Kennt ihr eigentlich schon...

... Staatstheater-Generalintendantin Dagmar Schlingmann?
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Aktuell wird ja viel über das Staatstheater geredet: Mit „Der Kirschgarten“ wird am 22. November bereits die zwölfte Premiere in dieser Spielzeit gefeiert, während andererseits große und kleine Herausforderungen zu bewältigen sind: In der Tischlerei besteht Sanierungsbedarf und dem Jungen Staatstheater wurde zum Jahresende der Mietvertrag des Haus Drei gekündigt. Wir nehmen das momentane Theater ums Theater zum Anlass für unser allmonatliches Frage-Antwort-Spiel mit Dagmar Schlingmann, der Generalintendantin des Hauses.
Seit Beginn der Spielzeit 2017/18 ist sie in Braunschweig, wo sie auch fleißig Regie führt. Über 30 Jahre Theatererfahrung kommen ihr aktuell bei der Inszenierung von „Der Kirschgarten“ zugute. Für ihre erfolgreiche Arbeit hier und natürlich für das große Engagement aller Theatermitarbeiter gab es im Juni den Martin-Linzer-Theaterpreis für „herausragende künstlerische Leistung“. Als Leiterin der größten hiesigen Kulturinstitution will sie möglichst viele verschiedene Menschen ins Theater bekommen, insbesondere junge Leute. So ist das Junge Staatstheater für sie eine Herzensangelegenheit und sie verspricht: Ja! Trotz Kündigung des Haus Drei wird die Sparte weiter existieren. Eine neue Spielstätte ist in Planung.
Als Ausgleich zum bunten Theateralltag, der viel Organisationsgeschick, Empathie und Geduld erfordert, liest Dagmar Schlingmann unheimlich viel, verliert sich in Gartenarbeit oder geht mit ihrer Labrador-Border-Collie-Hündin Babette Gassi durch ihren Kiez, die Weststadt.
Frau Schlingmann, wann in Ihrem Leben wussten Sie, dass Sie zum Theater möchten?
Schon immer. Als Kind wollte ich Opernsängerin werden und meine Schwester hat mit uns Theater im Kinderzimmer inszeniert.

Können Sie gut unter Zeitdruck arbeiten?
Wenn man wenig Zeit hat, dann muss man so arbeiten, als ob man viel Zeit hat. Konzentration ist alles. Und ich bin schnell.

Haben Sie ein Multitasking-Geheimnis?
Guter Schlaf und dann Step by Step.

Wie gehen Sie selbst mit Lampenfieber um?
Ein Glas kaltes Wasser. Durchatmen. Los.

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Machtspielchen, intrigantes Verhalten und Illoyalität.

Am Theater arbeiten ja haufenweise Charakterköpfe, Egozentriker, Freidenker ... Ist es schwer, diesen Haufen auf Spur zu halten?
Kunst lebt von Eigenwilligkeit, Freiheit und Visionen. Aber wir müssen alle zueinander schauen und einen respektvollen Umgang pflegen. Humor hilft. (lacht)

Warum ist das Theater so wichtig für uns?
Wir sind einer der letzten Orte, wo Menschen ein kollektives Erlebnis teilen, wir verhandeln Themen, die Menschen berühren, unterhalten, regen zum Austausch an und stellen Fragen. Und das alles live. Aus meiner Sicht gibt es keine bessere Freizeitgestaltung.
Merken Sie den Einfluss von Netflix & Co.?
Das Theater soll angeblich immer in Konkurrenz mit anderen Medien sein und wurde schon oft totgesagt, beispielsweise mit Aufkommen des Tonfilmes. Theater ist aber eine der ältesten Kunstformen überhaupt und etwas ganz anderes als Kino oder Netflix. Das eine wird das andere nicht ersetzen.

Sollte Braunschweig als Kulturstadt bundesweit stärker wahrgenommen werden?
Also am Staatstheater stimmt die bundesweite Wahrnehmung, sage ich jetzt einmal ganz unbescheiden.

Technik und Wissenschaft dominieren unsere Region. Kommt die Kultur zu kurz?
Braunschweig hat ein erstklassiges Museumsangebot, eine hervorragende Hochschule für Bildende Künste, eine lebendige freie Szene, ein internationales Filmfest, verleiht einen der wichtigsten Literaturpreise, einen renommierten Kompositionspreis und hat eben das Staatstheater ... Vielleicht könnte die Stadt sich mit diesem erstklassigen Angebot mehr in den Vordergrund spielen.
Falls es mit der neuen Spielstätte nicht klappt – gibt es für Sie überhaupt eine Alternative?
Über eine Schließung der Kinder- und Jugendtheatersparte ist mit mir nicht zu diskutieren.

Was kann jedermann tun, um das Junge Staatstheater zu unterstützen?
Ein Foto von sich mit dem „Ich bin JUNG!“-Plakat posten, es uns schicken und sich somit solidarisch zeigen.

Bei welchem Song drehen Sie momentan das Radio laut und singen mit?
Song ist gerade weniger, Beethoven ist gerade viel. Im Frühjahr werde ich Fidelio inszenieren. Und wenn ein Song dann gern „Candy Käsemann“ von Peter Licht.

Was auf der Welt ist für Sie unbezahlbar?
Freundschaft.

Was würden Sie tun, wenn Sie wieder 18 Jahre alt wären?
Sofern Talent vorhanden, einen künstlerischen Beruf ergreifen – oder doch lieber Bäuerin sein?

Interview Benyamin Bahri
Foto Bjoern Hickmann

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