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Was uns die Kultur des Scheiterns lehrt –
Gründer und Berater Samir J. Roshandel berichtet.
DT AdobeStock 387367749 c Nuthawut
Bereits in der frühen Kindheit machen wir in verschiedenen Bereichen Erfahrungen mit dem Scheitern. Peu à peu lernen wir damit umzugehen. Sobald kleine Kinder ihre ersten Laufversuche wagen, fallen sie auf die Nase. Nicht selten verletzen sie sich dabei, holen sich eine Beule oder eine Platzwunde. Doch innerhalb kurzer Zeit beruhigen sie sich wieder, stehen auf und versuchen es erneut. Diese ersten Entwicklungsschritte sind für Eltern ein besonderer und magischer Moment, in dem sie ihre Sprösslinge feiern und ihnen zujubeln. Doch kaum sind diese Kinder in der Schule, werden sie für das Nichtgelingen von neuen Aufgaben und noch zu erlernenden Verhaltensweisen bestraft, etwa in Form von schlechten Noten, Nachsitzen oder Elterngesprächen. Schon bald wird klar: Scheitern ist nicht erwünscht! So verlieren Kinder nach und nach ihren Mut und die Freude am Lernen und Erkunden. Denn schlechte Noten und die Beurteilung der Schule machen die einst mutigen Kinder zu „Losern‘‘. So wachsen Kinder mit falschen Glaubenssätzen und Entmündigung heran.
Bis heute hat sich nicht viel verändert. Das Schulsystem funktioniert immer noch so wie zu Zeiten unserer Eltern oder Großeltern. Allerdings mit noch weniger Lehrkräften und Betreuung. Gleichzeitig nehmen die Herausforderungen auf der Welt zu, die andere Kompetenzen erfordern, als die, die in der Schule vermittelt werden. Vor allem brauchen heutige Arbeitnehmer:innen, Unternehmer:innen oder Führungskräfte mehr Mut und somit Persönlichkeiten, die etwas wagen, mutig handeln, neue Wege gehen, keine Angst vor der beruflichen Konsequenz haben und als Führungskraft mutige Mitarbeitende fördern, die ebenfalls neue und mutige Wege gehen, Ideen einfach mal umsetzen, ohne sich von allen Seiten abzusichern und alle Bedenkenträger:innen zu überzeugen. Diese Personen müssen unabhängig vom Ergebnis von ihrem Vorgesetzten befördert und gefördert werden. Somit sollte die Kultur des Scheiterns nicht nur in der Wirtschaft Einzug finden, sondern auch in allen anderen Gesellschaftsbereichen.

Studium kann ein Hindernis sein
Abitur, was dann? In der Berufsorientierung werden heute immer noch zwei Wege aufgezeigt. Ausbildung oder Studium. Warum eigentlich? Was lernen wir im Studium? Wozu soll uns das Studium befähigen? Warum nicht einfach nach der Schule direkt an einem Projekt arbeiten, zum Beispiel in einem Start-up, einem mittelständischen Unternehmen mit einer erfahrenen Führungs- oder Fachkraft? Um zu verstehen, wie Unternehmen funktionieren, wie die Wirtschaft funktioniert und vor allem wie man mit Menschen in Organisationen zusammenarbeitet und dabei auch seine eigenen Stärken und Schwächen herauszufindet und sich anschließend neuen Projekten widmet, sollte Jugendlichen genügend Freiheit und Rückendeckung gegeben werden, um als Option auch solch einen Schritt zu wagen. Braucht man heutzutage bei der schnellen technologischen Entwicklung, in der fast täglich durch neue disruptive Lösungen ganze Branchen auf den Kopf gestellt werden, die heutigen Lehrpläne in Schulen und Hochschulen? Unsere Schulen und Hochschulen müssen Individuen als authentische Persönlichkeiten ausbilden, das flexible Mindset in ihren Köpfen pflanzen, ihnen das unternehmerische Denken und Handeln sowie die notwendigen Social Skills vermitteln. Dabei sollte immer die Grundlage das eigene Handeln sein. Machen. Einfach Machen und dabei lernen. Wer scheitert und nicht aus seinem Scheitern lernt, ist nicht erfolgreich gescheitert. Auch Scheitern muss gelernt sein!

Text Samir J. Roshandel
Grafik Nuthawut-stock.adobe.com Foto www.kevinmuenkel.de

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