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Das Braunschweiger Start-up-Unternehmen curilab entwickelt eine
innovative App-Lösung für Pflegekräfte.
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Dass junge Studienabsolventen aus dem Bereich Mediendesign smarte App-Lösungen entwickeln, ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches. In erster Linie denkt man dabei aber eher an die für unsere Region typischen Entwicklungen im Bereich Automotive, mit denen sich im Idealfall in kurzer Zeit ein hoher Umsatz generieren lässt. Diesen Weg wollten die beiden Startup-Unternehmer Andreas Cichon und Enno Bassen aber nicht einschlagen; sie entschieden sich vielmehr für einen sozialen Ansatz, wie sie es selbst nennen. Die beiden haben eine innovative Pflege-App entwickelt, die mittels Spracherkennung den Alltag von Pflegekräften erleichtern soll.
Das Schlagwort Pflegenotstand ist seit einigen Jahren in aller Munde und die Zahl der Pflegebedürftigen übersteigt den tatsächlichen Bedarf an Pflegekräften bei weitem. Durch die in Deutschland strikten bürokratischen Auflagen und die Nachweispflicht für die erbrachten Leistungen gegenüber der Krankenkasse, benötigt das Pflegepersonal rund 30 Prozent der Arbeitszeit für die Pflege-Dokumentation und die nachzubereitende Arbeit. Für diese zeitraubende Problematik bieten Andreas Cichon und Enno Bassen eine maßgeschneiderte App-Lösung an: Die sprachgesteuerte Pflegedokumentation soll patientenrelevante Informationen bereits während des Pflege-Prozesses per Smart-Gear wie Apple-Watch erfassen und durch gekoppelte Tablet-Computer analysieren. Diese fließen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz sowohl in die Dokumentation der Tätigkeit ein, als auch in die Erstellung neuer To-Do-Listen und Einträge für die Folgepflege. Die Zuteilung von Aufgaben, wie das flexible Reagieren auf unvorhergesehene Notfälle, wird durch diese Software-Entwicklung vereinfacht.
Die Anbindung an ein Cloudsystem stellt einen weiteren zentralen Bestandteil der App dar. Durch die Vernetzung einzelner Pflegekräfte mit der Zentrale, sowie den Angehörigen, steigt gleichzeitig die Transparenz im Pflegebereich. Dass es bis zur Marktreife des Produkts noch einige datenschutzrechtliche Hürden zu überwinden gilt, ist dem jungen Entwicklerteam durchaus bewusst: „Juristisch gesehen ist das alles nicht so ganz einfach, da reine Protokolldaten maximal unter strengsten Auflagen ausgegeben werden dürfen. Beispielsweise, wenn Anzeigen auf Pflegefehler oder Pflegebetrug seitens der Krankenkasse vorliegen. Ansonsten sind derartige Daten eines der wertvollsten Güter im System und werden mit höchster Sensibilität behandelt“, beruhigt Cichon. „Datenschutz ist für uns überaus relevant und auch hier können wir punkten. Durch den Verzicht auf Spracherkennungsdienste von Google, etc. wird die Weitergabe von Daten aus dem System heraus vermieden. Alles bleibt also intern und dabei noch transparent“, ergänzt Enno Bassen.
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„Große Ansprüche, große Ziele! Und auf kleinen Schritten bewegen wir uns dort hin“, meint Cichon. Doch bei genauerer Betrachtung sind die Schritte, die die beiden seit ihrem Start im vergangenen Jahr absolviert haben, gar nicht mal so klein. Viele Teilerfolge konnten die beiden bereits für sich verbuchen. Das Projekt „curilab“ startete im April 2018 bei einem Hackathon der Firma Talanx in Hannover. Die Themen der kollaborativen Soft- und Hardwareentwicklungsveranstaltung waren unter anderem Spracherkennung und Künstliche Intelligenz. Doch anstelle der Entwicklung eines Konzeptes für Versicherungen, nutzten sie die Gelegenheit zur Entwicklung einer Lösung mit einem humanistischen Ansatz. „Uns war schnell bewusst, dass wir ein Produkt entwickeln wollen, das allen Beteiligten von großem Nutzen sein soll. Das System sollte dabei niemanden außen vor lassen und es sollte vor allem sinnstiftend sein“, so Andreas Cichon. „Das ist unsere Art der Rentenvorsorge und zwar für uns alle“, ergänzt Enno Bassen. „Unsere Idee für den Hackathon war dementsprechend die Geburtsstunde von curilab.“
Mit ihrer Innovationslösung konnten Cichon und Bassen auch noch an anderen Stellen überzeugen: Im November waren sie beim HealthHack der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg eingeladen und konnten in Zusammenarbeit mit anderen Entwicklern mit dem Ausbau ihrer Idee den ersten Platz belegen. Beim gemeinnützigen AwesomeProject gingen die beiden ebenfalls als Sieger hervor und im April dieses Jahres waren die beiden mit ihrer App-Lösung für die Altenpflege Start-up Challenge nominiert. Mittlerweile haben sie sogar eine Pflegeeinrichtung gefunden, die ihre Entwicklung testen wird. Man darf also durchaus gespannt sein, wie die Braunschweiger Erfolgsgeschichte weitergeht. 

Text Kerstin Lautenbach-Hsu
Fotos Andreas Cichon

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