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Von Taylor Swift über Paris Hilton bis hin zu Britney Spears – plötzlich hat jeder Stern am Pophimmel seine eigene Film-Dokumentation. Was steckt dahinter?
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Beyoncé, Lady Gaga und ja, sogar Michelle Obama haben in den vergangenen Jahren ihre eigene Doku rausgebracht. Außergewöhnliche Geschichten, starke Bilder und große Emotionen – das ist es doch, was wir hören, sehen und fühlen wollen. Schließlich zeigen die Celebrities in „Homecoming“, „Five Foot Two“ oder „Becoming“ ihre wahren Gesichter, wirken authentisch und werden zu ganz normalen Personen wie du und ich. Wir alle haben mal einen schlechten Tag, einen Pickel oder Bock auf tonnenweise Fast Food. Doch steht man erst mal im Rampenlicht, ist nur noch Perfektion erlaubt. Ob gewollt oder nicht – ein Millionenpublikum schaut immer zu.
Was uns in den 00er-Jahren noch Formate wie „MTV Cribs“ oder „MTV Masters“ beschert haben, geben uns heute die meist selbst produzierten Dokumentarfilme der Stars: ein Gefühl von Nähe, den ganz exklusiven Blick hinter die Kulissen und in die heimischen und glamourösen vier Wände.
Obwohl die Filmchen der VIPs erst mal wie reine PR und Selbstvermarktung wirken, sind sie insgeheim vielmehr der einzige Weg, auch mal selbst Stellung zu großen Schlagzeilen, Skandalen und Ereignissen zu beziehen. Schließlich ist die Klatschpresse durch Social Media nicht gerade netter geworden. In ihren eigenen Dokus können die KünstlerInnen ihre persönliche Sicht auf ihre Karrieren und den Tratsch preisgeben – ohne, dass die Worte verdreht und in einen falschen Kontext gesetzt werden. Wir zuschauenden Normalos können für 90 Minuten in eine Welt eintauchen, die uns ferner nicht sein könnte: millionenschwere Knebelverträge, Macht und Paparazzi. Hinter der glamourösen Fassade vieler herrschen jedoch Leere, Einsamkeit und Depressionen. Insbesondere auf Promi-Frauen wird ein enormer, öffentlicher Leistungsdruck ausgeübt, Cybermobbing inklusive. Das untalentierte It-Girl, die schlampige Country-Tussi, die verrücktgewordene Psycho-Tante – Bezeichnungen wie diese müssen Promi-Frauen tagtäglich im Netz und der Klatschpresse über sich ergehen lassen. Ihr Ehrgeiz, ihr Geschäftssinn und ihr künstlerisches Talent bleiben dabei völlig unbeachtet.


Aufstehen, Krone richten, weitermachen

So hat beispielsweise die Doku „This is Paris“ im September vergangenen Jahres für großes Aufsehen gesorgt: Die steinreiche Hotel-Erbin bricht zum ersten Mal das Schweigen über ihre Kindheit und die Internatshölle, durch die sie gehen musste, um in ihre einflussreiche und konservative Familie zu passen. Strenge Benimmregeln und Misshandlungen haben dazu geführt, dass Paris Hilton verlernt hat, sie selbst zu sein: „Ich habe das Gefühl, die ganze Welt glaubt, mich zu kennen, weil ich diesen Charakter schon so lange spiele“, gibt sie in der Dokumentation zu. Achtung, Spoiler: Das Dummerchen aus „The Simple Life“ war auch nur fake!

Taylor Swift erging es ähnlich: „Ich wurde zu der Person, die alle haben wollten“, beginnt die Sängerin in ihrer Doku „Miss Americana“ zu erzählen. Sie ist gerade mal 30 Jahre alt, wurde vom Rolling Stone zu einer der besten Songwriterinnen aller Zeiten gekürt und hat unzählige Billboard Music Awards gewonnen – trotzdem hat sie seit dem Start ihrer Karriere mit Hass und Beleidigungen zu kämpfen und wurde nicht zuletzt von Rapper Kanye West mit Hashtags wie #TaylorSwiftIsOverParty öffentlich gemobbt. Welche Wunden der öffentliche Druck und die Beleidigungen hinterlassen, erzählt sie in „Miss Americana“.
Zuletzt machte „Framing Britney Spears“ die Runde. Darin spricht das Popsternchen allerdings nicht selbst, denn sie steht noch immer unter der Vormundschaft ihres Vaters, der ihre gesamte Karriere seit nunmehr 13 Jahren kontrolliert und sich seitdem Stück für Stück an ihrer Karriere-Torte satt isst. Stattdessen sprechen Fans für sie und kämpfen auf den Straßen und im Netz mit dem Hashtag #FreeBritney um ihre Freiheit, damit die Pop-Prinzessin ihr Leben endlich wieder selbst in die Hand nehmen und Frieden finden kann.

Es ist erschreckend, was all diese kreativen, talentierten Frauen durchmachen mussten und müssen – sexistische Interviewfragen, Mobbing auf Social Media, Missbrauch. Deshalb brauchen wir all diese Dokus, um aus erster Hand zu erfahren, wie achtlos mit ihnen umgegangen wird, wie rücksichtlos Presse und Paparazzi, aber auch wir selbst noch immer mit unseren Kommentaren auf Instagram sind und wie verletzlich jeder einzelne von uns trotz glänzender Fassade ist.

Text Louisa Ferch
Foto Courtesy of Netflix

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