Anvisieren, belichten, abdrücken 
Lukas Podolski, Axel Bosse, Mando Diao oder Elyas M’Barek – alle hatte Fotografin Nina Stiller schon vor der Linse. Ihre Philosophie: die positive Art aber auch den Respekt, mit dem sie vor ihr Gegenüber tritt, weiterzugeben und so für ein emotionsgeladenes, natürliches Bild zu sorgen.
Uns erzählte sie, wie sie zur SUBWAY kam und welche Projekte ihr außer der Fotografie sonst noch amHerzen liegen.

Hallo Nina, kannst du dich noch an den Moment erinnern, in dem dich das erste Mal ein Bild richtig fasziniert hat?
Im Grunde haben mich immer Bilder fasziniert und gefesselt, die eine Geschichte erzählen. Bilder, denen man eine Geschichte ansieht und deren Stimmung man fühlen kann. World Press Photos beispielsweise faszinieren mich bis heute sehr, immer wieder aufs Neue. Wenn Bilder Emotionen ausdrücken und im Betrachter hervorrufen, dann empfinde ich sie als Kunstwerke. Dann geht es gar nicht um die Perfektion der Inszenierung, optimales Licht oder eine korrekte Bildbearbeitung, sondern um die Aussage. Den Ausdruck.

Was war es für ein Gefühl, das erste Mal deine Fotos im Print in der SUBWAY zu sehen?
Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Es war 2002 und die Bilder hatte ich noch selbst entwickelt und in die Redaktion gebracht, wo sie wiederum eingescannt werden mussten, um gedruckt werden zu können. Es war so viel Arbeit und noch mehr Bedeutung hatte der Weg zum Merz am Erscheinungsdatum der Ausgabe. Dort habe ich dann endlich die Druckausgabe in der Hand gehalten.

Wie bist du damals zur SUBWAY gekommen und was war dein erster Auftrag?
Ich lernte im Café Tasse Elmar von Cramon kennen, der damals für die SUBWAY schrieb. Wir kamen ins Gespräch und ich sagte ihm, dass ich eine Ausbildung zur Fotografin mache. Zwei Wochen später trafen wir uns erneut dort mit dem ehemaligen Bayern-Spieler Tobias Rau. Ich glaube, wir haben jede Ecke des Cafés für Fotos genutzt, es hat so viel Spaß gemacht. (lacht) Es war aufregend und ein besonderes Gefühl, eine tiefe Mischung aus Respekt und Dankbarkeit.

Welche Motive fotografierst du gerne, welche nicht so gerne?
Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten, und am liebsten mit Persönlichkeiten, die sie selber sind. Jeder von uns ist so vielschichtig, schön im wahrhaftigen Lachen genauso wie in der Melancholie oder in der Nachdenklichkeit. Sogar in der authentischen Wut. Es ist das größte Geschenk, wenn Menschen sich öffnen können, denn sie tun es in dem Moment für niemand anderen als für sich selber. Am schönsten ist es, wenn die Situation es zulässt, zu vergessen, dass man fotografiert wird. Wenn man frei ist und sich nicht beobachtet fühlt. In meiner Ausbildung bin ich durch die harte Schule der Produktfotografie gegangen. Dadurch habe ich wahnsinnig viel gelernt, aber so ein Automat spricht nicht mit dir, lacht nicht über spontane Situationen und es passieren selten unvorhergesehene Dinge, die das Fotografieren für mich so spannend machen.

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Hast du drei nützliche Tipps für Hobby-Fotografen und eine Empfehlung für eine richtig gute Einsteigerkamera?
Wenn man ein Hobby hat, dann geht man ja einer Beschäftigung nach, die einen total fesselt, fasziniert und die man gerne tut. Ich denke, es gibt keine bessere Grundvoraussetzung, deshalb wäre mein erster Tipp, sich diesem Gefühl total hinzugeben, egal was andere dazu sagen. Und dann: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Den Kontakt mit Menschen suchen, Orte anschauen, an denen man seine Vorhaben realisieren kann und keine Angst vor Fehlern haben. Fotografie ist eine Ausdrucksform, es bedeutet „mit Licht zeichnen“. Mein ehemaliger Chef sagte damals immer: „Wo Licht ist, ist auch Schatten“. Er hat mich dazu gebracht, mir selbst zu vertrauen. Und das ist wichtig für Tipp drei. Viele Menschen orientieren sich an Bildern wie sie bei Instagram, Pinterest und in anderen sozialen Netzwerken oder Magazinen gehyped werden. Natürlich ist das klasse, um sich inspirieren zu lassen. Aber keines dieser Bilder ist aus der Situation oder einer Umgebung heraus entstanden, in der du gerade bist. Deshalb kannst nur du aus dieser Situation das Beste machen, dann wird es deine eigene Welt zeigen, deinen Stil und deine Interpretation der Menschen und Dinge. Wenn Bilder entstehen, fühlen sie sich nicht so an, wie die Endresultate aussehen. Das ist die spannende Ausgangssituation, mit der man spielen und so überraschende und vielseitige Ergebnisse erzielen kann. Auf die Frage, welche Kamera ich empfehlen würde, konnte ich noch nie eine Antwort geben. Es hängt viel mehr von den Erwartungen ab, und oft noch mehr von den Objektiven – und damit von den Blickwinkeln und Bildwirkungen – als von der Kamera. Ein ganz komplexes Thema …

