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Schauspieler Elyas M’Barek im Interview zu „Das perfekte Geheimnis“
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Er zählt zu den wenigen Stars des deutschen Kinos. Mit der „Fack Ju Göhte“-Trilogie lockte Elyas M’Barek als cooler Aushilfslehrer Zeki Müller zuverlässig ein Millionenpublikum. Den ersten Auftritt hatte der Sohn eines tunesischen Vaters und einer österreichischen Mutter noch während seiner Schulzeit in „Mädchen, Mädchen“. Für seine Rolle in „Türkisch für Anfänger“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis. Nach dem Historien-Spektakel „Medicus“, dem Thriller „Who Am I“ oder zuletzt dem Polit-Thriller „Der Fall Collini“ kommt M’Barek nun in der Komödie „Das perfekte Geheimnis“ in die Kinos – ausgedacht und inszeniert von „Fack Ju Göhte“-Macher Bora Dağtekin. Mit Elyas M’Barek sprach unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.
Herr M’Barek, fehlt auf dem Filmplakat nicht ein Warnhinweis: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Paar- therapeuten“?
Nicht nur den Paartherapeuten! (lacht) Es geht in „Das perfekte Geheimnis“ ja nicht nur um Beziehungsprobleme, sondern um Freundschaften und die Frage, was Freunde von einem wissen dürfen. Wie viel Wahrheit vertragen Beziehungen?

Würden Sie empfehlen, das Spiel aus dem Film einmal im echten Leben zu probieren?
Nein, davor kann ich nur dringend abraten. Ich würde bei diesem Spiel im echten Leben mit Sicherheit nicht mitmachen! Solche Handy-Experimente sollte man meiner Meinung nach tunlichst vermeiden.
Auf Facebook haben Sie geschrieben, der Film sei eine „Überkomödie“ – was hat zu der neuen Wortschöpfung geführt?
Überkomödie klingt doch ganz gut. Und beschreibt treffend, dass „Das perfekte Geheimnis“ die beste Komödie ist, die in diesem Jahr im Kino zu sehen ist. Es wird 2019 keinen lustigeren Film geben. Zumal dieser sehr viele Wendungen und Überraschungen bietet. Der Film wird von Minute zu Minute haarsträubender und beunruhigender. Irgendwann denkt man: Bitte Gott, lass kein Handy mehr klingeln! Jeder, der im Kino sitzt, kann froh und dankbar sein, dass er nur im Kino sitzt und nicht zu diesem Freundeskreis gehört.
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Nach dem Ausflug ins ernste Fach mit dem Politthriller „Der Fall Collini“ kehren Sie zur Komödie zurück. Spielt sich das entspannter, ohne die Last der Verantwortung bei einem Drama nach wahren Begebenheiten?
Für mich gibt es da keine Unterschiede, die Dreharbeiten bleiben dieselben. Auch „Das perfekte Geheimnis“ besitzt durchaus seine ernsten Momente, auch traurige Szenen. Das ist keine Klamauk-Komödie, wenngleich man wirklich sehr viel lachen kann. Aber das große Drama kommt hier ebenso wenig zu kurz wie die große Liebe. Über das Genre mache ich mir ohnehin keine großen Gedanken, für mich zählt nur, ob ich einen Film selber gerne im Kino sehen wollen würde.

Wie lustig sind die Dreharbeiten gewesen? Sorgten spontane Lacher für Drehabbrüche oder ist das ein ganz normales Geschäft für Schauspieler?
Es gab schon viele Momente, in denen beim Dreh sehr viel gelacht wurde und Szenen deswegen wiederholt werden mussten. Wenn sieben Schauspieler an einem Tisch sitzen, sind Fehler, Lacher und Versprecher gar nicht zu vermeiden. Das gehört aber auch dazu, schließlich muss man seine Energie am Set halten. Wenn da nur Trauerstimmung herrschte, wäre es schwierig, die Szenen mit Energie zu füllen.
Regisseur Dağtekin erzählt, dass er Szenen öfter als sonst gedreht hätte, um beim Schnitt eine größere Auswahl zu haben. Wie hat sich das auf die Arbeit ausgewirkt?
Wie gesagt, sieben Schauspieler an einem runden Tisch – da möchte der Regisseur natürlich eine große Auswahl an Einstellungen und Blickwinkeln haben, was die Sache in die Länge zieht. Im Durchschnitt haben wir eine Szene am Tag gedreht. Das ist ungewöhnlich für Schauspieler und es erfordert zusätzliche Konzentration, wenn man von morgens bis abends denselben Text spricht und in dasselbe Stück Lasagne beißt.

