Das Aus- und Weitermalbuch von Roberta Bergmann

Es war einmal ein Pinsel … oder waren es Buntstifte? Ich weiß es nicht mehr, aber alle möglichen Zeichenutensilien finden sich in den Schubladen meines Schreibtisches, und das schon solange ich denken kann. Früher war die Verwandtschaft immer ganz erpicht mich in meinem Hobby zu unterstützen, leider ist gut gemeint eben nicht so gut. Und anstelle von Aquarellpapier, Leinwänden und Schmincke Horadam bekam ich … Ausmalbücher. Manche in gar schrecklicher Form: Vom „Lustigen ABC der Tiere“ über „Barbie“ bis hin zu „Bim Bam Bino“ (na, wer kennt das noch)? Okay, als 7-Jährige braucht man keine Profi-hochpigmentierten-Aquarellfarben, aber Ausmalbücher fand ich doof. Ich habe lieber selbst Figuren gezeichnet und ausgemalt. Warum sollte ich anderer Leute Bilder colorieren?

Mittlerweile gibt es Ausmalbücher für Erwachsene – diese werden angepriesen um zu entschleunigen und einfach mal etwas absolut Analoges zu machen. Ist ja auch schön, wenn man sich in komplizierten Formen und Mustern verlieren kann.

Es ist also nur eine Frage der Zeit gewesen bis nach den Ausmalbildern für Metal-Fans („Wer malen will, muss Metal sein!") oder eines für Schimpfwörter auch endlich eines für Braunschweig erschienen ist.

Roberta Bergmann hat allerdings einen Twist im Malbuch versteckt, der auch so Anti-Ausmaler wie mich fesselt. Denn das sympathische Buch, welches zusätzlich mit interessanten Fakten über Löwen, Robert Koch oder Wilhelmine Reichhardt gespickt ist, lässt Raum für eigene kreative Auswüchse. Von den Löwen deren Mähnen man ergänzt, oder dem kickenden Robert Koch dem man auch mal eine Tomate statt eines Fußballes vor die Schuhe setzen könnte. Und was man alles mit den leeren Wändes des Herzog Anton Ulrich Museums anfangen könnte …

Am allerbesten lässt es sich mit Buntstiften malen, gleich gefolgt von Filzstiften – wer dem Buch mit flüssiger Farbe zu Leibe rücken möchte, hält am besten etwas Küchenkrepp parat, damit es nicht zu nass wird und man lange warten muss, bevor das nächste Bild angefangen werden kann.

Wer also keine Mumme mehr sehen kann, jegliche Plüschlöwen in der Touristinfo bereits im Regal hat und wer mehr als eine schnöde Ansichtskarte verschicken will, der könnte eine kreative Alternative mit „Braunschweig: Das Aus und Weitermalbuch“ finden.

Das Buch ist erschienen beim Verlag Reiffer
ausmalbuch gr
Loewen gr
Text & Bild: Kathleen Kalle

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