Was ist am Fotografieren schwerer, als man denkt, und was kann man machen, um dem Gegenüber beim Shooting die Nervosität zu nehmen?
Ich kenne kaum einen Menschen, der sich wirklich richtig gerne fotografieren lässt. (lacht) Zuerst ist es, denke ich, wichtig – egal, ob man mit Menschen arbeitet, die schon tausendmal fotografiert wurden oder dies zum ersten Mal der Fall ist –, dass sie frei werden von allen Erwartungen. Man ist ja schon alleine aus dem Grund nervös, weil der Fotograf Anweisungen gibt. Und an dem Punkt sage ich den Leuten gerne, dass sie das vergessen können. (lacht) Dann besprechen wir gemeinsam, was das Ziel ist. Man sollte versuchen zu akzeptieren, dass es eine unnatürliche Situation ist, sich fotografieren zu lassen. Deshalb fühlt es sich eben auch etwas „anders“ an. Aber anders ist ja nicht gleich negativ. Es kann ganz viel kreatives Potential freisetzen – und das geschieht ganz von alleine.

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Ich kenne kaum einen Menschen, der sich wirklich richtig gerne fotografieren lässt. (lacht) Zuerst ist es, denke ich, wichtig – egal, ob man mit Menschen arbeitet, die schon tausendmal fotografiert wurden oder dies zum ersten Mal der Fall ist –, dass sie frei werden von allen Erwartungen.

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Wie viele Fotoalben hast du zu Hause im Regal stehen? Bist du eher jemand, der Alben beklebt oder stellst du sie dir lieber online zusammen?
Oh, wir haben einige Fotobücher zu Hause, wenn ich Schleichwerbung machen darf, empfehle ich gerne saal-digital.de, die haben so tolle dicke Seiten und schlichte Layouts. Ich finde, Fotoalben sind total wichtig. Es ist ein ganz anderes Gefühl, diese Bücher in die Hand zu nehmen, besonders für Kinder, auch wenn sie älter werden. Ich liebe es bis heute, bei Familienbesuchen Fotoalben von früher durchzublättern. Das ist ein Gefühl, welches durch die Digitalisierung nie ersetzt werden kann.

Welche Projekte, Hobbys und Interessen verfolgst du neben der Fotografie?
Es bleibt tatsächlich gar nicht viel Zeit. Ich interessiere mich sehr für Ernährung, Psychologie und Umweltprojekte. Und die Familie steht vor alledem an allererster Stelle.

Wie hast du deinen 30. Geburtstag gefeiert?
Große Feste feiere ich am liebsten im kleinen Kreis mit den liebsten Menschen. Bei meinem 30. waren wir ungefähr 15 Leute und haben im Garten Lagerfeuer gemacht.

Welche Themen würdest du in Zukunft gerne öfter in der SUBWAY sehen?
Ich fänd es toll, wenn es eine Anti-Plastik-Kategorie gäbe, die wiederholt Tipps gibt, wie man mit dem Thema „Müll“ im Alltag umgeht. Wie man Müll vermeiden und auf Plastik verzichten kann. Was Plastik mit der Nahrung macht, die darin verpackt wird. Das fänd ich sehr hilfreich, abwechslungsreich und wichtig!

Was verbindet dich mit der SUBWAY?
SUBWAY ist für mich ein Stück Heimat, ein Wegbegleiter und die totale Verbindung an „die schönste Zeit, da wo alles begann“. (lacht)

STECKBRIEF

Jahrgang 1981

Mit 30 Jahren war ich dankbar, mit tollen Menschen gemeinsam auf dieser Reise zu sein.

In 30 Jahren bin ich hoffentlich noch mit tollen Menschen auf dieser Reise.

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Lieblings-Kamera Canon 5 DsR

Schwarz/weiß oder Farbe? Schwarz/Weiß

Mein Stil in drei Hashtags #hashtags #sind #ueberbewertet

Text: Katharina Holzberger
Fotos: Nina Stiller Grafik cofeee, teploleta-Fotolia.com

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