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Das Projekt studio kult TV sorgt in Zeiten von Corona für ein digitales Kulturerlebnis im eigenen Wohnzimmer. Auch in Zukunft wollen die Initiatoren neue Formate realisieren.
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Wenn man den Fernseher anschaltet, läuft häufig auf jedem Sender etwas, das einem nicht gefällt. Alberne Sitcoms, schlechte Reportagen über Verschwörungstheorien oder einfach nur nervige Werbung. Hinzu kommt, dass einem dank der Corona-Maßnahmen wenig alternative Unterhaltungsprogramme zur Verfügung stehen. Es muss aber auch nicht immer Netflix sein, denn ein Braunschweiger Verein hat sich jede Menge Mühe gegeben, Kulturangebote auf die heimischen Bildschirme zu bringen.
Studio kult TV heißt das Projekt, das der Journalist Sven-David Müller und das Medienproduzenten-Pärchen Daniela und Tonio Vakalopoulos auf die Beine gestellt haben. „Sven hat schon viele TV-Sendungen moderiert und Daniela und ich produzieren seit zehn Jahren Filme und Livestreams“, erklärt Tonio. Nicht nur durch die Pandemie haben sie gemerkt, dass Kulturangebote in der Region fast ausschließlich analog und damit nicht immer für jeden verfügbar sind. Aus diesem Grund hat das Trio während langer, nächtlicher Weinrunden gebrainstormt und schließlich eine geniale Idee zu Tage gefördert. „Wir wollten etwas ins Leben rufen, dass eine Mischung aus lokalem Web-TV und digitalem Kultur-(Er-)Leben ist“, berichtet der Medienproduzent begeistert. Die Menschen in der Region würden ihre Freizeit sehr häufig mit kulturellen Aktivitäten bereichern, denn die Kultur mache einen großen Teil unseres Lebens aus. „Genau deswegen möchten wir mit unserem Verein kulturelle Angebote auch in Krisenzeiten und weit darüber hinaus stärken und versuchen, den Kulturhunger vieler zu bedienen.“

Auf der Webseite des studio kult TV-Teams werden fünf verschiedene Videoformate angeboten, die allesamt spannende Eindrücke bereithalten und nach Veröffentlichung rund um die Uhr verfügbar sind. Im „Kultur Talk“ werden zum Beispiel Kulturschaffende aus der Region zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Zu Gast waren schon die Kulturdezernentin der Stadt Braunschweig Dr. Anja Hesse, der Generalmusikdirektor des Staatstheaters Srba Dinić und andere bedeutsame Persönlichkeiten. Neben Live-Autorenlesungen in der Buchhandlung Graff oder Reportagen über interessante Hintergründe kultureller Institutionen und Projekte gibt es außerdem eine Liveberichterstattung von laufenden Veranstaltungen. Unter dem Namen „Live und in Farbe“ werden auf dem Facebook-Kanal des studio kult TV Aufnahmen ausgestrahlt, wann immer Corona es zulässt.


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Zum Beispiel gab es im Sommer Mitschnitte einiger Open-Air-Konzerte zu streamen wie beispielsweise dem „Mini Klassik im Park“.
Momentan befindet sich das Projekt noch in der Aufbauphase. Die Initiatoren wünschen sich, einen Verein zu gründen, um ihr Vorhaben in Zukunft durch Fördergelder finanzieren zu können. „Klar ist, dass wir dieses breite Angebot ohne Unterstützung nicht lange halten können“, erzählt Tonio, der die Formate konzeptioniert und produziert. Leider hat das Projekt bis jetzt auch noch keine allzu große Bekanntheit erreicht, auch wenn die Rückmeldungen, die das Team regelmäßig erreichen, durchweg positiv sind. Doch die Medienschaffenden haben sich fest vorgenommen, alle Hebel in Bewegung zu setzten, um bald in aller Munde zu sein. Sobald studio kult TV offiziell ein gemeinnütziger Verein ist, könnte das Trio auch ein größeres Team zusammenstellen, um die anfallende Arbeit zu bewältigen und langfristig mehr Möglichkeiten zu haben. Denn die fünf Videoprojekte sollen noch längst nicht alles gewesen sein: „Wir planen noch ein paar weitere Formate, die dann auch andere Aspekte des Begriffs ‚Kultur‘ aufgreifen. Beispielsweise soll es um das Thema Essen und Gesundheit gehen“, erklärt der ambitionierte Medienproduzent Tonio.
Kultur muss auch in diesen schwierigen Zeiten erlebbar sein und mit den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, Schritt halten. Vielleicht ist Corona auch das Sprungbrett für ein fortschrittliches, digitales Kulturangebot – auch wenn wir natürlich Freudensprünge vollführen werden, sobald all die Theater, Konzerthallen und Museen endlich wieder ihre Tore öffnen.

Text Allegra Wendemuth
Fotos Studio Kult TV/ Tonio Vakalopoulos

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