar“, wo Sie wegen der Spezialeffekte vor grünen Wänden spielen?
Die grünen Wände gibt es mittlerweile kaum noch, man fühlt sich eher wie bei einer Theaterprobe. Es ist dein Job, solchen Szenen die gleiche Intimität zu geben wie in einem kleineren Film. Nur wenn das gelingt, funktioniert ein Film. Wenn „Avatar“ diese Möglichkeiten zu intimen Szenen nicht bieten würde, hätte ich die Rolle abgelehnt. Natürlich entstehen dort fantastische Welten – aber die eigentlichen Dinge passieren zwischen den Charakteren.

Wie anstrengend ist all die Geheimniskrämerei um „Aliens“ und „Avatar“? Wenn Sie Ihren Laptop mit dem Drehbuch verlieren, dürfte die Hölle los sein.
Ich glaube, ihr Journalisten leidet da viel mehr, weil ihr überhaupt nicht wisst, worum es in diesen Filmen gehen wird. Ich leide nicht, weil ich die gesamten Drehbücher gelesen habe! Meinen Laptop darf ich natürlich nicht verlieren – werde ich auch nicht, da bin ich wie Ripley, die ihn eisern verteidigen würde. (lacht)

Ist diese Geheimnistuerei bei großen Produktionen mittlerweile nicht zur Manie geworden, zu einem bloßen Marketingtrick?
Man möchte damit einfach Spoiler vermeiden. Ich hasse die Vorstellung, jemand würde den ganzen Film für das Publikum ruinieren, indem er vorher bereits ausplaudert, worum es darin geht. Das möchten wir verhindern. Deswegen muss jeder von uns sein Bestes geben, um den Film zu schützen.
FW SiebenMinutenNachMitternacht c StudioCanal 03

Haben Sie Einfluss auf die Rollen in „Avatar“ und Alien“ – die Figuren sind Ihnen immerhin auf den Leib geschrieben?
Sie wissen doch gar nicht, ob ich dieselben Figuren spielen werde! (lacht)


Immerhin weiß man, dass Sie in den Filmen mitspielen: Haben Sie Einfluss darauf?
Ja, darauf habe ich Einfluss. Was ich von James Cameron bekommen habe, ist absolut unglaublich. Ich freue mich sehr auf unser Treffen vor den Dreharbeiten, um die Details und Nuancen noch genauer zu klären. James ist sehr offen, da haben wir großes Glück. Er möchte wissen, was wir von seinen Ideen halten und ob wir andere Vorschläge haben.

Mit welchen Gefühlen sehen Sie alte Filme von sich, wenn Sie etwa zufällig im Fernsehprogramm darüber stolpern?
Das hängt vom jeweiligen Film ab. Zum Kinostart des neuen „Ghostbusters“ lief im Fernsehen öfters das Original. Das habe ich mir gemeinsam mit meiner Tochter angeschaut und es hat großen Spaß gemacht, weil es einfach ein so liebevoller Film voller Gefühl ist. Üblicherweise ist meine Tochter nicht besonders interessiert an meinen Filmen – sie sieht mich lieber einfach nur als ihre Mutter.

Glauben Sie eigentlich an Aliens?
Ich glaube absolut an Aliens und ebenso an UFOs. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir die Einzigen in dieser Welt sind und es ansonsten keine Ergebnisse der kreativen Kräfte in diesem Universum gibt − das wäre doch ziemlich enttäuschend. Ich möchte furchtbar gerne noch ein Alien treffen bevor ich sterbe − ein echtes natürlich!

Haben die Aliens Sie je in Albträumen verfolgt?
Ich hatte nur einen einzigen Albtraum mit Aliens und der ist so lächerlich, dass Sie ihn kaum glauben werden: Ich befand mich auf einem Kreuzfahrtschiff und an Bord gab es ein Alien. Natürlich wollte mir das niemand glauben. Deswegen war mein einziger Ausweg, mich fortan unter einem Liegestuhl auf dem Sonnendeck vor dem Außerirdischen zu verstecken. (lacht)

FW SiebenMinutenNachMitternacht c StudioCanal 02
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Interview: Dieter Oßwald
Fotos: Studio Canal

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