365 Years Later

bis zum 27. August / Städtische Galerie (WOB)


Ein Jahr nach ihrem Abschluss stellen drei Meisterschüler der HBK ihre Werke in der Städtischen Galerie Wolfsburg aus: „365 Years Later“.
Marlene Bart Foto Frank Sperling art
HBK-Abschluss, Meisterschüler – und dann? Drei Braunschweiger Absolventen wurden vor einem Jahr mit Meisterschülerstipendien der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK) geehrt und stellen nun in der Städtischen Galerie Wolfsburg die Ergebnisse ihrer künstlerischen Praxis aus. Bei ihrer gemeinsamen Werkschau „365 Years Later“ beziehen die Künstler Marlene Bart, Serena Ferrario und André Sassenroth erneut, jeder auf seine individuell-originelle Weise, Position.
„Mein Teil der Ausstellung trägt den Titel ‚δέρμα‘, also Haut“, berichtet Marlene Bart. Sie überzeugte die SBK-Jury damals mit Werken von hoher sinnlicher Qualität und einem virtuosen Umgang mit verschiedenen Materialien. In ihrer Installation setzt sie sich mit der Rezeption wissenschaftlicher Objekte auseinander und analysiert mithilfe multimedialer künstlerischer Techniken wie Druckgrafiken, Radierungen, Videos und Objekten das Material Haut. „Begriffe wie ‚Dermoplastik‘ oder ‚Taxidermie‘ beschreiben die Präparation naturkundlicher Relikte“, erläutert sie. „Beide entstammen dem Altgriechischen: Derma – Haut, taxis – arrangieren, ordnen und plastein – bilden, formen, gestalten. Die Haut ist in der Regel der einzige originale Teil des Tieres, der in Kombination mit Stopfmaterial beim Erstellen einer Dermoplastik verwendet wird.“ Die Besucher der Städtischen Galerie können bei ihr eine Art dekonstruiertes Kuriositätenkabinett als Ort der Konservierung, Aufbereitung und Weitergabe von Wissen erkunden. „Häufig spiele ich dabei auf Sinneseindrücke an, die auch in den Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance und des Barock präsent waren. Kurzgefasst sind das insbesondere ‚Staunen‘ und ‚Entdecken‘“, kommentiert Bart.  
Erstaunlich ist auch das Werk von Serena Ferrario. Ihre Präsentation „Leliţă Ioană“ hat sie ihrer verstorbenen Großtante, einer der bekanntesten Chanson-Sängerinnen Rumäniens, gewidmet und dabei auch ihre eigene Rolle als Künstlerin betrachtet. „Es geht in meiner Arbeit um das Finden und Erfinden von Geschichten und Beziehungen. Und um die nicht enden wollende Suche nach etwas, das wahr ist und das einem etwas bedeutet“, erzählt die 32-Jährige. „Deswegen auch die Videos im Foyer. Darin suchen Menschen in Haufen von Dingen, die anderen Menschen gehörten, etwas, was mit ihnen zu tun hat.“ Die Jury hatte sie nicht nur mit feinsinnigen Filmen, sondern auch mit der Fülle der eingesetzten Medien und der Verknüpfung verschiedener Sinneseindrücke begeistert. Auch in der Städtischen Galerie erschafft Ferrario neben einer neuen Videoarbeit mit einer Installation aus Zeichnungen, Fotos, Texten und Objekten einen assoziativen Raum. „Ich komme mit Bildern, Gegenständen und Erinnerungen in den Ausstellungsraum“, erläutert sie ihre Vorgehensweise, „dann verbringe ich viel Zeit in diesem und gebe den Dingen nach und nach eine bestimmte Rolle. Ich erkenne und fantasiere neue Beziehungen unter den mitgebrachten Medien und den vor Ort vorgefundenen Gegebenheiten.“
HBK Stadtische Galerie 1 art

Der Schauraum steht auch bei André Sassenroth im Fokus. Ein LKW aus den 1970ern dient ihm für seinen Zyklus „Andtire Gallery“ als mobile Galerie für vielfältige Projekte und junge Positionen aller Spielarten der bildenden Kunst, deren Gestaltungskonzepte sogar über die Möglichkeiten klassischer Ausstellungsräume hinausgehen können. Der fahrtüchtige und speziell versicherte Mercedes Benz 608 erschafft besondere situative und partizipative Möglichkeiten und ein Gegengewicht zur institutionellen Praxis in der Art der sozialen Plastik. Zum Abschluss seines Zyklus präsentiert er bei „365 Years Later“ das vierte Inlay der LKW-Galerie: Eine Tribüne für 30 Personen in einem ansonsten leeren Ausstellungsraum, die unter dem Titel „a series of interfering creatures“ Fragen nach Zuschauerschaft und Teilnahme aufwirft.

Text Evelyn Waldt
Fotos Frank Sperling, W. Heimermann

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