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Der sechste „Sanddorn“-Krimi „Endstation Braunschweig“ ist beim Internationalen Filmfest in der Kategorie „Heimspiel“ nominiert. Wir sprachen mit Regisseur Jonas Jarecki.
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Seit fast 15 Jahren ist Jonas Jarecki als Amateurfilmemacher unterwegs und produzierte bisher rund dreißig nicht kommerzielle Filme. Neben zahlreichen Kurzfilmen, darunter auch Schulprojekte und Imagefilme, drehte er auch Krimis und Thriller in Spielfilmlänge. Seine vermutlich bekanntesten Filme sind die aus der „Sanddorn“- Reihe, einer Krimiserie, deren Episoden in und um Braunschweig und Wolfenbüttel spielen. Beim diesjährigen Internationalen Filmfest Braunschweig wird nun der sechste Teil zu sehen sein. Jonas Jarecki hat uns verraten, warum das nun gleichzeitig der letzte Film um Kommissar Sanddorn sein wird ...
Jonas, auf welche Handlung dürfen wir uns im sechsten Braunschweig-Krimi freuen?
Kommissar Sanddorn und seine Kollegin Bianca Droste erhalten im sechsten Braunschweig-Krimi Unterstützung durch die junge Kommissarin Jessica Heisenberg, gespielt von Anika Lamade. Im Kennel wird die Leiche eines Obdachlosen gefunden, die zunächst Rätsel aufgibt. Erst nach einigen Tagen meldet sich eine anonyme Hinweisgeberin, die den Kommissaren erste Hinweise geben kann. Nach und nach kommen Sanddorn und sein Team auf die Spur von zwielichtigen Machenschaften einer Spedition, die von einem Anwalt im Ruhestand vertreten wird, der seit Jahrzehnten einen zweifelhaften Ruf genießt. Was Sanddorn und seine Kollegen jedoch nicht wissen: Sie haben geradezu in ein Wespennest gestochen und durch ihre Ermittlungen einen Prozess angestoßen, der nicht mehr zu stoppen ist. Zum Vorteil für die einen, zum Nachteil für die anderen ... Es wird also wieder spannend werden. (lacht)
Der Plot basiert auf der Idee von Krimiautor Dirk Rühmann, der bisher auch das Drehbuch geschrieben hat. Wer war diesmal für das Drehbuch zuständig?
Dieses Mal habe ich das Drehbuch komplett alleine geschrieben, mich aber sehr eng mit Dirk Rühmann abgestimmt. Die Hauptkomponenten seiner Romanvorlage „Endstation Bruchstraße“ aus dem Jahr 2015 habe ich hier allerdings übernommen. Verändert haben sich unter anderem der Titel und teilweise einige Handlungsstränge.

Normalerweise haben die „Sanddorn“-Krimis eine Länge von 40 bis 60 Minuten. Der aktuelle Film ist nun deutlich länger als seine Vorgänger  ...
Das ist richtig. Wir haben es geschafft, unseren ersten Film in Spielfilmlänge zu produzieren. Gerade vor dem Hintergrund, dass es nun definitiv der allerletzte „Sanddorn“-Krimi sein wird, haben wir für das Braunschweiger Publikum noch mal etwas ganz Besonderes geschaffen. Insgesamt kommen wir auf eine Länge von 82 Minuten inklusive Abspann und einem Musikvideo, das als besondere Zugabe noch an den Film angehängt ist.

Warum wird es keine weiteren „Sanddorn“-Folgen mehr geben?
Ich hatte ja eigentlich schon nach unserem fünften Film vor, mich von „Sanddorn“ zurückzuziehen. Damals dachte ich, dass wir das Niveau nicht mehr ohne großes Budget steigern können. Zum Glück für unsere Fans erwies sich das als falsch. Mich hat nach einer halbjährigen Pause doch noch einmal das Krimi-Fieber gepackt und ich habe alle Mitstreiter motivieren können, noch einmal einen Film zu drehen. Leider liefen auch diese Dreharbeiten nicht ohne Probleme, was die Fertigstellung verzögert hat. Zudem habe ich dieses Jahr einen Jobwechsel vollzogen und dadurch weniger Zeit für dieses aufwendige Hobby.
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An welchen Schauplätzen habt ihr diesmal gedreht?
Wir haben mit der Brauerei Oettinger, dem Braunschweiger Hafen und der Spedition Wandt wieder einige namhafte Unternehmen für dieses Projekt gewinnen können, bei denen viele der Filmszenen entstanden sind. Leider hat die neue Datenschutzgrundverordnung auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und verhindert, dass wir den Braunschweigern bekannte öffentliche Plätze zeigen können, wie in den vorherigen Folgen. Wie sich das in Zukunft für uns Video- und Fotografen entwickeln wird, wird sich zeigen. Ich finde es auf jeden Fall sehr schwierig, seine künstlerische Freiheit damit weiterhin auszuleben.

