Kennt ihr eigentlich schon...

Sängerin und Aktivistin Shereen Adam?
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Mit dem eigenen Gesang anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern – das beherrscht Shereen Adam bereits seit sie 15 Jahre alt ist. Musik und Gesang waren schon immer ihre Leidenschaft, doch dass sie daraus irgendwann ihren Beruf macht, hätte Shereen als Teenagerin nie für möglich gehalten. Als jedoch kurz nach dem Abitur ihr Telefon klingelte und jemand die gebürtige Helmstedterin für einen Auftritt buchen wollte, kam der Stein ins Rollen. Inzwischen begeistert die 30-Jährige mit ihrer soulig-warmen Stimme nicht nur ein regionales Publikum, sondern stand auch schon mit Roger Cicero und Michael Schulte auf großen Bühnen. Ein besonderes Highlight erlebte Shereen im vergangenen November 2020: Gemeinsam mit dem Polizeiorchester Hannover sang sie als eine der ersten Schwarzen Frauen die deutsche Nationalhymne am digitalen Tag der offenen Tür der Bundesregierung und bescherte damit tausenden ZuhörerInnen einen wahrhaftigen Gänsehaut-Moment.
Wie es zu diesem großen Karrieresprung kam? „Vielleicht war ich oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder vielleicht habe ich es doch mehr gewollt, als ich dachte“, grübelt die Musikerin im SUBWAY-Interview. Neben dem Gesang engagiert sich Shereen für die Initiative Black Womxn Matter und schafft damit einen Safe Space für Schwarze Frauen in Braunschweig, partizipiert bei den Allies Against Racism und setzt sich für Feminismus ein.
Shereen, was motiviert dich zu der aktivistischen Arbeit, die du leistest?
Eigene Erfahrungen, mein Sinn für Gerechtigkeit und der Wunsch, dass unsere Kinder es mal besser haben sollen.

Wie kam es zum gemeinsamen Musikmachen mit dem Polizeiorchester Hannover?
Ich kannte einige MusikerInnen des Orchesters bereits aus anderen Projekten, so lernte ich das Orchester im Jahr 2016 kennen. Eine besondere Reaktion gab es dazu damals nicht, aber da machte sich in Deutschland auch kaum jemand Gedanken über die Polizei und ihren Ruf.

Was für ein Gefühl war es, die Nationalhymne für die Bundesregierung zu singen?
Zuerst war ich zögerlich, weil ich Angst vor Reaktionen aus der rechten Ecke hatte und weil ich selbst nie wirklich positive Erlebnisse mit der Hymne verband. Dann stand mein Entschluss doch relativ schnell fest. Würde ich die Hymne nicht singen, würde es wieder eine Person der Mehrheitsgesellschaft übernehmen. So konnte ich meinen repräsentativen Teil beitragen.

Was ist dein Guilty-Pleasure-Song?
„Euphorie“ von Julian Reim.

Was war deine erste CD?
„Almost Heaven“ von der Kelly Family.

Was sind deine Talente neben dem Singen?
Ich male und tanze auch.

Was kannst du überhaupt nicht?
Instagram.

Was möchtest du mit der Initiative Black Womxn Matter Braunschweig erreichen?

Es geht um Zusammenhalt, Support, sich gegenseitig Mut machen, beim immer wieder Aufstehen zu helfen und vor allem aber auch einfach mal eine Pause zu haben von Anpassung, Rechtfertigung und Ängsten. Wir wollen das Ende des strukturellen Rassismus und der Unterdrückung Schwarzer Menschen und PoCs erreichen!

Warum ist es so wichtig, Menschen zusammenzubringen und in den Dialog zu kommen?
Damit Demokratie tatsächlich noch eine Chance hat.

Wie gehst du mit Rassismus im Alltag um?
(Alltags-)Rassismus findet statt und ist real, auch ohne dass Betroffene weißen privilegierten Menschen erklären müssen, was passiert, wie es sich anfühlt und wie man damit umgehen kann, muss, sollte. Es gibt viele, viele veröffentlichte Geschichten, die mehr als genug furchtbares Anschauungsmaterial bieten – Hanau 2020 oder der unfassbare Tod von Oury Jalloh 2005 in Dessau sind nur zwei grausame Beispiele von vielen mehr. Da es ohnehin keine rassismusfreien Räume gibt und Erwartungen und Befürchtungen für betroffene Menschen ein ständiger Wegbegleiter sind, reden wir nicht von einzelnen Vorurteilen, sondern von grundlegend unfairen Lebensrealitäten.
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Wer ist deine Heldin im Alltag?
Natasha A. Kelly! Powerfrau!


Dein Rezept für den Weltfrieden?
Restlose Abschaffung des Patriarchats.

Was bringt dich richtig auf die Palme?
Empathielose, machthungrige Menschen.

Was machst du zum Entspannen?
Mit Freunden Zukunftspläne spinnen.

Was ist dein Lieblingsgetränk im Sommer?
Grapefruitschorle.

Was ist das Überraschendste, was dir jemals passiert ist?
Ich bin super neugierig und nicht überraschbar. Ich finde immer alles vorher raus.

Was tust du als erstes „nach Corona“?
Alle meine lieben Menschen knutschen.

Was magst du an Braunschweig am meisten?
Die Größe der Stadt, die vielen Grünflächen und die Oker. Braunschweig ist für mich immer erholsam und ich bin gern hier zu Hause.

Interview Louisa Ferch
Fotos Mel Grossemy

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