Anzeige

Anzeige
BerlinFalling c Nfp Film breit
Fünf Fragen an Ken Duken | Am Freitag fand die Braunschweig-Premiere des Films „Berlin Falling“ im C1 Cinema statt. Regisseur und Hauptdarsteller Ken Duken war zu Gast und stellte sich den Fragen der Zuschauer. Der Film läuft noch am 25., 27. und 30. Juli und am 1. August. Weitere Infos gibt es hier.
Was ist eine Aussage des Films?
Mir ging es nie darum, einen plumpen Film über nur einen Terroranschlag zu machen. Sondern auch über das Gefühl darüber hinaus, über die Ängste, die der Terror mit uns macht, wie wir durch sie manipulierbar werden und wie diese Extreme sich bedingen. Ich wollte darauf hinweisen, dass wir nicht irgendwann durch unsere Emotionen einem Extrem mit einem anderen begegnen, sondern offen und aufmerksam bleiben.

Wie sind Sie auf diese Geschichte gekommen?
Es ging um eine Grundangst, die ich hatte. Dazu nimmt man eine Realität, einen Genrefilm, setzt sie in einen anderen Kontext, um einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Man muss dazu sagen, dass wir diesen Film vor drei Jahren entwickelt haben. Damals war die größte Kritik, die wir bekommen haben, dass einiges daran unglaubwürdig wäre. Ursprünglich kam ich wegen der Griechenland-Krise auf die Idee. Ich war geschockt davon, wie die Stimmung in Deutschland hochgekocht ist – als ob man ein halbes Land mit Mistgabeln nach Griechenland schicken könnte. Das war wie gesagt die Grundidee. Dann passierte Charlie Hebdo, als wir kurz vor Dreh standen. Und Paris. Wir haben uns alle in die Augen geschaut und uns gefragt, ob wir diesen Film überhaupt machen sollen. Aufgrund der Thematik und wie der Film angelegt ist haben wir aber gesagt: Jetzt erst recht. Ich wurde oft gefragt, warum ich so eine harte Geschichte für mein Regiedebüt nehme. Aber ich glaube, dieses Thema hat auf eine Art und Weise mich ausgesucht. Es hieß dann, jetzt oder nie.

Schadet es einem Film, wenn er im Nachhinein so nah an der Realität ist?
Als Filmemacher wollten wir zuallererst einen Genrefilm machen. Ich glaube aber, dass in dem Wort Unterhaltung auch „Haltung“ drin steckt. Ich glaube, ich bin als Regisseur noch kompromissloser als als Schauspieler. Man ist Teil einer Vision, die man zusammen entwickelt und als Regisseur steht man dafür. Ich habe ziemlich lange nach etwas gesucht, was ich so wie ich es machen kann auch genauso machen will. Gleichzeitig wollte ich dem Zuschauer nicht irgendetwas vorkauen, sondern ihn auch fordern. Und nicht entmündigen. Der Film polarisiert, er stellt viele Fragen und will zur Diskussion anregen. Es freut mich, dass es so ein tolles Echo gab.

Der Film polarisiert, er stellt viele Fragen und will zur Diskussion anregen.

Der Monolog von Andreas im Film ist teilweise aus Facebook-Kommentaren zusammengesetzt, können Sie das genauer erklären? Von wo kommen diese Kommentare?
Andreas ist für mich als Figur total wichtig, weil sie ein Symbolbild für eine gesellschaftliche Haltung der Zeitgeschichte ist. Für mich war es wichtig, dass ich dieser Figur keine Begründung gebe – zum Beispiel, dass er eine schwere Kindheit hatte. In der typischen Fernseh-Dramaturgie ist eine Begründung immer gleich eine Rechtfertigung. Aber ich finde, nichts darf seine Handlung rechtfertigen. Als wir das Projekt entwickelt haben, haben wir uns in Facebook-Konversationen eingeklinkt und geschaut, wie die Leute reden. Wir haben gemerkt, dass der Tonfall ganz schön krass ist – und das gar nicht mal nur auf extremen Plattformen. Es kann einem jeden Tag entgegenkommen. Und dann haben wir uns entschlossen, diese Rede komplett aus Facebook-Kommentaren zusammenzubauen.

 

Wie wird diese Thematik verbildlicht?
Es sind viele Interpretationen im Film. Im Drehbuch wurde der Gesellschaftliche Verfall eingearbeitet. Ähnlich wie bei Fight Club gibt es eine Szene, in der die Stadt zwar nicht zusammenfällt aber anfängt zu brennen, während die Rede gehalten wird. Durch die Weihnachts-Welt erzeugen wir mit dem Glühen und Leuchten einen Kontrast. Es sollte visuell immer mehr werden. Wir haben viel Herzblut und Liebe reingesteckt.

Ken Duken c Kathleen Kalle2 01
Bitte aktivieren Sie Marketing Cookies, um das Video zu sehen.

Text: Katharina Holzberger
Fotos: NFP Film, Kathleen Kalle

User Rating: 0 / 5

SUBWAY Newsletter

 

Mit SUBWAY verpasst Du kein Event mehr in Braunschweig und der Region. Hol Dir unseren Newsletter!

Kontakt

SUBWAY – Eine Region, ein Magazin

#Redaktion

oeding magazin GmbH
Erzberg 45
38126 Braunschweig

Telefon: 0531-48015-134
Telefax: 0531-48015-79
E-Mail: redaktion@subway.de