Gab es denn eine kleine Konkurrenz um das ­größte Stück Lasagne?
Nein, es gab eher eine Konkurrenz, wer am wenigsten davon essen muss! (lacht) Wenn man sich morgens zu viel auflädt, und abends noch immer davon essen muss, fühlt man sich irgendwann ziemlich voll.
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„Ich hätte schon Lust darauf, Einmal hinter die Kamera zu wechseln, wenn ich die richtige Idee dazu habe“

Wie groß wäre für Sie die Verlockung, einmal das Handy von Freunden oder dem Partner zu checken?
Gar nicht, das würde ich nicht machen wollen. Schon deswegen, weil man selber nicht verletzt werden möchte. Es gibt gute Gründe dafür, dass manche Dinge einfach Geheimnisse bleiben, die nicht für einen selber bestimmt sind. Manche Sachen hören sich in einem anderen Kontext viel schlimmer an, als sie tatsächlich sind. Diese rigorose Offenheit würde allen Beteiligten nur wehtun.

Ist absolute Ehrlichkeit die falsche Basis für eine Beziehung oder Freundschaft?
Kleine Geheimnisse sind absolut wichtig. Man kann doch nicht jedem immer alles aufdrücken. Wenn man ständig alles sagen würde, was einem durch den Kopf schießt, kann das durchaus verletzend sein. Da finde ich es viel besser, wenn der andere das nicht unbedingt erfährt und man nicht schonungslos ehrlich ist. Nicht jeder muss wissen, dass ihm die Frisur vielleicht nicht steht oder die neuen Schuhe total hässlich sind.

Kleine Lügen haben lange Beine?
Wenn es den anderen verletzen würde, kann man durchaus eine Notlüge erfinden. Aber insgesamt sollte man schon ehrlich miteinander umgehen. Und vermeiden, Geheimnisse voreinander zu haben, die dem anderen schaden würden. Für mich wäre es Unehrlichkeit, Dinge zu verheimlichen, die der andere wissen müsste. Lügen sind alles andere als schön.
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Ihr Mitspieler Florian David Fitz wurde in einer Talkshow gefragt, ob er eher auf sein Handy oder auf Sex verzichten könnte. Was würden Sie darauf antworten?
Die Frage wäre mir generell zu privat.

Wie lange könnten Sie auf Ihr Smartphone verzichten?
Wozu sollte ich auf mein Smartphone verzichten? Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich ein Handy nutzen kann. Es gibt Momente, in denen ich es bewusst weglege, aber prinzipiell möchte darauf gar nicht verzichten. Dafür finde ich ein Smartphone viel zu praktisch.

Bora Dağtekin hat ein Händchen für Komödie wie kaum ein anderer im deutschen Kino. Was macht seine Qualität aus?
Bora schaut sehr genau hin und hört sehr genau zu. Damit trifft er den Zeitgeist und findet Themen, die für ein großes Publikum interessant sind und die er glaubhaft in seinen Filmen vermitteln kann. Bora arbeitet sehr zielführend. Wenn er eine Anweisung gibt, kann ich mich ohne viele Worte darauf verlassen, dass die Szene gut sein wird.

Mittlerweile wechseln immer mehr Schauspieler auf den Regiestuhl. Wäre das kein Reiz für Sie?
Manchmal hätte ich schon Lust darauf, auch einmal hinter die Kamera zu wechseln – wenn ich die richtige Idee dazu habe. Aber das kommt alles zur richtigen Zeit, da muss man nichts überstürzen.

Interview Dieter Oßwald
Fotos Constantin Film

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