Was magst du am liebsten an der Braunschweig-„Kulisse“?
Braunschweig bietet mit seinem teilweise historischen Stadtbild eine interessante Kulisse, zumal es hier immer wieder Ecken gibt, die der ein oder andere noch nicht vorher gesehen hat, so geht es mir zum Beispiel auch oft. Gepaart mit einer interessanten Handlung ergibt dies eine interessante Mischung, auf die sich der Zuschauer freuen darf. Der Wiedererkennungseffekt tritt oftmals beim Anschauen unserer Filme ein. Nicht selten sagen uns die Zuschauer: „Die Ecke kenn ich doch“.
Wer hat die Filmmusik komponiert?
Die Filmmusik hat dieses Mal ein alter Schulfreund von mir komponiert. Mit Johannes Wassermann haben wir jemanden für den Film gewinnen können, der meine filmische Arbeit schon früher oft begleitet hat. Er kennt also bereits die Art und Weise, wie ich filme und was mir am Ende musikalisch gefällt. Erwähnenswert ist außerdem, dass wir mit den beiden Bands Neoton und Lucys Darling zwei tolle Interpreten begeistern konnten, die jeweils Songs zu unserem Film beigesteuert haben. Lucys Darling werden zudem mit ihrem eigens für den Film produzierten Song „I Was Killed Today“ nach dem Film in einem Musikvideo zu sehen sein. Also sollten die Zuschauer nach dem Abspann noch einen Moment lang in ihren Sitzen bleiben.

Was war die größte Herausforderung bei der aktuellen Produktion?
Die größte Herausforderung bestand dieses Mal darin, dass es durch viele Terminverschiebungen immer wieder zu Verzögerungen bei der Fertigstellung des Films gekommen ist.
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Was vereint deiner Meinung nach die sechs „Sanddorn“-Krimis und worin unterscheiden sie sich?
Die sechs Krimis vereint das „Sanddorn“-Team vor und hinter der Kamera. Der Zusammenhalt des Kernteams unserer Produktion ist vorbildlich. Auch in schwereren Phasen haben wir uns immer gegenseitig motiviert und den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Die Unterschiede finden sich logischerweise vor allem in der Handlung und auch in der technischen und schauspielerischen Umsetzung, die von Folge zu Folge professioneller geworden ist.


Was ist für dich ganz persönlich das Besondere am Charakter Kommissar Sanddorn?
Sanddorn ist ein sehr spezieller Charakter, der aneckt, aber auch durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn überzeugt. Man muss dazu sagen, dass Thomas Hupe diese Rolle wirklich perfekt verkörpert und auch dazu beigetragen hat, dass sich die Filmfigur von Episode zu Episode weiterentwickelt hat.

Wie lange dauerte die Realisierung des Films von der Idee bis zur endgültigen Fertigstellung?
Lange! Wir haben von Mai 2018 bis Februar 2019 gedreht und den Film im Nachgang bis Ende September bearbeitet. Die Idee hatte ich bereits Ende 2017 im Kopf, die Ausarbeitung hat ungefähr bis März 2018 gedauert.

Wie hat sich der Film finanziert?
Das können wir kurz machen: Eigenfinanzierung. Wie so oft finden solche Projekte leider keine größeren Sponsoren. Wir zeigen damit aber auch, dass es auch ohne das große Geld möglich ist, die Leute da draußen zu begeistern und die Menschen ins Kino zu bekommen. Da kann man schon ein wenig stolz sein ...
„Endstation Braunschweig“ ist beim Filmfest in der Kategorie „Heimspiel“ nominiert ...
Genau. Und mittlerweile sind wir das fünfte Mal nach 2015 vertreten. Das ist auch der eigentliche Erfolg dieser Serie. Wir haben aus dem Nichts ein Kulturgut geschaffen, das mittlerweile Fans aus dem gesamten Bundesgebiet vorzuweisen hat. Ich muss sagen, das macht mich schon ein wenig stolz.

Wo und wann ist der Film genau zu sehen?
Aktuell einmalig auf dem diesjährigen Filmfest. Ich habe derzeit nicht vor, den Film wieder als DVD produzieren zu lassen. Die Leute gucken mehr online als auf DVD, daher rentiert sich eine Produktion von DVDs in meinen Augen nicht wirklich.
Was sind deine nächsten Filmprojekte?
Oh, da gibt es derzeit viele Ideen. Ich denke aber, dass ich erst einmal eine längere Pause machen werde, was das Filmemachen fürs Kino betrifft. Neben Job und Familie habe ich auch wieder die Leidenschaft für den Sport entdeckt, der ich mich in nächster Zeit vermehrt widmen werde. Dazu kommt, dass ich auch mein Faible für die Fotografie entdeckt habe und dort gerade meine ersten Erfahrungen sammle. Primär werde ich mich wohl vorwiegend filmisch um Auftragsarbeiten wie Hochzeiten kümmern.

Interview Kerstin Lautenbach-Hsu
Fotos Gesa Jarecki, Jonas Jarecki (Screenshots aus „Sanddorn – Endstation Braunschweig“)

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